Beiträge von WorkingDogs

    Frust im Hundetraining lässt sich eh nicht gänzlich vermeiden. Die Frage ist aber, wie kann ich Frust "sinnvoll" einsetzen und wie bringe ich dem Hund aber auch bei, mit Frust umzugehen...

    Der Sinn von Hundetraining ist doch, dass ich Einfluss nehmen kann auf meinen Hund. Vor allem im Alltagstraining. Dass das was geübt wird eben nicht nur unter Laborbedingungen klappt.

    Frust und Konflikte zeigen einem wunderbar Trainingsbedarfe oder auch Trainingserfolge auf.

    Frust auszuhalten kommt doch nur zustande wenn es für den Hund einen Anlass gibt Frust zu haben. Ich sehe keinen sinnvollen Grund wieso mein Hund Frust haben sollte, nur weil er durch die Leine begrenzt wird. Es ist doch viel schwieriger einem Hund beizubringen Frust zu ertragen als situativ keinen Frust aufzubauen. Ein Hund kann auch viel länger beispielswiese an der Leine gehen wenn er dabei emotional ausgeglichen-positiv ist, als wenn er ständig "Frust hat" den es zu händeln, zu ertragen, auszuhalten und zu managen gilt. Wo kleinste Tropfen reichen damit das Fass doch wieder überlauft. Gleiches beim Deckentraining oder während Kommandos im Gehorsam.

    Frust macht dort Sinn, wo ich möchte dass ein Hund sich mehr anstrengt für seine Belohnung und wo ich Verhalten so richtig herausarbeiten und festigen möchte. Bellen durch vorenthalten der Beute, Vorenthalten der Bestätigung damit der Hund sein Verhalten intensiviert, Erregungslevel hochfahren den Hund negativ ärgern und dann kanalisieren in eine positive Spannung. Frust ist auch hier kein Dauerzustand, weil das nur unnötige Energie frisst und viel zu negativ wäre.

    Mir fällt kein Moment im Alltagstraining ein, wo ich das gebrauchen könnte oder auch diese emotionale Erregung fördern wollen würde. Also unterbinde ich das und sage "hier nicht!".

    Wie würdest du in einer Situation wie im Video mit dem Hund umgehen? 12 Wochen alt, nicvkein Gehorsam möglich, frustriert, weil er irgendwo hin will, wo er in dem Moment nicht hin kann? Die Frage ist nur aus Neugierde - ich finde verschiedene Ansätze unglaublich spannend!

    Dem Hund vermitteln, dass ich das nicht möchte über Strafe und das was ich möchte über Belohnung. Genauso wie beim anknabbern von Möbeln, beißen in die Leine und so. Grade so kleine Welpen lassen sich doch noch viel besser beeindrucken als Jungspunde oder gar Erwachsene wo das Verhalten auch schon so richtig gefestigt wurde.

    Also, das ist bei uns ja laufend Realität, du holst nen Welpen, gehst zum Hundeplatz und da hat man immer mal einen dessen erste Aktion es ist frustriert zu sein. Die dürfen auf der Terrasse sitzen, die dürfen Schutzdienst gucken, Unterordnung gucken, aber natürlich nicht mitmachen und sollen sich auch nicht dumm aufregen.

    Bei manchen Rassen möchte man schon dass die sich beim gucken aufregen, weil die sonst nicht ausm Quark kämen, die bieten den Frustaufbau aber auch nicht so an.

    Natürlich kann ein Hund im Frust lernen. Wir nutzen Frust häufig in der Ausbildung und wollen züchterisch auch Hunde haben die sich über Frust ansprechen lassen. Hunden lernen da sogar sehr gut, häufig nur nicht das, was der Halter sich erhofft :grinning_face_with_smiling_eyes:

    Abbruch (lass das) und Umlenken (das wäre eine Alternative) sowie den Hund unter Gehorsam stellen (bleib Leinenführig, Liegen, whatever), auch in Trieblagen und während Konflikten.

    Einen null Fehler Hund kann ich definitiv nicht führen.

    Es sind definitiv keine null Fehler Hunde. Wie gesagt, eine Hündin ist auch nicht so kernig wie Rüden und auch kleiner und leichter.

    Letztendlich muss man sich halt anschauen ob es passt und man sich mit diesem Typ Hund wohlfühlt.

    Sie haben viele Vorteile, aber eben auch Nachteile und man muss schon grundsätzlich kernige Hunde mögen.

    Passieren kann einem das aber auch beim Airedale Terrier, die sind auch nicht immer nur einfacher in allem und können genauso pöbeln, aggressionsverhalten zeigen, schwierig mit Ressourcen sein. Hundesportlich auf jeden Fall schwieriger, weil weniger gut veranlagt.

    Naja, es gibt ja auch noch sowas wie Gehorsam und grade wenn ein Hund für hohe Triebbereiche ausgebildet ist sollte der nicht out-of-control sein nur weil man Schiss im Dunkeln hat. Das ist schlicht ein Ausbildungsfehler wenn das passiert.

