Beiträge von Maevan

    Ich weiß nicht, ob es pauschal die "beste" Rasse für den ersten Welpen gibt. Ich bin aber fest davon überzeugt, dass man sich das eigene Leben und das Zusammenleben mit dem Hund einfach unnötig schwer machen kann, wenn man gegen passende Genetik, Umstände, Umfeld und Rasseanforderungen entscheidet. Im schlimmsten Fall kann das bei bestimmten Rassen mit größerem Potential, Fehler nicht zu verzeihen, in einer Gefährdung von Umwelt und Alltag einhergehen.

    Ich weiß nicht, wieso es so viele Menschen gibt, die sich bewusst (oder unbewusst?) dazu entscheiden, eine Rasse (oder einen Hund generell) zu wählen, die objektiv betrachtet nicht zu den "Startanforderungen" passen, die man bietet, ich weiß auch nicht, welche Faktoren bei der Selektion da eine Rolle spielen, ob es das rein optische ist, der "einsame Wolf, dessen Respekt ich mir verdienen muss"-Gedanke, die Herausforderung oder ob da manchmal gar keine Gedanken insgesamt zu gemacht worden sind. Und das ist nicht mal wertend gemeint, sondern rein subjektiv hätte ich einfach keine Lust mich im Alltag abzuarbeiten und meinen Lebensrhythmus extrem anzupassen oder neu auszurichten, um einer bestimmten Rasse gerecht zu werden, so hübsch ich sie auch finde (wenn ich "nur" einen Begleit- oder Familienhund will und jetzt nicht vorhabe, krass in den Sport einzusteigen). Ich meine, absolut nichts gegen Ersthundbesitzer, die da wirklich Lust drauf haben und das dann auch anständig durchziehen, aber dieses Stroh-Argument "Mit genug Liebe/Erziehung/Auslastung wird das schon!" finde ich mittlerweile schwierig.

    Geht es noch jemandem so, oder empfinde ich das einfach sehr subjektiv?

    Ich bin ja rein gar nicht auf Tiktok unterwegs, sondern wenn dann auf Instagram oder Youtube, bei Youtube folge ich anscheinend den richtigen Kanälen, da gehts meist um sehr subjektive Ratings verschiedener Leser und Leserinnen, und das find ich meist sehr unterhaltsam und spannend. Auch bei Insta bin ich zum Glück nicht in dieser "Stressbubble" unterwegs, wo es gefühlt ein Wettbewerb ist, aber ich versuchte wirklich auch sehr auf meinen Algorhytmus zu achten, dass das auch genau so bleibt. Ich glaube nämlich, dass du damit nicht Unrecht hast und ich schon ab und zu mal einen Blick auf das erhasche, was du beschreibst - diese seltsame Art des Wettbewerbs, Bookhauls, wo jemand 30 Bücher kauft (und jemand anderes behauptet, er hat 500 ungelesene Bücher im Regal???), dieser massenhafte ... Konsum, wozu auch immer? Ich bin ja auch Gamerin, auch da bemerke ich das hin und wieder, und offenbar nutzen viele Hobbys um sich a) entweder selbst zu profilieren oder b) einfach völlig sinnlos zu konsumieren UM sich selbst zu profilieren, und sich mit anderen zu vergleichen? Und damit geht ja der ganze Sinn des... Hobbies verloren, weil man ja etwas tut, um sich zu entspannen.

    Ich ahne also was du meinst, bin aber sehr froh, dass ich in meiner Bubble nur ab und zu da mal vorbei schramme, und zum Glück auch nicht beeindruckbar davon bin.

    Ich finde es echt nervig, wenn vor allem den Kinderlosen unterstellt wird, sie hätten ihr Tier nur als Kindersatz angeschafft. :muede:

    Ganz abgesehen davon, dass ich diese Unterstellungen auch echt unnötig und übergriffig finde: was wäre so schlimm daran?

    Ja, es wäre schlimm, wenn man den Hund wie ein Kind behandelt. Aber wenn man aus welchen Gründen auch immer kinderlos ist und seine Erfüllung darin findet, sich um tierische Sozialpartner zu kümmern - wo ist das Problem?

