Das klingt echt verfahren bei euch.
Deine Impulsivität ist in erster Linie dein Ding. Ich persönlich finde den daraus resultierenden Umgang mit deiner Hündin nicht richtig, aber was du daraus machst und wie du da weiter verfahren möchtest, musst du entscheiden.
Was ich allerdings als zweites ganz großes Problem sehe, ist deine Perspektive auf das Lernverhalten deines Hundes.
Ja, sie weiß genau was es bedeutet. Ich habe sie von Anfang immer mit einer Leine vom Sofa runtergeführt und dabei "runter" gesagt. Das selbe im Schlafzimmer. Mit der Leine rausgeführt und "raus" gesagt. Aber es klappt einfach nicht.
Du hast sie herunter geführt und das Runterführen benannt.
Das heißt noch lange nicht, dass sie auch weiß, dass es für sie super lohnenswert ist, auf "runter" selbstständig vom Sofa zu kommen.
Also jetzt mal ehrlich: Woher soll sie das auch wissen? Wie soll sie diese Verknüpfung herstellen?
Überleg mal, dein Arzt sagt dir vor jeder Spritze immer schon "Achtung, kurzer Pieks". Okay, ist doof, aber du weißt, was passiert. Weil der Arzt es benannt hat (so wie du das Runterführen).
Aber du würdest doch im Leben nicht auf die Idee kommen, dir das nächste Mal auf "Achtung, kurzer Pieks" die Spritze selbst reinzujagen?
Hast du deiner Hündin überhaupt mal gezeigt, dass es sich für sie lohnt, mit dir zusammen zu arbeiten? Dass es Spaß macht und ihr nur Vorteile bringt, wenn sie auf deine Signale eine Reaktion zeigt? Also kurz: Wie das gemeinsame Lernen überhaupt funktioniert?
Manche Hunde (aus schlechter Haltung, aus dem Ausland etc.) haben auch in höherem Alter noch gar nicht wirklich gelernt, wie Zusammenarbeit mit dem Mensch funktioniert. Denen muss man erstmal das Konzept von "Aktion -> Reaktion -> Belohnung" beibringen. Das heißt nicht, dass diese Hunde schwer von Begriff sind! Denen fehlt einfach nur die Erfahrung, dass sich die Zusammenarbeit mit dem Mensch für sie lohnt. Und warum sollten sie das dann machen?
Schaffst du es, deine Hündin mal wirklich so richtig happy zu machen?
Verbales Lob geht vielen Hunden am Hintern vorbei. Btw vor allem intelligenten Hunden - die checken nämlich besonders schnell, dass sie von nem nett gesäuselten "fein" oder "super" im Endeffekt so gar nix haben. Und wenn deine Hündin eh noch nicht verstanden hat, dass es für sie sinnvoll ist, dich glücklich zu machen, gleich dreimal nicht.
Wenn du sie nicht über Futter kriegst, dann nutze doch eine kleine Spieleinheit als Motivation.
Und bedenke bitte außerdem, dass kein Futter anzunehmen auch eine deutliche Stressreaktion sein kann. Nicht muss, es gibt schon auch Hunde, die da einfach wenig Interesse dran haben. Aber mit der Vorgeschichte der Hündin und dem beschriebenen Zusammenleben leuchten da bei mir alle Warnzeichen.
Ich brauche einen Hund der schnell lernt und Dinge gut versteht und keinen Sturschädel.
Mein Hund ist verdammt intelligent. Der lernt, versteht und verknüpft super fix.
Aber bei dem Aufbau... dass der da vom Sofa geht, hätte der so auch im Leben nicht gelernt.
Was er dafür ganz schnell verstanden hätte, wäre, dass er jetzt gleich zwangsweise vom Sofa bugsiert wird und das wunderbar verhindern kann, indem er dir auf "runter" mal vorsorglich im Arm hängt.
In diesem Sinne: Sei verdammt dankbar, dass deine Hündin so freundlich ist und noch nicht gelernt hat, wie sie sich diesem übergriffigen Verhalten am Leichtesten entziehen (und trotzdem ihren Platz auf dem Sofa behalten) kann.
Ich liebe Intelligenzbestien von ganzem Herzen, solche Hunde zu haben kann wahnsinnigen Spaß machen. Aber dazu muss man auch wissen, wie man mit solchen Hunden umgeht, und da scheinst du doch noch etwas an Wissen zum Lernverhalten von Hunden aufholen zu müssen.