Beiträge von WorkingDogs

    Besonders kritisch finde ich bei mir in der Ecke ne HuSchu die Just for fun Mantrailing anbieten aber in "Einsatzkleidung" im öffentlichen Bereich rumlaufen und einen auftun obwohl sie nichts mit Einsätzen zu tun haben.

    Ja, das fällt mir hier auch vermehrt auf. Einsatzkleidung und Trainer, die selbst noch nie nen Hund entsprechend geführt haben. Finde ich dann auch ganz merkwürdig und wichtig tuend. Die Preise können sich auch echt sehen lassen, krass ist das, scheint sich zu lohnen.

    Die Rettungshundeausbildung hier vor Ort finde ich aber auch wild. Sind so tendenziell gerne Aussies vom Vermehrer mit massiven Wesensdefiziten. Und das beim DRK.

    Ich glaube ja sofort, dass so eine Arbeit vielen Hunden hilft sicherer und selbstbewusster zu werden, aber Rettungshundearbeit für Echteinsätze ist doch keine Therapieeinheit für wesensschwache Hunde.

    Vor allem führt das doch auch dazu, dass das ganze gesellschaftlich immer weniger Ernst genommen wird. Hier ging es darum, an wen ein leerstehendes Gelände gehen könnte, zur Debatte stand die Rettungshundestaffel des DRK und viele fanden es total unverständlich, wieso man sich das Gelände nicht als Hundewiese/Auslauf teilen könnte. Den Ernst der Arbeit und solcher Begriffe sollte man sich unbedingt bewahren, das hat nichts mit Ausgrenzung zu tun.

    Was ist denn ein "echter Einsatz" wo ich nur Hunde gebrauchen kann die selbst bei 35 Grad arbeiten und nicht aufhören bevor man sie daraus holt oder tot umfallen?

    Ein Beispiel wäre wohl der Einsatz in der Türkei vor ein paar Jahren. Nun aber auch kein expliziter Spürhundeeinsatz, sondern Fläche und Trümmer/ Rettungshund.

    Im Jagdbereich wären Nachsuchen zu nennen. Grade Wildunfälle plant man nun ja auch nicht vorab, da müssen die Hunde dann im Zweifel einfach durch.

    Im Spürhundebereich sehe ich das wie du, die Anforderungen sind da einfach nicht super krass an die Hunde, was den Trainingsaufwand jetzt nicht relativieren soll.

    Das hat doch nie einer geschrieben. Wo lest ihr denn das? :???:

    Es wurde geschrieben, dass einem Hunde leid tun, die gegen ihre Genetik gearbeitet werden. Mehr nicht. Ob da nun mitgeht sei dahingestellt, die Aussage zum Vorsteher sehe ich ja auch anders, aber wo wurde denn was von Tierquälerei geschrieben?

    Der Apport ist auch bei Jagdhunden ein Gehorsamsfach und nicht wenige Jagdhundeausbilder fallen mit genau dem Hund auf die Nase, der die meiste Bringfreude mitbringt, weil genau dieser Gehorsam vergessen wird.

    Aber ja, ein Retriever bringt anders. Dabei geht es gar nicht nur ums lernen, man merkt richtig, wie es sie befriedigt. Mein DSH sichert gerne Beute, mein Malinois kämpft gerne darum und mein Labrador will tragen und bringen. So richtig massiv bringen. Das ist für sie absolut Selbstbestätigend. Dafür ist zergeln dort kein Vergleich zu den Gebrauchshunden und auch der Griff ist so, wie man ihn beim Rettiever genetisch haben will absolut weich (weich heißt nicht knautschen). Meine anderen Bringen auch, sogar sehr gerne. Haben das viel Spaß dran und werden dafür bestätigt. Für den Retriever ist das Bringen die Bestätigung, das ganze Feeling ist anders. Und der Hund ist einfach der Inbegriff von Steadyness. Ein Hund der mit sehr wenig Ausbildungsaufwand eine tolle Figur bei der Lockjagd und am Wasser machen wird, Dummysport lässt sich absolut reibungslos ausbilden. Durch das wollen kommt dann auch die situative Härte. Wenn es ums Bringen geht, gibt es nur ein Ziel. Finden und Bringen.