    Es ist überhaupt kein Problem - es wird oft eins daraus gemacht, bzw wie Shiri das schon angeschnitten hat, es wird in Zeiten von wachsendem und immer beliebter werdendem rechtspopulistischem Narrativ der klassischen Rollenverteilung, Tradwife/Hausfrau, Konservative ganz oft einfach negativ gezeichnet, und das in direktem Zusammenhang mit dem Wunsch, keine Kinder zu haben/haben zu wollen. Das geht in die gleiche Richtung wie die allseits beliebte "Beleidigung" dass man als alte Catlady endet, weil man keine Kinder will. Ich kann mir wahrlich schlimmeres vorstellen, als im Alter mit Katzen zusammen zu leben, aber mittlerweile wächst daraus ein negativ behafteter Lebensentwurf zu dem klassischen VaterMutterKind-Modell heran - und das nicht nur von Männern, sondern auch vielen Frauen, die kein besseres Argument haben als "Wenn du keine Kinder hast, wirst du nie wissen, was wirklich Liebe ist und ein Haustier kann dir das auch niemals ersetzen."

    Und dann wird aus etwas eigentlich Neutralem wie ein Tier als Kinderersatz ein negatives Lebensmodell oder Gegenbeispiel, das man benutzt, um anderen etwas abzusprechen, weil sie es wagen, ihr Leben etwas anders zu gestalten, als man es entweder selbst tut oder man erwartet, wie man es tun sollte.

    Ich fühl mich für diesen Thread nicht intellektuell genug xD

    Lass dieses Narrativ nicht zu! :revolving_hearts: Ich weiß, du meinst es humorvoll, aber mit dem Erfolg von Romantasy jeder Art kam auch, was kommen musste: "Das sind ja keine richtigen Bücher! Wo ist die richtige Fantasy!"

    Unsinn, meiner Meinung nach. Nicht jedes Buch muss "intellektuel anstrengend" sein, um wertvoll zu sein, lesen ist kein Wettbewerb. Ich finde diesen Aufschwung, den Romantasy, Booktok und Bookstagram mit sich gebracht haben, wirklich großartig und am Ende war es auch das, was mich wieder ins Lesen gebracht hat.

    Die One Dark Window-Duologie hab ich übrigens auch gelesen und fand sie echt richtig schön, genau wie du fand ich den zweiten Teil nochmal deutlich besser! Erzähl mal, wie du Daughter of no Worlds fandest, das hab ich auch noch auf meiner Liste!

    Erinnert mich grad an eine Situation neulich. Fragt mich ein älterer Herr (Pfarrer, man müsste meinen vielleicht empathisch und einfühlsam und nicht völlig dumpf): "Und der Hund ist dein Kinderersatz, oder?" Wohlgemerkt, wir kannten uns nicht, dem Gespräch ging lediglich ein kurzes Vorstellen voraus. Ich war so perplex und dachte mir zu "wtf?", dass ich LEIDER nicht schlagfertig antworten konnte. Wenn mal wieder so was passiert (denke als Frau Mitte 30 ohne Kind mit Hund passiert das vielleicht ab und an), werde ich passend und in aller Deutlichkeit antworten. Wie unsensibel ey.

    Genau das meine ich. Mittlerweile gehe ich da direkt in den Angriff über. Das kann ich auch absolut nicht mehr haben.

    Bei uns ist das maximal humoristisch konnotiert, also manchmal bin ich die "Muddi" und wenn der Hund besonders leidend ist (Vorderpfoten scheren) dann bemitleide ich ihn als mein "armes, tapferes Beeeeeeeeebi!" Meine Mutter fragt am Telefon ab und zu: "Na, was macht mein Junge?" und das find ich süß. Ich selbst wurde noch nie als "Hundemama" bezeichnet, aber wenn, dann würds mich auch nicht wirklich stören. Es ist ne Begrifflichkeit und ich traue jedem zu, dass allgemein bekannt ist, dass ein Hund niemals ein Kind von einem Mensch sein kann. :ugly:

    Ich provoziere aber manchmal ganz gern dieses Narrativ vom "Kinderersatz", was offenbar viele Männer triggert, denn was kann ein Haustier schon anderes sein, wenn man keine Kinder hat, besonders als gleichgeschlechtliches Paar, besonders auf Social Media. "EiN HuND iST ÜbRigEnS kEIn KiNd!" Ja, danke, ich weiß, genau DAS ist der Punkt. :direct_hit: