Beiträge von Schäferterrier

    Braucht man Haus mit Garten für nen

    Nicht zwangsläufig. Aber wenn ein Hund, der in so ein Umfeld passt, überhaupt im Tierheim landet, dann gibt es in der Regel eine verdammt große Auswahl an Interessenten. Das Tierheim kann sich dann das Beste für den Hund rauspicken - und das ist in den wenigen Fällen 60m2 Mietwohnung, wechselnde Bezugspersonen und ein generelles Hin und Her im Alltag. Unser letzter unkomplizierter Hund wohnt jetzt bei nem wohlhabenden Ehepaar ohne Kinder in nem Penthouse, dessen Balkon größer ist als meine ganze Wohnung. Sei's ihr gegönnt, aber bei so einer Konkurrenz wird kein Tierheim den Hund an den TE und seine Lebensgefährtin vermitteln.

    Ich hab mal eine Frage zum Thema "gekürzte Vibrissen", die mir seit nun 3 Jahren nicht mehr aus dem Kopf geht. Kenne mich damit nicht so aus, aber vielleicht könnt ihr euch das ja erklären...

    Und zwar ist Milo ja ein Direktimport. Der wurde mit so 6 Wochen meine ich über den Zaun in die Tötung geschmissen und dann am nächsten Morgen vom Tierschutz aufgegabelt. Danach war er bisschen im Shelter und anschließend auf einer lieben Pflegestelle.

    Aber als Milo dann mit etwa 4 Monaten zu mir kam, hatte er eindeutig gekürzte Vibrissen. Also die waren ca. einen Zentimeter lang und richtig dick an der Spitze. Inzwischen sind die natürlich schon lange nachgewachsen, aber ich frage mich seitdem, warum?

    Bei Hunden, deren Gesichtshaare generell gekürzt werden müssen, verstehe ich das ja, aber Milo ist im Gesicht komplett kurzhaarig. Da muss ja fast jemand absichtlich und gezielt nur die Vibrissen abgeschnippelt haben, oder? Und falls ja: Wozu? Was soll das bringen? Gibt es irgendeinen Grund, die Vibrissen bei Kurzhaar-Hunden gezielt zu kürzen? Oder, andere Option: Kann sowas auch durch einen Unfall passieren?

    Ich finde es in eurer Situation tatsächlich sehr viel Hin und Her für einen Hund. Wechselnde Orte, wechselnde Bezugspersonen, damit einher gehend auch wechselnde Tagesabläufe, mal PKW fahren, mal Zug fahren, mal (meiner Meinung nach doch recht lange) daheim bleiben, mal mit ins Büro... Das kann funktionieren, keine Frage. Aber dafür benötigt ihr einen Hund, der extrem flexibel und anpassungsfähig ist, der gut sozialisiert ist, der kein Problem mit fremden Menschen und seiner Umwelt hat und eine sehr, sehr hohe Stressresistenz besitzt. Das im Tierschutz zu finden, halte ich für sehr unwahrscheinlich (und mich wundert bei der vorhandenen Hundeerfahrung ehrlich gesagt sehr, dass euch das nicht so ganz bewusst zu sein scheint).

    sie sagt "es ist zwar nicht optimal aber es gibt Hunde die leben auf der Straße, werden geschlagen oder bekommen nur 2-3x pro Woche was zu essen...da ist das doch allemal besser?"

    Ja nun, irgendwem geht's immer schlechter. Aber es ist keinem Hund geholfen, wenn man ihn in ein Leben verfrachtet, das ihn gnadenlos überfordert. Damit werdet weder ihr noch der Hund glücklich.

    Das kann alles und nichts sein, genau zeigen wird es wohl nur eine Untersuchung.

    Natürlich kann es Arthrose, HD, OCD und so weiter sein, aber insbesondere in dem Alter wäre für mich erstmal irgendwas in Richtung Wachstumsschmerzen, vielleicht auch was verknackst, leicht gezerrt oder geprellt naheliegend. Ich würde es mal ein bisschen schonen und eventuell entzündungshemmende Schmerzmittel geben.

