Dann frage ich mich, warum ich dies zwar selten (in 26 Jahren Hundehaltung kann ich Kommentkämpfe an 2 Händen abzählen), aber dennoch erlebt habe ... und wenn ich nicht immer darauf achten würde, wem ich besser aus dem Weg gehe, und wo ich Kontakte zulassen kann, wären es sicherlich mehr.
Natürlich profitieren Hunde davon, einen anderen Hund NICHT zu verletzen - denn es geht ja vor Allem um die eigene Unversehrtheit.
Hast du überhaupt eine Ahnung, warum das Verhaltensrepertoire bei Hunden so wahnsinnig ausgeprägt und oft ritualisiert ist?
Weil es darum geht, Konflikte möglichst unbeschadet auszutragen.
Zitiere bitte alles. Der Begriff Kommentkampf bezieht sich auf ritualisierte Kämpfe unter Sozialpartnern, Tiere einer Gruppe, die vom anderen Tier abhängig sind.
Ein dahergelaufener fremder Hund ist kein Sozialpartner, da ist der der Kampf ein völlig unnötiges Risiko und eine Gefährdung, in die der Mensch seinen Hund gebracht hat.
Und nein, ein Hund profitiert nicht davon, wenn der Halter seinen Hund in eine Situation bringt, wo er kämpfen muß, mit einem Hund, den man danach in der Regel eh nie wieder sieht.
Oh, wie arrogant bist Du eigentlich. Du meinst, andere hätten keine Ahnung? Aber genau, Hunde haben ein sehr ausgeprägtes Verhaltensrepertoire, auch, um Konflikte möglichst unbeschadet auszutragen und vor allem - erst gar nicht zu beginnen. Richtig, Hunden geht es um die eigene Unversehrtheit und da gehört die Situation "ich bring meinen Hund in Situationen, in denen er kämpfen muß" nicht dazu.
Ich bin ja eher Typ Hundewiese und habe so erst mal gar nichts gegen Fremdhundkontakte, sagte ich wo anders schon, was aber nicht heißt, daß ich meinen Hunden vermitteln möchte, daß sie in einem Überlebenskampf sind. Es soll für alle Beteiligten eine Bereicherung sein und dazu gehört für mich auch, daß die Leute, die mit ihren Hund warum auch immer keinen Kontakt haben möchten, genauso gechillt durch die Gegend gehen können wie ich, indem ich ihnen keinen Kontakt aufzwinge. Und vor allem ist es mir komplett egal, warum sie keinen Kontakt haben möchten.
Man findet wirklich auch so genug Leute und Hunde, wo es gut mit den eigenen Hunden passt ohne Stress.
Ja, ich habe meine Hunde auch mit Fremdhundkontakten sozialisiert. Ich finde vor allem Chilly unglaublich cool. Bonnie wäre durchaus eher mal Typ "Raufbold ohne Rücksicht auf Verluste", sie hat eine unglaublich kurze Zündschnur, ist also nicht so cool wie Chilly. Mir war das auch wichtig, daß er das Lernen konnte, weil ich halt auch mal gerne dort gehe, wo viele Hunde rumlaufen, Isar bei uns, und ich da möchte, daß es friedlich zugeht und entspannt.
Wie im anderen Thread gezeigt flippt Chilly nicht sofort aus, wenn sich ein Hund nervig benimmt, kann aber dennoch Konflikte (Kämpfe) vermeiden. Das konnte er lernen mit mir gemeinsam. Klar, vieles ist einfach eh er, seine Genetik des Labradors vermute ich, anderes ist Erfahrung. Erfahrung, daß er bis zu einem gewissen Punkt selbst die Grenzen ziehen darf, ich schreite also nicht sofort ein, aber er weiß auch, daß ich sofort helfe, wenns nötig ist. Er weiß auch, daß ich manche Hunde gar nicht zu ihm lasse und er sich gar nicht drum kümmern muß, das hilft ihm auch sehr dabei, souverän bleiben zu können.
Ich bin beim Gassi oder im Forum aber nicht auf Missionarstour. Man braucht doch bitte nicht loszuziehen und den Leuten zu erzählen, daß Hunde soziale Tiere sind etc, nur weil man meint, der eigene Weg wäre der einzig richtige. Und es macht mich ernsthaft irgendwie traurig, daß Leute mit ihren "Tutnixen" ala Rabe anderen Leuten das Gassi so vermiesen, wenn es ja anders gar keine Möglichkeit gibt, den Hund frei laufen zu lassen. Das kenne ich hier in München nicht, ich kann meine Hunde überall laufen lassen (außer Chilly im Innenstadtbereich, da müssen große Hunde an der Leine geführt werden, aber da bin ich eh nie).
Ich kann aus meiner Wohnung raus und ableinen (also theoretisch von der Gesetzeslage her). Immer. Meine Cindy hatte oft nicht mal ein Halsband dran.
Und jetzt stelle ich mir vor, ich muß extra zu einem Park, damit meine Hunde frei laufen können, und da sind dann die Missionare, die Tutnixe, die Egoisten, all die Menschen, die sich anderen aufdrängen und fragen dann auch noch: "Was tust Du hier, wenn Dein Hund nicht mit meinem 'spielen' will". Boah, das find ich so richtig mies. Ich finde dafür nicht mal Worte, und das als "Hundewiesenmensch"