Beiträge von WorkingDogs

    Verletzungsrisiko ist echt sowas, das ist bei denen die ja „nichts erreichen wollen“ meiner Erfahrung nach viel schlimmer als bei den Profis.

    Genauso das Thema Gesundheit, da hat sich die letzten Jahrzehnte ja beispielsweise beim DSH absolut viel getan grade weil die Sportler keine Lust mehr haben dass sie kaputte Hunde haben sondern Sport machen wollen. Sport treibt Gesundheit massiv an, auch die Vereine sind oft Anreger und Geldgeber im Forschungsbereich.

    Inwiefern hat man dann immer noch ein Ranking, wenn es kein SG, V usw. mehr gibt, sondern nur noch ein "bestanden"?

    Aber du musst doch unterteilen. Selbst bei den Jagdhunden die je nach Verein wirklich sehr unterbindend sind was Schausport angeht hast du Wertnoten. Manch eine Winkelung ist nun mal besser als eine andere (auch im Hinblick auf sowas wie Kreuzbänder!), manch ein Bindegewebe ist nun mal fester als ein anderes und der normale Hundehalter sieht das auch nicht unbedingt, dafür gibt es ja Richter und Zuchtschauen die möglichst viele Hunde sehen.

    Das fette Hunde idealisiert werden findet man genauso im Begleithundebereich und sogar beim Menschen, das liegt nicht an Ausstellungen, das liegt an der heutigen Gesellschaft die den Blick dafür verliert. Das verschwindet nicht dadurch das Wertnoten wegfallen.

    Könntest Du dazu bitte noch ein bischen mehr sagen?

    Inwiefern haben Wettbewerbe (welche?) mit der Art der Ausbildung zu tun (außer, um dort den Stand abzufragen)?

    Und von welchen Innovationen redest Du?

    Warum würde sich die genetische Bandbreite verengen?

    Der Arbeitsbereich holt sich seine Anregungen sehr gerne im Sport. Auf Seminaren hast du Diensthundeführer, unser einer Platz arbeitet mit einer Diensthundeschule zusammen, die Bereiche tauschen sich aus und profitieren voneinander. Sport regt Innovation an, durch den Wettbewerb und damit einhergehend dem Zugzwang immer besser auszubilden. Auch bei Problem tauscht man sich aus und wendet sich gerne mal an versierte Sportler.

    Die Behörden selbst können nicht in den Umfang züchten wie es notwendig ist für eine gesunde Genetische Basis und die haben dafür auch nicht das Know-How, die finden das oft gar nicht lustig dass sie das plötzlich selbst tun sollen. Das ist alles immer sehr weit weg von den praktischen Möglichkeiten was sich da so überlegt wird momentan…

    Ich bin bei der No Blood Regel auch etwas hin und hergerissen.

    Bitte bitte nicht vergessen dass die FEI international ist. In vielen Ländern ist die Einstellung nun mal anders, daran wird man nichts rütteln! Wir haben hierzulande immer noch ein Tierschutzgesetz, Vetämter und die FN. Abwarten was hierzulande draus gemacht wird. Oft wird nicht so heiß gegessen wie gekocht.

    Bei den Hunden ist es so, dass es regionale Anpassungen gibt. Nach FCI darf ein Hund auch mit 12 Monaten die BH laufen, im VDH gibt es dazu eine Abweichung. So als Beispiel. Nur weil ein Weltverband etwas entscheidet werden nationale Gesetze nicht ausgehebelt und Anpassungen sind da möglich.

    Und übertriebenen Ehrgeiz, der einen dann vielleicht zu nicht mehr ganz so schönem Verhalten dem Tier gegenüber verleitet, kann ja schon ohne Wettbewerb entstehen,

    Ich kann aus Erfahrung sagen das sich da aktuell sowieso viel ändert. Wir haben nicht mehr die harten Hunde von vor 30 Jahren und genug Sportler lernen dass „mehr wollen“ gerne mal dazu führt dass man am Ende gar nichts mehr hat.

    Mehr Ehrgeiz geht ja nur mit Tieren die das, blöd gesagt, auch hergeben und selbst sehr viel wollen. Oder du musst halt ne richtige Koryphäe sein, aber das sind die wenigsten. Das geht nicht so einfach nur weil Mensch das will. Da denken viele zu einfach.

    Die meisten Zwänge entstehen dort wo Unwissen herrscht und gehen sehr oft damit einher dass nie eine Prüfung erfolgreich abgelegt wird, weil völlig dran vorbei gearbeitet wird.

    Wenn es um Selbstdarstellung und Mittel zum Zweck geht fang mit den ganzen Selbstdarstellern auf social Media an... Was da ganz ohne ( hohe) Prüfungen hinter den Kulissen abgeht/ gebilligt wird hat es schon in sich.

    Da geht’s ja teilweise so ab, dass die Hunde eine sportliche Prüfung überhaupt nicht schaffen würden. Und schon gar nicht konstant über mehrere Saisons.

    Nein, ohne den sportlichen Wettbewerb würde die Ausbildung in Arbeitsbereichen weniger innovativ sein und sich die Bandbreite der Genetik zu stark verengen.

    Allerdings muss der sportliche Bereich aufpassen nicht zu losgelöst von Anlagen zu werden.

    Letztendlich macht es auch einfach Spaß gemeinsam auf immer bessere Ausbildung und „höhere Ziele“ zu arbeiten, sich Gedanken zu machen und am Ende auch Lorbeeren zu ernten. Zu prüfen ob das was man sich monatelang überlegt auch am Tag der Tage aufgeht (denn das zählt auch im Dienst!).

    Auch genetisch macht es auf jeden Fall einen Unterschied ob ein Hund konstant leistungsfähig ist oder maximal ein Ortsgruppen-One-Hit-Wonder. Gibt da ja heute schon massive Unterschiede bei Knochen, Zähnen und Nerven.

    Generell sollte man aber aufhören immer einander was verbieten zu wollen, aber so ist das leider heutzutage. Man kann alles infrage stellen und am Ende hat niemand mehr was. Der eine findet Sport ist Qual, der nächste Scherfell oder Fellmassen, irgendwo haben nun mal alle recht weil es überall Extreme gibt und am Ende stehen wir alle ohne unsere Leidenschaft da.

    Manchmal wäre es einfach angebracht Dinge tolerieren zu können auch wenn man sie nicht nachvollziehen oder verstehen kann und sich auf Auswüchse zu beschränken.

    Hätte, könnte, würde, ich hab gehört, meine Cousine dritten Grades hat auch Pferde, mein Nachbar hat mal beobachtet….

    Ja, Profisport ist nicht immer schön, aber dieses Mitreden wollen ohne Ahnung ist eines der Hauptprobleme in der Tierhaltung. Gemeinsam mit der stillen Post.

    Alleine das Thema Stress, ich lache mich hier kaputt. Man gut das Pferde nicht aus Zucker sind, so wie hier offenbar vermutet wird.

    Genug Pferde würden die Arbeit mit ihrem Besitzer der Koppel sogar vorziehen, die muss man alles, aber nicht zwingen.