Beiträge von WorkingDogs

    Einfach einschläfern und neuer Hund?

    Ja. Hund ins Tierheim, neuer Hund ist ja nun auch das selbe Ergebnis.

    Für unsere Hundehaltung sterben sowieso Tausende von Nutztiere.

    So sind die Menschen nun mal. Den höchsten Lerneffekt hätte es, wenn sie das Tier ein Leben lang behalten müssen.

    Lernen über den eigenen Geldbeutel und persönliche Einschränkungen funktioniert immer noch am Besten.

    Das wäre natürlich praktisch. Dann kann man es einfach nochmal mit dem nächsten Hund versuchen. Was soll's ist ja nur ein Tier ohne eigenes Lebensrecht und halt da, damit ich mich als Mensch damit Vergnügen kann.

    Naja, mal ehrlich, als würde die Abgabe im Tierheim den Besitzer zur Selbstreflektion bewegen. Ich denke der Tod des Tieres ist eine nachhaltigere Lernerfahrung als die Abgabe im Tierheim.

    Der Tierschutz kann nicht noch dafür leisten müssen, die Fehlanschaffungen von Hundebesitzer abzufangen, damit der eigene Geldbeutel nicht überlastet wird oder die traumvorstellung von Hundehaltung sich nicht verwirklicht. Dann muss man für seine Fehlanschaffung halt einen Kredit aufnehmen um die Unterbringung zu gewährleisten. Und auch dann werden sich nicht ausreichend Plätze finden, weil es gar nicht genug Menschen gibt die Lust haben sich selbst zu gefährden und einzuschränken und deren Verständnis von Tierschutz darin besteht die ausgearteten Fehlanschaffungen anderer aufzufangen.

    Was ich daran immer so perplex finde, ist, das es ein Bereiche ist, wo es als Tierschutz gelten soll, die Tiere in ein schlechteres Umfeld zu geben aus dem sie vermutlich nie wieder rauskommen. Vorher waren sie in einer Familie, hatten ggf. einen Trainer, Einzelbetreuung, tierärtliche Versorgung, usw. Und von dort aus sollen sie nun in eine Sammelstelle. Das ist kein Tierschutz, hier geht es rein darum dass der Besitzer möglichst angenehm aus der Situation kommt. Im Gegensatz zur Einschläferung wird das Problem und die Gefährung aber nur verlagert. Andere sollen dafür Gerade stehen.

    Das ist ein so ganz anderer Schnack als das was Tierschutz eigentlich bedeutet, den Tieren ein besseres Leben zu ermöglichen und kein schlechteres. Kastrationsprojekte, Tiere aus schechter Haltung (Beschlagnahmung), Fundtiere, Wildtierhilfen - DAS ist Tierschutz. Aber doch nicht die Übernahme von "Problemhunden" weil Lieschen Müller ne Lebenskrise bekommt wenn sie ihrem Rottweile einen Zwinger in den Garten bauen muss und nicht genug Geld für Trainerstunden einkalkuliert hat. Es gibt übrigens auch Vereine in denen man viel lernen kann und die Hilfestellung bieten. Ist oft nur mehr Aufwand als ein beruflicher Trainer, dafür kostengünstiger.

    Es ist halt auch einfach gesagt das man "Verantwortung" übernehmen und die Konsequenzen daraus zu tragen hat. Weil was heißt das genau? Wenn ich einen Hund im Haus habe der durch meine falschen Erziehungsversuche über die Zeit so stark eskaliert, das mitunter meine eigene Unversehrtheit auf dem Spiel steht. Wie soll man dann Verantwortung übernehmen, wenn es keine Stellen gibt wo man so ein Tier hin geben kann wenn man zusätzlich das Geld für eine teure Trainer Unterbringung nicht hat.

