Beiträge von Schäferterrier

    Ja ich hab einfach irgendwie immer ein schlechtes Gewissen wenn ich ihn allein lasse weil ich immer denk so ein Hund will ja am liebsten dabei sein und bei mir sein.

    Besonders reizoffenen Hunden tut es sogar ganz gut, mal ne Weile allein zu sein. Die können dann endlich mal richtig abschalten und runterkommen.

    Mein Hund ist viel ausgeglichener, seitdem ich keine Studentin mehr bin, sondern außer Haus arbeite. Der ist inzwischen eher genervt, wenn ich mal frei habe und dann auch Vormittags um ihn rumwusele, weil das stört den wohlverdienten Vormittagsschlaf :lol:

    Es gibt natürlich Hunde, die so Dinge wie Städtetrips, Grillen mit vielen Menschen & Hunden usw. nie abkönnen werden.

    Aber dein Hund ist gerade mal 1 1/2 Jahre alt, da finde ich die Prognose "das wird mit dem nie funktionieren" schon echt schwierig.

    Die allermeisten Hunde haben in dem Alter ganz viel mit ihrer Umwelt zu tun. Dass die sich dann schwer damit tun, draußen zur Ruhe kommen, empfindlich auf Außenreize reagieren und ihnen schnell alles zu viel wird, finde ich - in einem gewissen Rahmen - ganz normal.

    Natürlich gibt es auch Kandidaten, bei denen das über alle Maße extrem ist, die nervlich wahnsinnig schlecht aufgestellt sind und bei denen man dann tatsächlich schon recht früh sagen kann "das wird nix" - aber unter der Voraussetzung, dass der Hund aus einer guten Zucht mit nervenstarken Eltern stammt, halte ich die Wahrscheinlichkeit dafür für doch eher gering.

    Und da du ja selbst sagst, dass du anfangs auch einige Dinge falsch angegangen bist, würde ich da erstmal noch abwarten. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass dein Hund einfach noch nicht in dein jetziges Leben passt. Wenn der mal erwachsen ist und ihr die Rückstände in der Erziehung gut aufholt, kann das schon wieder ganz anders aussehen.

    Also klar, jetzt gerade kann es natürlich trotzdem belastend sein. Aber das gehört - das muss ich jetzt einfach so deutlich sagen - halt auch mal phasenweise zur Hundehaltung dazu.

    Ob Junghund, kranker Hund oder alter Hund: Ein Teil der Hundehaltung ist halt auch, immer wieder Kompromisse zu schließen oder mal in den sauren Apfel zu beißen und dem Hund zuliebe selbst zurückzustecken. Das kann mal ätzend sein (und ich bewundere jeden, der sagt "ich hab damit fix kein Problem"), aber zumindest für mich gleicht sich das mit den vielen schönen Momenten wieder aus.

    Das ist durchaus sehr aufwendig, funktioniert aber mittlerweile knapp 26 Jahren ohne gesetzeswiderige zwischenfälle. Das hat sogar mit meinem Ersthund funktioniert, der damals wirklich ein richtiger a******** Terrier durch und durch gewesen ist.

    Meinst du damit diesen Hund?

    Wie gesagt, es war sehr schwierig mit ihm da er uns Kinder nicht akzeptiert hat und mir mal in die Lippe gebissen hat, und meinen Freundinnen in die Beine.

    Der Hund hat mehrfach Kinder verletzt, unter anderem im Gesicht. Von "funktioniert" ist das aber ganz, ganz weit entfernt.

    Und jo, ich hab so nen halben Terrier hier, der ne echte Arschkrampe sein kann, wenn er will. Der würde sich ganz gezielt schwächere, angeleinte Hunde aussuchen, um sie runter zu machen. Darf er aber nicht, weil das ist ordentlich Stress für ihn, wenn er sich so aufregt, das ist total blöd für den anderen Hund, der grundlos angepampt wird und es ist auch doof für mich, wenn ich einfach nur gemütlich Gassi gehen will. "Ar***lochhunde", wie du sie nennst, sind halt nur dann "Ar***lochhunde", wenn man sie lässt.

    Das klingt für mich auch erstmal nach Spiel. Oder vielleicht noch überdrehtem Verhalten, weil das tolle Spiel jetzt vorbei ist und stattdessen die Bürste kommt.

