Beiträge von WorkingDogs

    Der Zweck ist ja erstmal zweitranging. Ich brauche einen kompetenten Trainer ob für eine Hundeschule oder einen Hundeverein und die muss man halt erstmal finden.

    In vielen guten Vereinen trainiert man recht eigenständig und man hat doch eher eine Gemeinschaft als ein Oberhaupt heutzutage.

    Ansonsten monetarisiert sich das Sportumfeld ja ebenfalls.

    Problematisch finde ich, dass man Hundeschultrainer werden kann ohne großartig Erfahrung zu haben, das in Vereinen zwar auch möglich, aber durch den Sportartenschwerpunkt zumindest doch etwas gedämpft. Außerdem ist es doch ein Unterschied, ob ich anderen Leuten die Fußarbeit versaue oder einen HSH mit Beißvorfall einschätzen muss.

    Das ist auch das was hier in den Schulen echt ein Problem ist, da toben sich Trainer für viel Geld an Problemhunden aus, verschlimmbessern ohne Ende weil ihre Theorien nicht aufgehen und es endet für Hund und Halter in vermeidbaren Abgaben.

    Ja, vor allem ist "Deckentraining" wie es oft gelehrt wird, auch nichts anderes als Beschäftigung. Selbst unser kleiner Pudel wurde ganz aufgeregt, als er verstanden hatte, dass er in der Hundeschule für Kopf ablegen belohnt wird. Laut der Trainerin ändert sich das, wenn man nur lang genug übt... :loudly_crying_face:

    Auch eine Hundeschule lebt von Kundenbindung. Vor allem in der heutigen Zeit wo es immer mehr Trainer*innen gibt.

    Manche Dinge tun sich besser, wenn man die Hunde einfach mal in Ruhe reifen lassen würde. Stattdessen baut man sich in der örtlichen Hundeschule lieber 87 Baustellen ein.

    Grade von jungen Hunden wird ja oft ein Verhalten verlangt, mein lieber Scholli, da wäre es manchmal wirklich besser gewesen sich für einen Senioren aus dem Tierschutz zu entscheiden.

    Grundsätzlich sehe ich aber auch, dass Hundetrainer oft einen sehr kritischen Blick auf Beschäftigung haben oder ganz ablehnen, weil Hunde dadurch angeblich nur aufdrehen und unruhig werden. Uns ist auch im Welpenkurs gesagt worden, dass wir Beschäftigung frühestens mit 1 Jahr anfangen sollen und bis dahin nur Ruhe üben. Spielen sollte man gar nicht mit Hunden, das fördert nur den Jagdtrieb.

    Naja, für aktive Hunde braucht man ja auch Konzepte die nicht zusammenfallen sobald der Hund nicht mehr das Energielevel eines Sofakissens hat :rolling_on_the_floor_laughing:

    Den Rat habe ich tatsächlich schon öfters bekommen und es macht für mich auch Sinn.

    Mein Mann ist leider komplett gegen DSH, selbst wenn es nicht LZ ist. Ich kann seine Sorgen verstehen. Er will nicht mal mit zum Schäferhundeverein bei uns. Ich denke, ich werde aber trotzdem hingehen und schauen.

    Wie gesagt, einen Airedale könnte ich mir auch vorstellen und ich persönlich denke dass die Zucht dort auch nervenstärker ist als bei den aktiven Collies. Airedales sind ähnlich dem DSH auch absolut kein Spezialist, keine Ahnung woher diese Behauptung kommt. Ein Schweißhund oder Border Collie wäre ein Spezialist.

    Optik kann man auch lieben lernen und danach sollte es wirklich nicht in erster Linie gehen. Airedale Welpen sind sehr niedlich und die bedenken sind doch meist vergessen wenn man die Hunde dann live erlebt und nicht nur von Bildern.

    Da wäre der KFT die Anlaufstelle, die haben ebenfalls Veranstaltungen und Ortsgruppen.

    Das was ich erlebe bei meiner Arbeit mit Hund und Mensch ist tatsächlich, dass die Menschen zu viel um den Hund herum tänzeln.

    Wobei das ja ein merkwürdiges Phänoment ist. Man kann ja auch viel mit seinem Hund machen, ohne dabei zu tänzeln und sich in Gedanken zu verlieren.

    Wenn jemand dauernd auf "Ruhe!!!1!11!!!" achtet, dann tänzelt derjenige ja nicht weniger um alles herum als jemand der jeglichen Blödsinn trainiert. Er tut es nur anders.

    Das Problem ist nicht sportliche Aktivitäten zu haben, sondern dieses 24/7 einwirken, kreiseln, regulieren und kontrollieren. Und aus Mücken Elefanten zu machen. Und anstatt sich selbst zu hinterfragen braucht es einen Schuldigen. In dem Fall dann gerne Training und Auslastung.