    Viel Glück euch! 🍀

    Schön, dass du dem Kleinen noch eine Chance gibst!

    Zur Blindheit kann ich dir gar nicht so viel sagen, aber ich habe hier auch einen Hund sitzen, der seit Welpenbeinen an zu allerlei Stereotypien und insbesondere zum Kreiseln neigt.

    Ich vermute, bei Milo kam das durch die Zeit im Zwinger. Er ist ein Hund, der Stress durch Bewegung abbaut und da er im Zwinger nicht "richtig" laufen konnte, ist er dort halt ständig Kreise gelaufen. Das hat sich dann so eingebrannt, dass er das Kreiseln bis heute zeigt, sobald er gestresst oder aufgeregt ist. (Sehr viel weniger zwar, aber ganz weg wird es wohl nie gehen.)

    Heißt, ich kann mir vorstellen, dass das Kreiseln, sofern es nicht wirklich "nur" Orientierungssuche ist...

    - ursprünglich tatsächlich von der Orientierungssuche kommt und sich dann eben eingebrannt hat

    - oder von beengten Wohnraumverhältnissen bei den Vorbesitzern kommt und sich dann eingebrannt hat.

    So oder so würde ich das glaube ich bei einem Hund in dem Alter mehr oder weniger so akzeptieren. Solange er tierärztlich durchgecheckt ist und nicht den Eindruck macht, besonders unter dem Kreiseln zu leiden (also solange er es von selbst unterbricht, zur Ruhe kommt, normal leben kann etc.), macht es in meinen Augen wenig Sinn, da rumzutrainieren. Stereotypien in den Griff zu bekommen ist ohnehin oft sehr schwierig, langwierig und bedarf häufig nicht nur netten Methoden - zumal du, so wie ich es verstanden habe, ja gar nicht weißt, wie lange sich das schon festgesetzt hat. Ob man diesen Trainingsweg einem 14jährigen Hund noch antun möchte... mein Weg wäre es glaube ich nicht.

    Diese Ausraster wo ich ihn fixieren musste waren auf dem Rückweg von einem eher reizarmen, langen Feldwegspaziergang

    Nur ganz kurz: Für einen sehr jagdtriebigen Hund ist ein Feldweg nicht unbedingt reizarm, weil Mäuse, Hasen usw.

    Habt ihr vielleicht ein ruhiges Industriegebiet in der Nähe? Ist natürlich landschaftlich nicht so schön wie Natur und dafür hat es ggf. mehr Menschen oder LKWs, aber das kann für jagdlich ambitionierte Hunde trotzdem deutlich reizärmer sein.

    Terrier-Bashing? Wowowo? Wen muß ich hauen? :rolling_on_the_floor_laughing:

    Kein Terrier-Bashing 😂😂 Siehste:

    Ich nehme es inzwischen mit Humor und erfreue mich an der Kreativität meines Hundes, wenn es darum geht, Regeln neu zu definieren.

    Ich mag die Terrier sehr, hab hier ja selbst nen Halben sitzen.

    Aber es ist nunmal nicht von der Hand zu weisen, dass Terrier eher mal geneigt sind, auch im Erwachsenenalter Dinge zu hinterfragen und Signale kreativ zu interpretieren. Manche Leute (mich eingeschlossen) mögen das, für andere ist es halt nichts. Nur braucht man bei nem Terrier eher nicht darauf warten, dass der nach der Pubertät/wenn man nur gut genug erzieht plötzlich den wahnsinns Kadavergehorsam an den Tag legt. Nicht mehr und nicht weniger wollte ich damit eigentlich sagen, aber war wohl etwas missverständlich ausgedrückt :ka:

    Die Situation am Wohnungsmarkt ist a) eine über Jahrzehnte geschaffene und b) sind wir nicht mehr im Sozialismus, wo alles reguliert wird.

    Hier wird inzwischen tatsächlich von den Städten selbst reguliert, so gut sie können.

    Die umliegenden Landkreise hier sind allesamt eine einzige Touristenhochburg und ein Paradies für (sehr) gut betuchte Leute, die ein nettes Feriendomizil oder Alterswohnsitz suchen. Dementsprechend sprießen die Luxus-Immobilien aus dem Boden, für "Normalos" gebaut wird kaum noch.