    Es muss einen legalen Weg geben solche Hunde einschläfern zu dürfen. Dann wäre die Alternative dafür, dass man sein Leben nicht dem Hund anpassen kann und sich eine kostenpflichtige Unterbringung nicht leisten kann, dass man den Hund auf eigene Kosten einschläfern lässt. Und ja, ich sehe die Verantwortung hier bei den Besitzern und nicht beim Tierschutz, sonst heißt es hinterher nur wieder "der böse Tierschutz hat unseren Hund eingeschläfert und nicht in ein passendes Zuhause vermittelt". Man darf dem Tierschutz nicht die Möglichkeit nehmen selbst zu entscheiden welche Privathunde sie aufnehmen und vermitteln können.

    Es gibt keinen Anspruch auf Hilfe. Dazu gibts ja hier und auch in einigen anderen Threads immer wiederkehrend Diskussionen. Es gibt keine individuelle staatliche Förderung für Abgabetiere. Entweder der Besitzer zahlt aus eigener Tasche. Oder das Problem der Finanzierung liegt bei den Helfenden. Die dieses Problem nicht verursacht haben.

    So lange der Hund nicht eingezogen wurde, ist er Privatvergnügen, im schlechten Fall aber auch Privatlast des Besitzers. Es ist schön, wenn er Hilfe findet, aber er hat keinen Anspruch darauf.


    Wollte man, dass alle verzweifelt Hilfe Suchenden auch Hilfe finden, dann müsste man die Finanzierung des Tierschutzes auf andere Beine stellen. Was auch wünschenswert wäre. Aber nicht realistisch. Wir kriegen als Gesellschaft (trotz gesamtgesellschaftlich betrachtet nicht weniger Ressourcen) ja nichtmal die wünschenswerte Hilfe für alle verzweifelt Hilfe suchenden Menschen hin :ugly:

    Ich denke gar nicht dass es nur an der Finanzierung liegt. Sich mit Problemhunden auseinandersetzen zu wollen ist auch im Tierschutz nicht das was der Großteil leisten möchte.

    Kein Geld der Welt kann negieren, dass die Arbeit mit solchen Tieren einfach "anders" ist, dafür braucht es schon ein großes Interesse bei den helfenden Händen sich bewusst mit diesen Hunden auseinander setzen zu wollen. Und dieses Interesse findet sich nicht in der Masse.

    Unser Verein hier beispielsweise hat gar nicht die Menschen für die diese Hunde, weil die Tierpfleger sich überwiegend fürchten. Die WOLLEN damit gar nicht arbeiten und sich selbst gefährden.

    Heißt, man hat da wahrscheinlich schon über viele Monate, Jahre was verbockt.

    Und so unangenehm das dann ist, dann muss man eben mal den Arsch in der Hose haben und für das Tier, dessen Leben man so versaut hat, Verantwortung übernehmen. Der Hund hat sich das Leben bei einer bestimmten Person ja nicht ausgesucht.

    So ist es. Klasse ist es auch wenn Vorbesitzer, Vereinskollegen oder Züchter mit Rat und Tat zu Seite stehen (inkl. Übernahmeangebote) der neue Besitzer aber in der Junghundezeit ewig rumdoktert, wo noch sehr viel zu retten wäre und dann wenn das Kind so richtig im Brunnen liegt, DANN muss das Tier weg. Verständlicherweise will zu dem Zeitpunkt aber keine mehr die Übernahme realisieren.

    Wo wendet man sich hin wenn es dringend ist, weil man sich selber in Gefahr sieht mit dem Tier weiter zu leben?

    Mein Mitleid hält sich da ehrlich gesagt in Grenzen. Hundeanschaffung lässt sich heutzutage so gut durchdenken und recherchieren, solche Fälle sind absolut vermeidbar. Dazu kommen dann oft noch Erziehungsdefizite und diverse Fälle wo die Schwere sich hätte vermeiden lassen.

    Im Endeffekt bleibt nur die Tötung von Hunden massiv zu vereinfachen, damit lassen sich die undurchdachten Anschaffungen am sinnvollsten ausgleichen, bzw. Es lässt sich so am sinnvollsten Verhindern das Dritte zu Schaden kommen weil man seinen Hund nicht korrekt halten oder erziehen kann.

