Beiträge von WorkingDogs

    Danke für deinen Beitrag. Mir würde es jedoch weiterhelfen, wie du korrigierst.

    Ich weiß, aber mehr als herumgerede, verschachtelte Aussagen und kryptische Texte wird dir kaum einer schreiben.

    Mit Glück findest du einen Trainer der sowas noch vermitteln kann und möchte.

    Gut funktioniert schon mal ein leicht aversiver Abbruch mit Futter und wegdrängen, dazu findest du im Forum auch ein paar Anleitungen.

    Nachtrag: was Korrekturen angeht, gestalte ich die Aufzucht so, dass möglichst wenig Korrekturen notwendig sind und baue einen Abbruch erstmal in Ruhe auf. Der reicht dann für 80% der Dinge aus, und bei den anderen 20% folgt die Strafe direkt als Echo.

    Mal ein Beispiel: Ich habe einen Auslauf in dem der Welpe tun und lassen kann, was er möchte. Was es aber nicht gibt, ist am Gitter randalieren und sich hochspulen. Das korrigiere ich direkt im Ansatz. Darin kann der Welpe aber weder Nerven, noch kann er Kabel zerkauen oder anderen Blödsinn machen und ich kann mit den Gedanken grundsätzlich woanders sein. Allerdings nicht mit einer Box verwechseln! Meine Ausläufe sind groß genug, dass ein Welpe sich beschäftigen kann und dafür hat er auch Spielzeug zur verfügung.

    Den Abbruch übe ich dann gesondert in kleinen Trainingseinheiten. Beim butschern durch den Garten lasse ich den Welpen in Ruhe. Mit Blödsinn lebe ich dann auch einfach in einem gewissen Rahmen und für alles andere gibt es Zäune. Was es aber zum Beispiel nicht gibt, ist Nutztiere zu jagen. Meine Welpen dürfen mich auch zum Geflügel, Kaninchen und co begleiten, hier unterbinde ich aber direkt, wenn sie das Geflügel ärgern wollen und sich nicht zurücknehmen. Und zwar sehr nachhaltig und auch früh.

    Letztendlich erfordert das alles aber ein gewisses Handling und auch Erfahrung. Zum Trainer mag ich gar nicht mehr raten, zu leicht ist die Gefahr mittlerweile, dass der gut bezahlte Trainer mehr Händchen hält als wirklich Lösungen findet, mangels eigener Erfahrungen. Oder man fährt eben wirklich weit, damit es sich lohnt, aber das ist doch eher was für Problemhunde als für so Alltagskram.

    um einer Korrektur zu entgehen

    Aus dem was ich lese: du setzt keine Korrekturen.

    Ich ignoriere das einfach. Zum Teil geht dann eine Diskussion los, ich schicke ihn aus der Küche raus, er fängt an zu bellen und zu schnappen. Ich sage Schluss und er setzt nach. Manchmal lässt er es meistens nicht.

    Auch hier weder: das sind keine Korrekturen. Woher soll der denn ein "Schluss" verstehen, wenn da nie eine Konsequenz auf deine Ankündigung folgt.

    Mit einem scharfen Schluss oder lass es hört er dann auf und schläft. Dennoch würde ich die Tür zu früh aufmachen, wäre das mein eigener Todesstoß und der Raptor wäre befreit.

    Auch hier wieder: offenbar keine Korretur und der Hund nimmt sich nicht wie gewünscht zurück, die Tür sollte kein Problem sein.

    Wird das irgendwann besser? Ist die Auszeit-Methode überhaupt zielführend?

    Naja, das ist ein Junghund, der klingt jetzt auch nicht ungewöhnlich doll, sondern ganz normal. Die muss man halt erziehen. Nein, eine Auszeit-Methode ist nicht zielführend um einen Hund zu erziehen.

    Meistens tigert er aber durch die Gegend und macht Blödsinn, womit er meiner Meinung nach versucht Aufmerksamkeit zu bekommen.

    Das ist einfach ein Junghund, das ist total normal.

    Ab da kommt er im Prinzip kaum zur Ruhe.