    Aber nun wird ja auch wieder in einen Topf geworfen. Personensuche, Flächensuche, Spürhunde, sportliche Fährtenarbeit - das sind alles ganz unterschiedliche Bereiche. Mir gefallen Border in der Rettung und in der Fläche total gut. Auch im Spürhundebereich schon echt tolle Arbeit gesehen.

    Bei der Jagd haben wir für kniffelige Nachsuchen ja auch den Spezialisten: Schweißhund. Für vieles reicht der eigene Hund, aber im Zweifel kommt der Profi. Trotzdem bilden wir die Hund auch auf der Schleppe aus, aber seine Grenzen sollte man kennen.

    Der Zeitgeist ist, dass die freie Entfaltung des eigenen Hundes oberste Priorität hat, egal, ob es auf Kosten anderer geht oder nicht. "Natur", Wege etc. sind ausschließlich dafür da, dass sie dort machen können was sie wollen, ohne Rücksicht auf andere. Sie selbst und damit natürlich auch ihr Hund.

    Jupp. Hier „flüchten“ viele Hundehalter vor der Brut und Setzzeit in die Naturschutzgebiete um dort ihre Hunde laufen zu lassen. Weil, da wird man ja nicht erwischt. Ganz großes Kino.

    Und Zeitgeist bedeutet in diesem Zusammenhang eben auch nicht, dass alle Hundehunder rücksichtslos sind und ihre Hunde wie blöd jagen oder Weidetiere erschrecken lassen.

    Hier vor Ort hab ich persönlich nur einen Hundehalter den ich als rücksichtslos bezeichnen würden, was mein Viehzeug angeht. Der Rest ist total lieb. Und bei Vorfällen wurde sich auch immer entschuldigt und eine Lösung gefunden.

    Weiter hinten im Ort ist dann so ein Herzchen, mit eingestuftem Hund, der sich massiv daneben benimmt. Dem möchte ich nicht begegnen, der letzte Vorfall wurde hier auch thematisiert und was man vor Ort mitbekommt ist dann noch doller und uneinsichtiger. War übrigens ein Jagdhund aus dem Ausland, stand aber nicht im Zeitungsartikel.

    Also, wie gesagt, hier hat ein kleiner Sheltie ausgereicht zum töten.

    Ansonsten gibt es natürlich Hundetypen, bei denen würde ich überhaupt gar nicht dazwischen gehen (bin doch nicht bekloppt).

    Ich kann aber auch nur sagen, dass meine Tiere da wohl eine recht hohe Stressresilenz zu haben scheinen. Weder stören sie sich vom Jagdterrier nebenan, der über die Wiese rennt und Frisbee fängt, noch konnte ich da jemals Spaziergänger mit Hunden verantwortlich machen für Brutverluste, etc.

    Aber wir sind da eh irgendwie besonders, andere Halter haben schon keinen Bruterfolg mehr, wenn da mal Helikopter tief fliegen und sowas. Bei uns kein Thema, genauso gemischte Haltung kein Thema, meine sind da allgemein recht robust was Außenreize und Trubel angeht. Was ich gar nicht wertend meine!! Die Erfahrungen sind da einfach verschieden!

    Ich habe gar nicht das Gefühl, dass Leute sich unpassende Hunde für ihr Hobby aussuchen, sondern das sie Hobbys suchen die Mensch und Hund gut finden.

    Was stimmt der Niveauanspruch ist niedriger. Aber ob das eine schlechte Sache ist :ka:

    Im sportlichen Rahmen ist es egal, in dem Moment, wo etwas davon abhängt, sollte man halt anfangen, sich Gedanken abseits von „Spaß“ und „Ich mag aber Rasse XY“ machen.

    Gibt einfach Bereiche, da ist ein gewisser Ernst bei der Sache gefragt.

    Dein Gedächtnis kann doch nicht so schlecht sein.

    Malteser - Bernhardiner war eben das Beispiel, dass von katzenpfote ausgesucht wurde und ich bin dabei geblieben.