    Nichtsdestotrotz finde ich die Kombi Spielen und danach Bürsten nicht so super optimal. Da ist der Hund grad vom Spiel aufgedreht und dann soll er bitte brav still halten zum Bürsten. Ich würde es unabhängig des beschrieben Verhaltens eher andersrum oder komplett getrennt voneinander machen.

    könnte Ginger noch zuverlässig alleine bleiben, und könnte ich garantieren dass Sie garantiert nie bellt egal zu welcher Uhrzeit würde ich ausschließlich bis auf Notsituationen nur Einzelspaziergänge mit meinen jetzigen Hunden machen.

    Zum einen: Du kannst halt nicht wissen, ob der neue Zweithund so easy allein bleiben kann. Falls nicht hast du dasselbe Problem wieder, nur andersrum.

    Zum anderen: Wenn du zwei Hunde hältst, die du zusammen nicht an der Leine halten kannst, gibt's auch kein "bis auf Notsituationen" mehr. Dann musst du zwingend jede Runde einzeln laufen, ohne die kleinste Ausnahme. Das dauerhaft zu leisten (wenn man keinen Garten hat!) ist ein verdammt hoher Anspruch an sich selbst. Und da ich das mal mit einem Gasthund über 3 Tage gemacht habe (heißt 9x am Tag Gassi gegangen, davon 4 längere Spaziergänge à +/- 1h), wage ich ehrlich zu bezweifeln, dass man das immer und ausnahmslos über viele Jahre zuverlässig hinbekommt.

    Einzelspaziergänge sind sehr oft möglich, aber situationsbedingt, ist es auch erforderlich, dass die beiden Hunde es gewohnt sind zusammen von mir ausgeführt zu werden.

    Verstehe ich grundsätzlich sehr gut. Dauerhaft getrennt zu gehen, für jeden Spaziergang, ist meiner Meinung nach schon eine Leistung und ich finde es völlig okay, wenn man sagt, auf Dauer ist das nicht machbar.

    Aber: Wie stellst du dir das dann irgendwann mit einem deutlich schwereren Hund vor?

    Vielleicht hilft es dir, die moderne Hundehaltung besser nachvollziehen zu können, wenn du mal andere Gedanken dazu hörst.

    Ich bin z.B. sehr froh, dass Hunde heutzutage nicht mehr einfach beißen dürfen und dass es die Möglichkeit gibt, das anzuzeigen. Denn egal ob Chihuahua oder Kangal: Ich möchte nicht einfach so von einem Hund gebissen werden und ich möchte auch nicht, dass mein Hund einfach so von einem Hund gebissen wird. Vom Schreck mal ganz abgesehen tut das weh, kann sich entzünden, richtig fiese Infektionen verursachen usw. Und ich bin ein erwachsener Mensch. Kinder können vom Biss eines Chihuahuas ganz andere Folgen davon tragen und z.B. lebenslang entstellt werden.

    Deshalb, egal ob kleiner oder großer Hund: Die aktuelle Gesetzeslage ist natürlich mit einer größeren Verantwortung und deutlichem Mehraufwand für alle Hundehalter verbunden. Aber sie schützt dich, mich und jeden anderen Mensch vor sehr unschönen und schmerzhaften, wenn nicht sogar wirklich gefährlichen Erlebnissen mit schrecklichen Langzeitfolgen.

    Genauso bin ich wahnsinnig froh drum, dass es heutzutage kaum mehr Streuner-Hunde gibt. Klar ist das eine Einschränkung für das Hundeleben und natürlich ist es auch ein Mehraufwand, den Hund entsprechend zu sichern. Aber letztendlich geht es da um die Sicherheit von Hund und Umwelt.

    Ich möchte nicht, dass einfach irgendein halterloser Hund unkontrolliert in uns reingerannt kommt. Mein Hund ist rückenkrank und kann sich in solchen Momenten echt weh tun. Außerdem mag er keine fremden Hunde und fühlt sich in solchen Begegnungen deshalb total unwohl.

    Ich möchte auch nicht, dass mein Hund von einem unverträglichen Streuner schwer verletzt wird und ich auf den dabei entstehenden Tierarzt-Kosten sitzen bleibe, weil kein Besitzer in Sicht ist.

    Ich möchte auch als Autofahrerin nicht ständig damit rechnen müssen, dass mir jederzeit ein freilaufender Hund vors fahrende Auto springen könnte, denn ich will um Gottes Willen keinen Hund überfahren oder beim Ausweichen einen Unfall bauen usw.

