Beiträge von Fuchshexchen

    Es gibt ja wohl wirklich nicht viel Schöneres auf der Welt, als abends frisch geduscht in ein schönes, frisch gemachtes Bett zu gehen. Genau darauf habe ich mich gestern den ganzen Tag gefreut. Also Bett abgezogen, Bettwäsche gewaschen, in den Trockner geschmissen und abends dann alles wieder fein säuberlich frisch bezogen.

    Während ich das Bett beziehe, dürfen die Hunde nicht ins Schlafzimmer. Ich wende dabei auch die Matratze, und bei einer Matratze von zweimal zwei Metern möchte ich niemanden zwischen den Füßen haben. Dazu kommt die Bettdecke in 220 x 240, was das Ganze ohnehin zum Krafttraining macht.

    Irgendwann war es dann geschafft. Das Bett weich, duftig, flauschig, PERFEKT. Die Hunde durften wieder ins Schlafzimmer, ich bin nur noch schnell ins Bad Zähne putzen gegangen.

    Casper fand das Ganze offenbar zum KOTZEN. Und zwar wortwörtlich. Auf mein FRISCH GEMACHTES Bett.

    Er hätte den ganzen Tag Zeit gehabt zu kotzen. Er hätte kotzen können, während ich das Bett bezogen habe. Im BAD. Im FLUR. IRGENDWO. Aber nein. WARUM GENAU musste es mein SCHÖNES, FRISCH BEZOGENES Bett sein????

    Man kann auch mitten in der Pubertät sinnvoll trainieren, aber es hilft sehr, die Erwartungen realistisch zu halten und Training klar von Management zu trennen.

    Pubertät heißt nicht, dass im Kopf alles ausgeschaltet ist, sondern dass Reize schneller und stärker durchschlagen. Der Abruf ist also nicht weg, sondern in bestimmten Momenten einfach nicht mehr abrufbar. Genau da liegt der Punkt. Training wirkt, aber es wirkt langsamer und nicht linear. Es gibt Fortschritte, Rückschritte und Tage, an denen scheinbar gar nichts geht, obwohl man alles richtig macht.

    Was in dieser Phase enorm wichtig ist, ist Absicherung. Nicht als Strafe oder Einschränkung, sondern als Verantwortung. Schleppleine ist ein Werkzeug, um unerwünschtes Verhalten nicht weiter zu festigen. Jeder erfolgreiche Abgang zu Hund oder Mensch trainiert sich sonst selbst. Das Gehirn merkt sich, dass es sich lohnt. Das macht es deutlich schwerer.

    Parallel dazu kann man sehr gut weiter am Rückruf arbeiten, aber gezielt. Weniger Wiederholungen, dafür bessere Setups. Große Distanz, wenig Ablenkung, dann langsam steigern. Und ganz wichtig, der Rückruf darf nicht inflationär benutzt werden. Lieber einmal rufen und absichern als zehnmal ins Leere. Belohnungen dürfen in dieser Phase ruhig absurd gut sein. Pubertät ist hormonell gesehen ein Ausnahmezustand.

    Was man oft vergisst, ist die Frustrationstoleranz. Ein junger Labrador, der immer zu allem darf, lernt nicht automatisch, sich zurückzunehmen. Gezieltes Nicht-Hingehen, Beobachten aus Distanz, gemeinsam stehen bleiben und runterfahren, das sind Dinge, die langfristig sehr viel bringen. Das kostet Zeit und Nerven, zahlt sich aber aus.

    Ihr seid da auf einem völlig normalen Weg. Das fühlt sich gerade nur größer an, als es ist.

    Beim Lesen wird deutlich, dass das hier keine einzelne Eskalation war, sondern das Ergebnis einer Entwicklung über einen langen Zeitraum. Es gab immer wieder Streit, Spannungen und impulsives Verhalten, das nicht strukturiert aufgefangen wurde. Statt klarer Regeln, konsequentem Management und Führung mussten die Hunde vieles unter sich regeln. Das erzeugt dauerhaft Stress und Unsicherheit und bleibt nicht folgenlos.

    Ein großes Grundstück ersetzt weder Erziehung noch Führung. Mehrere Hunde regeln Konflikte nicht automatisch sinnvoll, nur weil sie zusammenleben. Ohne klare Strukturen, ohne konsequentes Ressourcenmanagement bei Futter, Ruheplätzen und Abstand und ohne aktives Eingreifen des Menschen verdichten sich Konflikte immer weiter. Genau in so einem Rahmen entstehen Dynamiken, die sich verselbstständigen.

    Mit Kira kam ein weiterer Hund in ein ohnehin instabiles Gefüge. Ab diesem Punkt veränderte sich die Situation deutlich. Es ging nicht mehr um gelegentliche Reibung, sondern um anhaltenden Druck, gezielte Übergriffe und eine klare Schieflage innerhalb der Gruppe. Das Problem lag nicht in einzelnen Situationen, sondern in der Gesamtkonstellation.

    Die Beißerei war die Konsequenz dieser Entwicklung. Mehrfaches Beißen in Rücken, Nacken und Gesicht ist kein normales Konfliktverhalten mehr, sondern eine massive Eskalation. Ab diesem Punkt hat sich für alle Beteiligten etwas grundlegend verschoben.

    Dass es sehr wahrscheinlich nicht mehr funktionieren wird, ergibt sich aus dem, was beide Hunde gelernt haben. Kira hat verinnerlicht, dass von diesem Hund Gefahr ausgeht. Irk hat verinnerlicht, dass Jagen, Vertreiben und Beißen für ihn funktioniert. Beide leben seit Monaten unter Trennung, Frust und Dauerstress. Das baut keine Stabilität auf, sondern verstärkt bestehende Probleme.

    Ein erneutes Zusammenführen würde kein entspanntes Zusammenleben bedeuten, sondern ein dauerhaftes Hochrisiko-Management mit Trennung, Maulkorb, Kontrolle und ständiger Aufsicht. Das ist kein tragfähiger Alltag, sondern eine permanente Belastung.

    In diesem Zusammenhang stellt sich zwangsläufig die Frage, wie der Alltag dieser Hunde überhaupt aussieht. Werden sie regelmäßig geführt, erzogen, körperlich und geistig ausgelastet, gehen sie strukturiert spazieren, haben sie Aufgaben und Orientierung am Menschen oder besteht ihr Leben im Wesentlichen daraus, sich auf dem Grundstück selbst zu beschäftigen und Konflikte eigenständig auszutragen? Diese Frage ist zentral, weil fehlende Auslastung, fehlende Führung und fehlende Erziehung in Mehrhundehaltung keine Nebensache sind, sondern genau die Grundlage für solche Entwicklungen