    Ja, und du hast daraus gemacht, dass große Hunde doch immer gefährlicher wären als kleine, und ignorierst völlig, wo bei vielen Situationen das Gefahrenpotenzial überhaupt liegt. Das ist nämlich oft gar nicht der Hund, sondern die Dynamik einer aufgeregten Herde. Und wovon diese sich aufregen lässt und ob dafür ein katzengroßer Malteser reicht, darüber entscheidet keine Diskussion im Internet, sondern die Herde selbst. Und da die Leute Tiere leider immer schlechter lesen und ihre Hunde immer weniger erziehen können, sollten Menschen mit Kleinhunden sich nicht weniger vorausschauend verhalten als Menschen mit großen Hunden.

    Und aus einem Bernhardiner wird nur mit ganz viel Fantasie ein harter, triebiger, muskulöser und eigenständiger Hund.

    In der Realität gibt es genug Kleinhunde, die lassen mit ihren (Größen-)Wahnsinn jeden Malinois alt aussehen. :D Wobei letzteres bitte als Humor aufzufassen sind, Malis sind jetzt wahrlich keine super-komplizierten Hunde!

    Nur weil ein harter, triebiger, eigenständiger, muskulöser, großer Hund noch ganz Anderes anrichten kann,

    heißt nicht, dass er nicht on top den ganzen Kram ZUSÄTZLICH anrichtet, zu dem ein winziges Tier fähig ist.

    Und dafür ist jetzt ehrlich ein Bernhardiner das Beispiel? Jeder Jagdterrier macht mehr Schaden, als ein Bernhardiner. Weil wesentlich fitter, athletischer und mit einem entsprechenden Willen und Trieb dahinter.

    Und auch sehr viele Dackel sind nicht ohne.

    Meine Risse am Nutzvieh (Geflügel) gehen übrigens ausschließlich auf kleine Hunde zurück. Dackel und Sheltie um genau zu sein. Und der unerzogene Lagotto vom Nachbarn würde auch gerne mal, der stand auch schon mehrfach plötzlich in meinem Garten auf der suche nach unseren Katzen…

    Wirklich gefährlich für die Unwelt wird es, wenn die Herde durch den Zaun geht. Und da ist für das Gefahrenpotenzial völlig egal ob der Hund 2 oder 200kg wiegt, das geht nämlich von der Herde aus und nicht vom Hund. Der Hund ist aber daran Schuld, dass die Herde in Panik versetzt wurde.

    Ach ja und nicht zu unerschätzen ist auch, wenn die Tiere sich im Zaun verfangen, vor lauter Panik. Auch hier ist die Größe des Hundes egal. Manch ein Zwergschaf ist übrigens kaum selber Größer als ein Hund, die Lämmer noch kleiner und reizvoller.

    Ich bin mit meinem BC in echten Suchen dabeigewesen und ich muss leider sagen, der Hund war gut. Sehr gut sogar.

    Spricht dem Hund doch auch keiner ab. Trotzdem nicht die Rasse, worauf im professionellen Bereich gesetzt wird. Und das muss ja auch nicht an der reinen suchleistung liegen, sondern kann auch an anderen Faktoren liegen. Zumindest im dienstlichen Bereich wird die duale Ausbilung ja wieder relevanter, das kann ein BC eben nicht leisten. Wird aber seine Gründe haben und gehört dann zur Jobausschreibung mit dazu. Dienst ist ja aber nochmal was anderes als Ehrenamt.

    Ich würde dennoch unterscheiden zwischen „gegen die Genetik“, also dem Hund etwas abverlangen was er genetisch komplett konträr lösen würde und dem Hund ein Verhalten anlernen. Und irgendwo werde ich Genetik auch immer mal lenken müssen.

    Grade im Suchhundebereich gibt es ja viele Dinge, die wenig auf Genetik basieren und viel mit erlernen von Verhaltensweisen zu tun haben. Warum sollte ein BC das nicht können? Spürhundearbeit über Anzeigeverhalten finde ich da recht prädestiniert für. Genetik kommt hier doch sowieso wenig zum tragen, das ist hauptsächlich Training. Und die Frage ist doch auch immer, wie krass muss die Suchleistung wirklich sein für das was ich suchen will? Hat ja auch nicht jeder Jäger präventiv den Schweißhund am Strick, da reicht auch erstmal der normale Jagdhund und wenn’s kniffelig wird, greift man zum Telefon und ruft einen Nachsuchenhundeführer an.

    Was ganz anderes ist sowas wie Jagdverstand, da ist vieles Genetik.