Ich bleibe nicht stehen zum Spielen lassen, daher tritt das Problem bei mir nicht auf. Wenn es zu so Situationen kommt, wo mein Hündin mit einem ihr bekannten Hund spielt, sind wir in einem eingezäunten Bereich. Ist das nicht der Fall unterbreche ich das Spiel immer wieder. Ich rufe sie raus, schicke sie weg etc .. also die Kontaktaufnahme ist immer nur kurz, dann bin ich wieder da. Und ich leine dann auch recht schnell an. Das liegt einfach daran, dass meine Hündin sich schnell ausblendet bzw. ins Jagen kippt, sich hochpuscht, ungehobelter wird etc ... und meistens die anderen Hunde ja auch mitziehen und den gleichen Weg gehen. Das möchte ich nicht. Und ja, meine Hündin hat draußen eine Schleppleine dran. Schon allein deshalb möchte ich eigentlich kein Spiel. Ich übe also ständig nach der ersten Kontaktaufnahme NICHT zu spielen, sondern normal weiterzulaufen. Ziel ist, dass sie das auch hinbekommt, wenn der andere sie anspielt. Also nicht drauf anzuspringen. Daher mache ich eigentlich nur gemeinsame Spaziergänge und ansonsten gehen wir vorbei und ich übe, dass meine Hündin möglichst wenig Kontakt aufnimmt.
So läuft das derzeit bei uns auch. Wir verabreden uns möglichst regelmäßig mit 2 bekannten Hunden; mit einer Hündin treffen wir uns immer nur an einem eingezäunten Gebiet, da dürfen die beiden rennen, toben, Hundedinge tun.
Hier muss ich ihn aber regelmäßig auch "rausholen", weil er sich mir zu hoch pusht. Rückrufen klappt aber noch nicht, dennoch schaut er, wenn ich seine Aufmerksamkeit fordere, blendet mich nicht ganz aus, und das geht auch immer besser. Als ich mit Würstchen hochwertig in dieser Situation belohnen konnte, kam er sogar mal, das fällt jetzt grad aber wegen der Magenthematik weg. Ich denke auch, dass ich schneller wieder anleinen müsste, da fehlt mir noch das richtige Maß, die Situation einzuschätzen.
Mit der zweiten Hündin machen wir "social walken", dh Spazierengehen und Interaktion, auch ohne Leine, aber ohne ständig wild zu spielen, das klappte von Anfangs gar nicht (musste regelmäßig begrenzen) bis jetzt immer besser.
Sonst übe ich konsequent und eigentlich mit allen Fremdhunden, dass man sich bei eventueller Kontaktaufnahme auch wieder zügig verabschiedet, ohne Spiel oder sonstiger Interaktion. Das klappt tatsächlich auch sehr gut, AUßER der andere Hund spielt meinen Hund an, oder fiddelt
Da wäre Merlin sofort dabei. Schleppleine ist bei uns meist nur wenn das Wetter mitspielt dran. Sonst nehm ich tatsächlich lieber die Flexi. Aber ... ich müsste mir jetzt, wo es langsam trockener und wenig matschiger wird, wirklich mal eine längere Schlepp besorgen, einfach, damit er mehr das Gefühl von Freiheit hat und wir entsprechend auch weiter üben können. So an der Flexi lässt er sich nämlich immer sehr brav abrufen und wendet sich selbstständig von Hunden ab
Ich würde mir auch für ihn wünschen, dass er irgendwann nicht mehr darauf anspringt, wenn andere Hunde anspielen/fiddeln. Hab das Gefühl, da ist manchmal auch einfach Unsicherheit/Überforderung dabei, genau wie bei Menschen, der Gedanke: Ich MUSS irgendwie reagieren, obwohl er eigentlich gar nicht müsste.
Wenn andere Hunde nämlich nichts machen, macht er auch nichts. Aber vielleicht pathologisiere ich das auch nur wieder.
Als sehr schönes Resultat konnte ich jedenfalls gestern um beim TA neuen Magenschoner abzuholen im Wartezimmer recht eng aber völlig gelassen neben einem komplett fremden Hund im Wartezimmer sitzen und Merlin war entspannt und hat sich sogar abgelegt. Beide Hunde lagen völlig gelassen und ignorant nebeneinander. Das war wirklich überraschend stressfrei und hat mich sehr gefreut.
Schlepp würde ich, wenn ich spontan spielen zulassen würde, allerdings immer ableinen. Dazu ist mir die Verletzungsgefahr zu hoch.