Also, der Trend zur „Privatisierung“ ist schon schade. Ich mag es gar nicht als Nerven bezeichnen, aber naja, halt schade.
Hier finden sich zum Beispiel kaum noch Vereine, die genug Mitglieder haben, um Veranstaltungen auszurichten, aber die Hundeschulen boomen und die Hundehaltung ja sowieso. Wirklich schade, dass da immer weniger Interesse besteht. Hier lösen sich auch viele Vereine auf oder bekommen ihr Gelände nicht mehr verlängert und neues Gelände wird gar nicht mehr vergeben. Viele Plätze gehören jetzt privaten Hundeschulen und sind natürlich nicht mehr zugänglich für die Allgemeinheit oder Vereine.
Langfristig werden wir uns wohl auch mal was eigenes kaufen, so für den Fall der Fälle..
Wirklich tangieren tut es mich, wenn Hundetrainer dafür sorgen, dass man für ambitionierten Sport nicht mehr an entsprechendes Gelände kommt. Wildernde Hunde beim Dummytraining fallen zum Beispiel nicht grade positiv auf.
Und das betrifft jetzt nicht rein den IGP-Sport, unsere DRC BZG ist trainingstechnisch ebenfalls so gut wie tot, weil keiner Lust hat sich „just for fun“ hinzustellen für nen Appel und nen Ei. Da können die Hunde mit 3-4 Jahren oft nicht mal vernünftig apportieren, und das liegt nicht an den Hunden, sondern daran, dass den Besitzern es egal ist, der Hund soll halt bissl beschäftigt werden und fertig ist, aber mal daheim üben oder Basics arbeiten, darauf haben die Leute keine Lust.
Das finde ich zumindest in meiner Gegend schon sehr schade, für ganz normales Training sehr lange Strecken und/oder Kosten für Privattrainer aufbringen zu müssen.
Und nein, mir geht es da nicht ums Geld, sondern um ein gemeinsames Hobbys, den Austausch und eine schöne Zeit unter Menschen, kein Trainer der auf die Uhr schaut weil die Einheit rum ist.. für prüfungstraining und input fahre ich gerne zu privat, aber mir persönlich fehlt ein normales Vereinsleben „an der Basis“ sehr. Im IGP oder Jagdlich habe ich das noch, für Dummy oder Obedience muss ich Minimum 100km fahren, nur, um mal mit anderen Gleichgesinnten im Gelände/ auf dem Platz zu stehen. Kann man nun beides auch sehr gut für sich trainieren, aber wie gesagt, ich finde den Austausch immer schön. Ungezwungen, ohne Zeitdruck und Stundenlohn. Für jeden leistbar. Hundesport wird doch auch immer mehr zum Luxus durch die Entfernungen und die Attraktivität, lieber Privattraining zu geben.
Liegt aber sicherlich auch daran, dass viele Vereine immer schwieriger werden. Bei uns haben einige Vereine selbst schuld daran, dass die Mitgliederzahlen so geschrumpft sind, weil reihenweise gute Leute vergrault wurden, durch 1 oder 2 Platzhirsche die es mit „Konkurrenz“ nicht so haben.
Generell scheinen sich da die Zeiten auch verändert zu haben und die Leute engstirniger zu sein, nach einer Meinungsverschiedenheit direkt zerstritten zu sein und sich da richtig reinsteigern zu können, einfach sehr wenig konfliktfähig und kompromissbereit. Gerne dann auch inkl. anzeigeritis.