Beiträge von WorkingDogs

    WorkingDogs Ich schrieb allerdings von "unnötigen Einschränkungen bei Hunden" nicht von "Leid". Dein Post ist dahingehend ziemlich OT. Mittlerweile gibt es auch Insektenfutter für Hunde. Was dann wiederum mit weniger Leid verbunden ist, wäre auch wieder eine philosophische Frage. Wertet man jedes Leben gleich oder nimmt man Abstufungen vor? Und was wäre die Begründung, Abstufungen vornehmen zu dürfen? Führt hier aber zu weit.

    Aus dem Blickwinkel finde ich es verwerflicher Hunde anzuschaffen die ihr Leben an der Leine fristen müssen. Dann doch lieber verkrüppelte Vibrissen und Scherfell. Denke das hat für den Hund weniger Relevanz.

    Und wer bestimmt wie und ab wann z.b. Wesensprobleme so sind um als Qual definiert zu werden?

    Je mehr das Wesen in die Richtung „Wildtier“ selektiert wird. Hunde passen ja so gut in unsere Welt, weil sie sie charakterlich so weit domestiziert haben. Je mehr die Selektion jetzt wieder Richtung scheue, angst, fehlende Anpassungsfähigkeit, Stressresistenz und meiden geht, desto unpassender werden sie als Haustier.


    Ganz extrem, Wolfshybriden.

    Die grundsätzliche Frage ist doch, ob man unnötige Einschränkungen bei Hunden aufgrund persönlicher Präferenzen hinnehmen will oder nicht. Ich zumindest will das nicht. Eigentlich ist auch das TSchG da relativ klar, es mangelt halt an der konsequenten Umsetzung. Daraus leite ich für mich nicht ab, daß ich mich dann auch nicht danach richten sollte. Wenn andere das anders so sehen wollen, fein, aber "not my cup of tea".

    Du nimmst mit der Haltung von Hunden immer Leid in Kauf, weil dein Hund nicht von Luft und Liebe lebt.

    Und da kann man noch so oft „Whataboutism“ quaken, wenn wir ernsthaft dort sind dass wir bei Hunden über Scherfell und Vibrissen über Leid oder Qual reden, aber es bei Nutztieren voll ok ist wenn denen die Knochen brechen aufgrund der „Leistung“, dann ist das für mich nicht Whataboutism, sondern einfach nur noch Pervers und Dekadent.

    Was mich eher stört ist der häufig absolut kaputte Körperbau unter der Wolle

    Beim Pudel? Eigentlich haben die doch einen recht ausgeglichenen Körperbau, sind trocken im Gebäude ohne Expression und Allrounder ohne körperliche Extreme.

    Beim Pudel stört mich vor allem der Schafhals. Das ist für mich auf jeden Fall ein körperliches Extrem.

    Scherrassen gibts ja aber mehr als nur Pudel. Malteser, Havaneser, uvm.

    lang, zu steil gewinkelt, überbaut, schlechte Rücken, Plattfüße, springende Sprunggelenke.


    Ich finde aber in der Tat dass der Pudel da am besten dasteht und im großen und Ganzen ausgewogen ist! Wie gesagt, ich beziehe mich auf alle Begleithunde-Scherrassen.

    Du kannst noch ganz oft erklären, dass in der Arbeit mittlerweile andere Rassen populärer sind und die Scherrassen heute in der Arbeit keine Rolle spielen. Das ändert aber nichts daran, dass sie nicht für ihr Aussehen gezüchtet wurden, sondern für die Arbeit.

    Natürlich wurden sie für ihr Aussehen gezüchtet, anders kannst du das Scherfell nicht genetisch fixieren und auch die Arbeitseigenschaften nicht. Auch bei der Größe der Hunde denkt man sich doch was. Pudelfell wird mWn nur durch Reinzucht in der Form erhalten, weil viele Parameter rezessiv sind. Ich bin aber kein Experte.

    Das Aussehen und Arbeit so stark auseinandergehen ist doch eine sehr neue Erscheinung, früher ging das ganze mehr Hand in Hand.

    Es ist auch nicht schlimm, Hunde auf Aussehen zu züchten. Ich finde sogar, dass viel zu wenig auf ein korrektes Gebäude geschaut wird, grade bei Scherrassen fällt mir das immer wieder auf, wenn der „Sommerhaarschnitt“ ansteht.

    Meine Aussage war lediglich, dass man, wenn man tatsächlich ein Zuchtverbot für Scherrassen haben will (ja, das ist ein Gedankenexperiment), weil die Selektion nach Fellmutation zu Dysfunktionalitäten geführt hat, auch die Rassezucht von allen Rassen mit Showlinie verbieten muss, weil bei nahezu all diesen Rassen auf Dysfunktionalitäten selektiert wurde.