    Ja, aber aus eigener Erfahrung kann ich sagen, das ist als Anfänger eben nicht immer so einfach. Dieser schlichte Fehler/einfach unter Gehorsam stellen mag für Erfahrende leicht zu händeln sein, als Anfänger nicht immer so :woozy_face:

    Ich widerspreche. Es gibt Anfänger die sich damit sehr leicht tun und es gibt ganz erfahrene Hundehalter die das niemals hinbekommen. Es ist Typfrage, deshalb muss einfach jeder schauen was für ihn passt und womit er zurecht kommt.

    Aber, deshalb schreibe ich ja auch: sucht euch einen Verein. Beim DSH gibt es Linien die sich unterscheiden, was man nicht machen sollte ist blind irgendwas kaufen.

    Dann vielleicht doch lieber eine Hündin :???: Was heißt durchsetzen? Ein Warnschnappen oder "nur" knurren? Ich habe mir mal Bilder angesehen, die schwarzen sind ja wunderschön. Erinnern mich an die Belgischen SH, die Groenendael. Aber echt viele Linien, ja. DDR, Altdeutsch etc.

    Einem Anfänger würde ich eher eine Hündin nahelegen.

    Im Idealfall erstickt man "gegenangehen" natürlich im Keim, aber ja, zum Beispiel knurren weil man dem Welpen oder Junghund was verbieten will. Dann sollte es eigentlich auch nicht mehr werden. Leider wird sowas heutzutage gerne tottrainiert und nicht einfach im Keim erstickt, so dass dann gerne mal ein Thema draus wird. Tauschgeschäfte und sowas meine ich damit und kein "Freundchen, mich anknurren ist nicht!" oder es wird sich gar gefreut dass der Dreikäsehoch seine Grenzen kommuniziert. Mag bei anderen Rassen gehen, ist beim Gebrauchshund eine absolut dumme Idee und der Anfang vom Ende. Es geht auch nicht darum, dass man dann anfängt dem Hund ständig Futter oder sowas wegzunehmen. Einfach dieses Gefühl dafür was ok ist und was nicht und das dann auch kommunizieren zu können.

    Ich habe einen AL/FT Labrador verkauft wo mich irgendwann die neue Besitzerin ganz erstaunt kontaktiert hat, die Hündin würde ihr Spielzeug ja gegen die anderen Hunde verteidigen wollen ob ich das auch mal gehabt hätte und wie sie damit umgehen soll. Ja nun, sag ihr doch mal dass du das nicht möchtest oder pack Spielzeug weg war meine Antwort. Die Hündin kannte ein "Nein" ja sogar sehr gut. Und nein, ich meine damit keine Gewalt gegen den Hund, aber einfach ein Mindset, keine Angst zu bekommen bei sowas, sondern führen zu können und Standing zu haben. Ein gewisses Selbstbewusstsein. DAS ist der Punkt wieso die heutzutage häufig schief gehen und nicht weil den Hunden der Hundesport fehlen würde. Die Hündin ist kernig für die Rasse, sowas kennt und möchte man dort eher nicht haben. Dafür war die auch hammer mit Raubwild. Deshalb kann man AL Labbi eher nicht mit Gebrauchshunden vergleichen, weil denen dieses kernige fehlt.

    Dieses ganze geblubber um Führung, Mindset, Standing und Gefühl gilt natürlich nicht für jede Rasse, aber bei Gebrauchshunden trifft es sehr gut zu und für die sollte man so ein wenig der Mensch dafür sein.

    Das trifft auch nicht auf alle Arbeitshunde zu, manche Typen ticken ganz, ganz anders. da muss man schauen was einem liegt.

    Darf ich fragen, wo du ungefähr wohnst? Vielleicht kann ich mir das mal vor Ort anschauen, wenn das ginge.

    Norddeutschland, bei uns kann man natürlich auch gucken kommen.

    Wir wären sowieso eher für einen Rüden, weil ich keine Lust auf die Läufigkeit hatte und ich mir dachte, damit versteht sich die Schweizer Schäferhündin meines Onkels eher, wenn wir zu Besuch sind.

    Rüden sind schon gerne mal deutlich kerniger, dass muss euch auf jeden Fall bewusst sein. Vor allem sollte man keine Angst vor Hunden haben die sich bei Korrekturen auch mal durchsetzen wollen. Da wärt ihr beim Airedale auf jeden Fall auch gut beraten, die sind unterm Strich auch eher in den Maßen die ihr euch vorstellt. Ein DSH Rüde geht bei 35kg ja oft erst los.

    Ich habe oft gehört, dass die "DSH in sanft" sein sollen.

    Ich finde ja eher, dass denen die Wesensfestigkeit und das Nervenkostüm fehlt.

    Und weniger Trieb ist ja nichts positives wenn man Sport machen möchte.