Bevor ich mich aus dem Thema komplett zurückziehe, hätte ich noch eine ganz konkrete Bitte.
In diesem Thread wird immer wieder behauptet, es gäbe Studien, die belegen würden, dass Hunde in Mehrhundehaushalten grundsätzlich einen erhöhten Cortisolspiegel haben. Ich habe dazu selbst recherchiert und konnte keine entsprechende Studie finden, die sich auf klassische private Mehrhundehaltungen bezieht.
Was sich finden lässt, sind Untersuchungen aus ganz anderen Kontexten. Zum Beispiel Studien aus dem Tierheim, in denen Einzelhaltung mit Paar oder Gruppenhaltung verglichen wurde, teils mit Cortisolmessungen über Urin und begleitender Verhaltensauswertung (z. B. PLOS ONE Studie zur Einzel und Paarhaltung im Tierheim). Außerdem Arbeiten aus der Zwinger oder Kennelhaltung, in denen Hunde ohne freie Partnerwahl, mit wechselnden Gruppen und stark eingeschränkten Rückzugsmöglichkeiten untersucht wurden (z. B. Grigg et al., Pair Housing of Kennel Dogs). Auch dort ist das Ergebnis nicht pauschal mehr Hunde gleich mehr Stress, sondern sehr abhängig von Zusammensetzung, Management und Struktur.
Was ich nicht finden konnte, ist eine Studie, die zeigt, dass gut gemanagte private Mehrhundehaushalte per se zu erhöhtem Cortisol oder negativem Stress führen. Zumal Cortisol in der Forschung sehr vorsichtig interpretiert wird, da es nicht nur bei Angst oder Überforderung ansteigt, sondern ebenso bei Aufregung, Erwartung, Spiel oder sozialer Interaktion.
Wenn hier also immer wieder auf eine konkrete Studie verwiesen wird, wäre es hilfreich, diese einmal zu verlinken oder zumindest namentlich zu nennen. Meine Recherchen haben bisher lediglich Studien aus Tierheim und Zwingerhaltung ergeben, die sich aus meiner Sicht nicht einfach auf private Mehrhundehaushalte übertragen lassen.
Aber ich bin lernfähig und würde mich dementsprechend über einen Link oder den Namen freuen.