    Ja, kann man argumentieren. Man kann sich aber natürlich auch auf einige Merkmale abstimmen und bei anderen Merkmalen toleranter sein. Da spricht ja nichts gegen. Ist zwar blöd für den, den es trifft, aber ich sehe nicht wieso da Gruppenzwang herrschen muss.

    Meine Aussage war:

    WorkingDogs hat dann eine Aussage zu Pudeln und Lagotti gebracht, dass diese große Beliebtheit aufgrund Nichthaarens haben.

    Meine Aussage ist: ja, und das sind genau die Rassen (von den genannten), die in Deutschland als Begleithunde am Beliebtesten sind.

    Du darfst nicht vergessen, dass man sich auch züchterisch ausprobieren muss und nicht immer alles so aufgeht, wie man es sich erhofft hat.

    Arbeitstechnisch scheint sich die Funktion des Scherfells nicht bewährt zu haben, von einem vollwertigen Jagdhund kann man so oder so nicht sprechen bei den genannten Rassen. Es waren Spezialisten am Wasser und Gehilfen von Fischern.

    Sehr viele Arbeitsinhalte fehlen schlicht.

    Auch an den Herden dominieren Rassen mit langem, doppellagigem Fell nicht. Oder das was man vor Ort sieht hat mit der Version hierzulande nur wenig zu tun. Fellqualität ist ja auch sehr Ausschlaggebend und die ist in der Rassehundezucht doch gar nicht mehr so gegeben, dass harsches und robustes Ziegenhaar das Ziel ist.

    Damit hast du dann die beiden Rassen herausgepickt, die in Deutschland als Begleithunge am populärsten sind. Weltweit sieht das dann bei den Scherrassen schon anders aus.

    In Italien werden Lagotti auch heute noch von Jägern gezüchtet und draußen in Zwingern gehalten. Pumis sieht man in Ungarn auch am Vieh. Und das gilt für so ziemlich alle diese Rassen (vom Pudel abgesehen).

    Lagotto sind auch in Italien keine vollwertigen Jagdhunde.
    Nein, Scherrassen dominieren nicht, auch nicht weltweit.

    Nur weil es Liebhaber gibt, heißt das nicht dass diese Hunde das Optimum darstellen. Auch in der Arbeitswelt gehen einige nach Liebhaberei und Optik.

    Wenn du nach Leistung schauen willst, dann guckst du was State-of-the-Art ist.

    Das ist nicht der Curly, das ist der Labbi.
    Das ist nicht der Laekenois, das ist der Mali.
    Das ist nicht der Boxer, nicht der Pudel, nicht der Barbet, nicht der Lagotto.
    Nicht der Bearded, sondern der Border.

    Diese Hubdetypen haben sich nicht durchgesetzt. Auch nicht weltweit. Und sowas hat immer seine Gründe. Es mag da regionale Abweichungen geben, aber grade weltweit gibt es da ganz klare Favoriten.

    Und das Modell ist meistens ziemlich einfach gehalten, robust und ohne viel pflegeaufwand.


    Auf der anderen Seite haben sich die Scherrassen dort etabliert, wo sie einen praktischen Grund haben: als Begleithund. Und ich kann es verstehen, ich habe Stockhaarige Hunde, die Haaren wie nichts Gutes.

    Je mehr man weiß, desto besser kann man Entscheidungen für die Hunde treffen.

    Ich verstehe nicht worauf du hinaus willst.

    Wir wissen, dass Schlappohren gesundheitliche Einschränkungen mit sich bringen, eine Entscheidung für Hunde heißt also nicht „Schlappohren, Ja“. Welcher Hund profitiert denn da heutzutage noch von? Das ist ein Merkmal welches es im Grunde nicht braucht, jedenfalls nicht bei Begleithunden.

    Die Frage die man sich stellen muss ist meiner Meinung nach, welche Merkmale wir tolerieren, obwohl wir wissen dass diese für die Hund nachteilig sind. Der Kompromiss bei den Kurznasen wäre ja auch sowas wie 1/2 oder 1/3 Nasen.

    Aber wo in aller Welt soll es da Pro-Hund sein? Das sind reine Entscheidungen für uns Hundehalter.

    Ist ja auch ok, aber warum kann man nicht dazu stehen? Warum muss alles so hingebogen werden, dass es für den Hund doch keine Einschränkung hat? Hat es, aber manche Dinge sind so minimal dass man doch auch einfach damit seinen Frieden finden kann.

    Ich wüsste nicht, dass diese Fragen abschließen geklärt sind. Aber sie wären mMn Grundlage dafür, um zu sagen, ob Vibrissen nun überflüssig sind oder nicht.

    Was soll denn daran überflüssig sein? Natürlich ist es eine Einschränkung, genauso wie Schlappohren eine sind.

    Die Frage ist, wo man es einfach gut sein lässt damit etwas an den Pranger zu stellen.