    Und ich möchte nicht, dass irgendwelche Wildtiere von Streunern in Panik versetzt und gerissen werden. Auch keine Mäuse. Weißt du, ich habe mal Baby-Mäuse aufgezogen. Ich konnte zusehen, wie sie sich entwickeln, wie sie beginnen, die Welt zu erkunden, wie sie nach und nach ihren ganz eigenen Charakter entwickelt haben und sogar ganz schön frech wurden. Schädling hin oder her, ich habe echt eine Zuneigung zu diesen kleinen Mäuschen entwickelt. Und mir tut es in der Seele weh, wenn ich daran denke, dass die vielleicht schon kurz, nachdem ich sie endlich rausgesetzt habe, von einem mäuselnden Hund abgemurkst wurden.

    Versteh mich nicht falsch, es ist wirklich schön, wenn Hunde sich möglichst frei entfalten dürfen. Aber eben nur dann, wenn niemand anders darunter leiden muss. Und genau dafür sorgen besagte Gesetze und Regelungen.

    Also mit Information und dem Willen, dazu zu lernen, muss das Ganze doch nicht sooo übel enden?

    Ich glaube, das kommt einfach sehr auf den Typ Hund an.

    Ein eher unsicherer Typ Mensch, der zudem im Umgang mit den eigenen Hunden sehr zurückhaltend und abwartend erscheint und eher mal Dinge laufen lässt anstatt frühzeitig einzugreifen, ist für manche Hundetypen einfach denkbar ungeeignet.

    Mit einem netten, umgänglichen Hund, der wenig ernst macht und eine echt lange Lunte hat, muss das Ganze tatsächlich nicht so übel enden.

    Mit den angestrebten Rassetypen (kernige Terrier, Gebrauchshundetypen, Hofhundetypen) sehe ich da aber tatsächlich eine ernsthafte Gefahr, dass das so richtig schief geht. Erst recht, wenn so ein Hund vom Vermehrer kommt und später möglicherweise auch noch entsprechende Wesensmängel und ein dünnes Nervenkostüm aufweist.

    Solche Hunde brauchen einfach eine deutlich engere Führung, mehr Voraussicht und Sicherheit als bislang bei den vorhandenen Hunden geleistet wurde.

    ich halte Jack Russell Terrier und podencos deshalb für anspruchsvolle Hunderassen da beide Rassen keinen will to please haben. Ich mag das, dass meine Hunde z.b, wenn Sie auf ein Kommando keinen Bock haben, mir beide auf ihre Art den mittelfinger zeigen [...] meine Hunde lieben es nun mal ihr eigenes Ding zu machen. Das dürfen sie auch in neun von zehn Fällen.

    Wenn man einen Hund nicht erzieht, ist die Erziehung auch nicht anspruchsvoll, egal bei welcher Rasse.

    Die Schwierigkeit bei Jackies und Podencos (oder generell Hunden ohne will to please) liegt darin, ihnen beizubringen, dass sie trotz ihrer Eigenständigkeit eben nicht ihr eigenes Ding machen dürfen. Anstatt diese Schwierigkeit zu meistern, scheinst du sie aber bislang einfach zu umgehen, indem du den Hunden die ein oder andere Freiheit mehr zugestehst als gut für eure Umwelt wäre.

    Dass das bislang so funktioniert, ist reines Glück. Du scheinst da ein unglaublich nettes Schäfchen an Terrier erwischt zu haben.

    Auf ihr sind schon Kleinkinder rumgeklettert und haben ihr in die Augen gestochen mit den Fingern und am Schwanz gezogen und sie hat nichts gemacht.

    Bei so manchen Hunden wäre das Kind nach so einer Aktion nicht mehr. Und bei vielen anderen zumindest schwer verletzt.

    Dass da nichts passiert ist, zeigt, dass deine Ginger doch sehr weit von einem wirklich temperamentvollen, ernsthaften und wehrhaften Hund entfernt ist.

    Bitte werde dir erst einmal über deine Verantwortung als Hundehalterin klar. Und zwar sowohl gegenüber deiner Umwelt als auch gegenüber deinen Hunden. Bevor du einen neuen Hund aufnimmst - geschweige denn einen Anspruchsvollen - lerne bitte, deinen Hunden eine konsequente Führung zu geben und ihnen ordentliche Grenzen zu setzen.

    Ich glaube, auch deiner Zweithündin könnte das wirklich gut tun. Ein unsicherer Hund braucht Anleitung und Sicherheit. Was er ganz sicher nicht braucht, ist ein Ersthund, der ihn kontrolliert und maßregelt, wie er lustig ist, während der Halter dabei zuschaut und froh ist, dass Madame sich nicht wehrt. Dass die Hündin in so einer Situation nicht auftaut, sondern weiterhin sehr schissig bleibt, wundert mich ehrlich gesagt so gar nicht und könnte durchaus selbstverschuldet sein.