    Dass die Tierheime zu Sammelstationen für unüberlegte Anschaffungen werden kann auch nicht Sinn der Sache sein.

    Was ich immer sehr schade finde, ist dieser Kampf zwischen Begleit und Arbeitshunden. Als wäre das eine besser oder schlechter. Ich schätze eine Ursache liegt darin, dass man Arbeitshunde als „Motivierter und begeisterungsfähig“ assoziiert und Begleithunden zuschreibt sie seien faule Couchpotatos. Klar ist das abwertend.

    Motivation ist nicht der Punkt von Arbeitshunden, sondern genetische Veranlagung zu Dingen die nur bedingt oder mit hohem Aufwand trainiert werden können.

    Raubwildschärfe, Nasenleistung, Härte, Griffe (Diensthunde dürfen beispielsweise nicht umsetzen im Griff!), Triebbereiche (ja, mir ist egal dass man das nur noch Motivation nennen soll), Schussfestigkeit (sehr hoch genetisch fixiert!), Bringfreude, usw.

    Der Trend zu immer dünneren Nerven existiert genauso bei den Arbeitshunden.

    Spaß an der Zusammenarbeit haben einen Haufen Begleithunde, die lassen sich teilweise sogar wesentlich besser motivieren. Aber das ist halt auch einfach nicht der Punkt um den es geht.

    An einem gewissen Punkt kommt man nie drum herum in der Szene aktiv zu sein. Auch bei Arbeitshunden werden Dinge gemacht und trainiert die selbstverständlich sein sollten. Auch dort ist mangelnde Objektivität und Schönrederei ein großes Thema und ich habe schon das Gefühl, dass das zunimmt. Kritik am eigenen Hund wird zunehmen persönlich genommen.

    Und selbst wenn die Leistung und das Wesen passt, dann ist da leider noch die Liebe Gesundheit wo man gewisse Dinge einfach Wissen muss, indem man sie mitbekommt.

    Je nach Land herrscht da aber tatsächlich noch mehr emotionaler Abstand und Kritik an einem Zuchthunde wird nicht direkt als persönliche Beleidigung aufgenommen. Und das ist schon viel wert. Aber auch da muss man sich auskennen was passt.

    Am einfachsten wäre es wohl mal zu schauen wo die anderen Lagotto so herkommen die man im Rettungsbereich kennengelernt hat. Wenn man da alleine auf weiter Flur ist, dann würde ich mir Gedanken machen und schauen welche Rassen mir alternativ gefallen haben und explizit welchen Hunde aus welchen Zwingern es mir angetan haben.

    Ich sehe das ganz simpel. Wenn ich als Züchter auf Arbeitsleistung züchte, dann brauche ich Zuchthunde die Arbeitsleistung erbringen und muss selbst aktiv sein um zu wissen worauf es überhaupt ankommt und das die eigenen Hunde das leisten können.

    Wenn eine Rasse solche Züchter nicht hat, dass ist das Zuchtziel Begleithund. Was ja kein schlechtes Zuchtziel ist! Es ergibt sich Aber selbstverständlich aus dem Einsatz der Hunde. Jemand der keine Arbeitsleistung braucht wird ja hoffentlich viel Wert auf eine hohe Alltagstauglichkeit legen und da keine Abstriche machen. Das führt nun mal

    Zu Hunden die nicht mehr optimal auf einen Leistungsbereich geeignet sind.

    Man kann nichts züchten von dem man keine Ahnung hat und was man selbst nicht benötigt.

    Vielleicht sprechen wir hier ja gar nicht von Aggressionsverhalten.

    Nicht wenige Hunde werden von Kindern im Beutebereich getriggert. Und dann ist da auch nichts mehr mit Kommunikation.

    Aber wie jetzt schon die ganze Zeit geschrieben wurde: es war doch niemand dabei!