    LZ Labbi und WSS, mit anderen Schäferhunden habe ich keine Berührungspunkte. Mit Umgebung meinte ich jetzt nicht, dass ich die super gut kenne sondern das habe ich von den Besitzern gehört.

    Mein Rat wäre: egal welche Rasse du dir anschaust, schau ob dir die Elterntiere zusagen, insbesondere die Mutterhündin. Ob das ein Hund wäre, denn du sofort mitnehmen würdest. Wenn du die schon nicht haben wollen würdest, dann nimm auch keinen Welpen daraus, egal wie viel du vorher gelesen hast. An einem gewissen Punkt darf man sich auch einfach auf sein Gefühl verlassen und ein gutes Gefühl ist absolut wichtig.

    Damit fährt man auch innerhalb einer Rasse gut. Niemals würde ich einen Welpen von einer nervösen, unsicheren und kreischigen Hündin kaufen, egal wie sehr ich die Rasse mag.

    Wie gesagt, man muss halt wissen wie man tickt. Eine Bekannte in unserem Verein trainiert mit Berner Sennhunden für den IGBH Bereich und die ist super glücklich mit ihren Hunden, die liebt die Berner und hat in deren Rahmen auch wirklich tolle und aktive Hunde.

    Für andere wär das nichts, weil die natürlich weitaus weniger geeignet sind als die ganzen Gebrauchshunde, sie macht auch keinen Schutzdienst, aber sie selbst stört das eben überhaupt nicht.

    Andere würden sich stören und das ist dann auch nicht fair für den Hund. Aber sowas kann man vorher alles nicht sagen. Mehr als zu sagen dass das für die eigene Rasse passen könnte wenn xy kann man eben nicht.

    Grade IGBH geht natürlich mit jeder Rasse, dafür ist diese Prüfung ja auch da.

    Genau deshalb gehört für mich zu einem Anfänger eben auch kein Hund, bei dem man "kernigen Diskussionen", rückwärtsgewandter Aggression, Unverträglichkeit etc. rechnen muss, bei ner ganz normalen Hundeschule fehl am Platz ist, und einen speziellen Verein mit einem speziellen Sport (und sehr speziellen Leuten...) braucht.

    Man hat schon mit einen unkomplizierten Hund als Anfänger genug zu tun. Vor allem wenn man anspruchsvolle Dinge wie an der Leine laufen, alleine bleiben oder einen Stadtbummel machen irgendwie als gegeben voraussetzt.

    Es gibt nun mal einfach genug Anfänger die das Gegenteil beweisen haben und sehr viele Erfahrene Halter die trotz ihrer ganzen Erfahrung verzweifeln.

    Es ist viel Charakterfrage, aber ohne Kontakt zum Hundesport und der Szene bekommt man die die es schaffen natürlich auch gar nicht mit, sondern kennt nur die Negativbeispiele.

    Ich mache genau so viel Recherche, eben WEIL es ja für den Hund passen soll und für mich/uns :smiling_face_with_hearts:

    Es gibt super viele tolle Hunderassen und vieles ist davon abhängig was ihr selbst mögt und wie ihr seid. Für den einen passen Collies, der nächste mag Pudel, der andere fühlt sich wohler mit einem Terrier oder Schnauzer. Sinnvoll ist auch immer nicht nur die harten Fakten zu beleuchten sondern sich auch mal das zu malen, was man charakterlich gerne mag. Sensibel, weich, kernig, brav, mutig, draufgänger? Die Rassen unterschieden sich ja genau hier.

    Ich fand und finde es schöner, wenn ich von Tag 1 an einfach nur Spaß mit meinem Hund haben kann, ohne größere Dramen, und ohne mich "durchbeissen" zu müssen.

    Aber wie realitisch ist denn das für einen Anfänger? Das gehört doch bei fast jedem Hund dazu dass es nicht gleich rund läuft und man erstmal lernen muss.

    Klar sollte es nicht nur scheiße sein, aber es ist eben auch nicht immer nur rosa-rot. Das ist ja auch eine Erwartungshaltung die kaum ein Hund erfüllen kann. Unangenehmes gehört nun mal dazu, sei es das erste Mal Kotze wegwischen, den ersten Hundehaufen einsammeln müssen, Junghundwahnsinn, ein Welpe der sich mit der Stubenreinheit schwertut, leinenführigkeit, ein Hund der viel bellt, vollgekotzer Teppich, Hund zerstört etwas, alleinebleiben klappt nur schleppend, usw.

    Ob man "trotzdem" Freude an seinem Hund hat ist ja auch ganz ganz viel eigene Persönlichkeit. Manch einer kann gut Dinge mit Humor nehmen und ein andere bekommt ne Lebenskrise.