    Dazu haben wir hier ein wahnsinniges Problem mit Ferienwohnungen. Entweder der Wohnraum steht fast das ganze Jahr über leer oder es wird gewerblich vermietet, weil bringt mehr ein als ein dauerhafter Mieter. Dadurch gibt es schlicht und einfach zu wenig verfügbare Wohnungen - und die paar, die auf dem Markt sind, sind entsprechend teuer und hart umkämpft.

    Die horrende Zweitwohnsteuer hat bislang wenig gebracht, weil nur ein Bruchteil der Leute überhaupt einen Zweitwohnsitz angemeldet hat. Um die tatsächlichen Einwohner zu entlasten, wird deshalb nun damit begonnen, die Zweitwohnsitz-Schummler anhand von Rolladen-Bewegungen etc. ausfindig zu machen (no joke). Ein Tropfen auf dem heißen Stein, der aber die Verzweiflung der Städte ganz gut widerspiegelt...

    leine beissen, aufdrehen auf 110%, zerren, in alle richtungen springen, um mich herum laufen, mich anspringen und das alles auf ein mal, ohne ersichtlichen Grund

    Es ist aufjedenfall so, dass ihn Hundebegegnungen, egal ob ein direkter Kontakt zum begrüßen zustande gekommen ist oder er den Hund nur in der Ferne gesehen hat, total aufdrehen.

    im Laufe des Tages kommt er nicht wirklich zur Ruhe

    hat wirklich nichts kennengelernt, es ist alles neu für ihn

    Das alles in Kombination mit dem hier...

    in einer Garage gehalten und mit 5 wochen viel zu früh verkauft

    lässt mich vermuten, dass du da einfach einen ganz massiv gestressten Hund sitzen hast, der seinen Stress durch Jagdverhalten abreagiert.

    Demnach bringt es wohl kaum was, gezielt am Jagdverhalten zu trainieren. Viel wichtiger ist, erstmal den Stress zu reduzieren und dann kann man - wenn überhaupt noch nötig - irgendwann am Jagdverhalten arbeiten.

    Heißt für euch:

    - Dass ein komplett verunsicherter und gestresster Hund dir daheim in einer Tour hinterher läuft, ist nicht ungewöhnlich. Du bist sein sicherer Anker in einer für ihn wahnsinnig fremden, gruseligen Welt. Sei ihm dann bitte auch dieser Anker, den er gerade braucht. Statt ihn wegzuschicken, lass ihn bei dir sein und erstmal Sicherheit finden.

    - Dass ein komplett verunsicherter und gestresster Hund draußen nicht aufnahmefähig ist, in Jagd- und Übersprungsverhalten kippt ist genauso nicht ungewöhnlich. Vielleicht findest du ja einen positiv arbeitenden Trainer, der dir zeigen kann, wie du deinem Hund mehr Sicherheit geben und ihn langsam an Umweltreize gewöhnen kannst?

    - Dass dein sowieso schon gestresster Hund bei unregulierten Hundebegegnungen mit Fremdhunden in Jagdverhalten kippt, weil er sich nicht anders zu helfen weiß, finde ich auch nicht ungewöhnlich. Ich würde deshalb gezielt nach souveränen erwachsenen Hunden als dauerhafte Hundebekanntschaft suchen und ansonsten auf Hundekontakte und wildes Rumgebolze mit Fremdhunden verzichten.

    Nimm Druck raus, lass deinem Hund Zeit und versuche, einen freundschaftlichen, gemeinsamen Weg für euch beide zu finden. Idealerweise mit einem wirklich guten, positiv und wohlwollend arbeitenden Trainer. Bei der Vorgeschichte und euren zahlreichen Baustellen ist das wohl nötig. Es würde mich nicht wundern, wenn der Hund aufgrund seines miesen Starts in die Welt Zeit seines Lebens Probleme mit dem Umgang mit Stress behält - aber das kann mit dem richtigen Training sehr viel besser werden.