Fuchshexchen Pferde wurden die letzten 4000 Jahre auf extreme Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft gezüchtet.
Wer einfach pauschal raushaut, reiten sei unnatürlich und deshalb schädlich fürs Pferd, der vergisst den Faktor "Tierwohl".
Pferde müssen mit Verstand, Geduld und viel Wissen korrekt ausgebildet werden. Ja. Dann sind sie aber bis ins höchste Alter gesund und leistungsfähig. Das Wohl betrifft nicht nur den Körper. Sondern auch den Kopf! Mental wollen Pferde arbeiten. Die tun das gerne und sie tun es wenn sie dürfen intensiv. Freiwillig. Ich empfehle jedem, mal Anfang der Holzrücke Saison mit in den Wald zu gehen. Und sich mal live anzuschauen, wie heiss die Kaltis auf die Arbeit sind wenn sie endlich wieder ins Holz dürfen.
Die Leistungsfähigkeit eines Pferdes liegt aber oft jenseits jeglicher Vorstellungskraft sehr vieler Pferdehalter. Was wirklich Arbeit ist für ein Pferd, ist mehr, als die meisten Pferdehalter liefern können.
1h um den Wald spazieren, dazu noch etwas Bodenarbeit und paar Tricks - das ist nichts, was den Körper eines Pferdes intensiv fordert. Allerdings ist gerade die immer wieder intensive Bewegung genau das, was den Pferdekörper gesund erhält. Die Evolution hat den Pferdekörper zu einer Hochleistungsmaschine gemacht. Die meisten Pferde heutzutage stehen sich kaputt und langweilen sich zu Tode.
Sehr viele Pferde, mit denen man korrekt und anständig umgeht, lieben es geritten zu werden. Da geht es auch mal schneller vorwärts, da ist man auch mal paar Stunden unterwegs. Draussen. An der frischen Luft. Pferde sind im Kopf mittlerweile enorm leistungsbereit. Die WOLLEN was tun. Das ist das Ergebnis harter Selektion, unter anderem durch härteste Wettkämpfe (siehe Distanzbereich), durch harte natürliche Selektion (Island, Mongolei) durch Kriege (siehe Trakehner, Lipizzaner, Berber, Araber, alle Russen etc.) und durch lange, lange züchterische Selektion.
Man kann Pferde auf der Weide stehen lassen und sich das schönreden als "so natürlich". Dann aber muss man auch der Tatsache ins Auge sehen, dass man ein hoch intelligentes Tier in einem künstlichen Umfeld stehen lässt. Pferde sind teilweise Steppenbewohner, teilweise Waldbewohner. (siehe Wildpferde in Alberta oder Neuseeland) Die laufen kilometerweise, durch unwegsames Gelände, die sind den ganzen Tag beschäftigt. Die schaufeln sich nicht den ganzen Tag Turbogras in den Bauch. Der grösste Teil von unseren Weiden sind langweilig flach, viel zu nahrhaft, bieten keine Stimuli etc. So dermassen mega rosa Happy World ist reine Weidehaltung für Pferde nicht immer. Man muss einiges tun, damit Weidepferdleben für das Tier gut ist, nicht nur für das Gewissen des Menschen.