    Ja, ist halt ein Junghund.

    Er tigert wieder los, ich bringe ihn auf seinen Platz. Frust kommt auf, er fängt an zu schnappen. Erste Diskussion, ein scharfes Schluss (er kennt das Wort, denn wenn wir draußen spielen und macht nur den Ansatz mich anzuspringen, sage ich scharf Schluss, er dreht ab und geht).

    Wieder: ist halt ein Junghund, kein Adulter oder gar Senior der einen Tag mit rumliegen gestaltet.


    Zum Thema Bewegung und Beschäftigung. Nunja, ich mach weit aus mehr als das was Forenkonform ist und hab null Probleme. Meine Welpen und Junghunde dürfen auch den ganzen Tag durch den Garten toben wie sie lustig sind, pennen halt irgendwann und zwischendurch gibt es Ausflüge und ja, wir trainieren. Sogar mehrere Sparten pro Hund, von Welpe an, inkl. Welpen- und Junghunde-Turnen.

    Diese Woche war ich beruflich in unserer Geschäftsstelle und ein Kollege hatte seine Havaneserhündin dabei.

    Das kann man mit meinen Arbeitshunden gar nicht vergleichen vom ganzen Typ. Wäre mein Ziel, dass die sich so verhalten würden, wäre das eine Never-Ending-Story mit viel Frust. Das wäre das gleiche als würde ich wollen, dass diese Hündin bei 30 Grad ohne Schatten über eine Meterwand apportiert oder bei Minusgraden Enten aus dem Wasser holt.

    Vielleicht hilft es auch manchmal, den Spieß eben auch mal umzudrehen, gedanklich.

    Diese Woche dann Training mit einem Hütehund, da musste ich die Besitzerin auch ein wenig Erden, dass sie die 5-jährige Hündin nicht mit dem Senior vergleichen kann, was das Verhalten angeht und auch Gruppendynamik war ein Thema, weil das dann doch gerne mal unterschätzt wird.

    Wegen uns...muss der Hund keine Begleithundprüfung bestehen....ganz besonders beim Dummy Training glänzen oder irgendwelche Preise beim Agility gewinnen.

    Meine Aufzählung sind simple Basics, damit ist man noch weit weg davon irgendwelche Prüfungen zu laufen oder gar Preise zu gewinnen. Insbesondere die Leinenführigkeit ist mir sehr wichtig, denn mit Waffe ist Ziehen, Einspringen oder Aufgeregt rumnerven ein absolutes Nogo. Das geht einfach nicht, entsprechend sitzt die Leinenführigkeit auch sehr schnell, so mit einem halben Jahr sollte der Hund da aus dem gröbsten raus sein. Ansonsten gewöhnt er sich einfach daran, wie es nicht laufen soll und es wird immer schwieriger.

    Ich weiß das hier viele großen Wert auf bestimmte Trainings und Erziehungsregeln legen, diese auch strikt durchziehen und im besten Fall auch noch jede Menge Zeit dafür haben.
    Das ist ja auch völlig in Ordnung aber diese Anforderungen haben wir gar nicht. Es hat halt jeder andere vorstellungen davon wie das zusammenleben aussehen soll..

    Dann verstehe ich die Frage nicht, nein, es muss euch nicht wichtig sein, aber dann darf man auch nicht jammern, wenn man durch die Gegend gezogen wird. Hunde brauchen nun mal klare Bilder und klares Training und insbesondere wenn Zwänge abgelehnt werden, sollte man viiiiiiiiiiiel Zeit haben das alles auch so durchzuziehen.

    Durchdachtes Training hat mir viel Zeit übrigens wenig zu tun. Ich investiere weitaus weniger Zeit und Geld in das Training meiner Hunde als es viele Hundehalter tun, mit einem besseren Ergebnis. Durchdacht und selbstreflektierend ist der Punkt dabei. Sind alles Arbeitslinien mit massig Drive und Trieb.

    Ihr habt ein massives Erziehungsdefizit.

    Nicht zum angeben, sondern einfach mal um ein Gefühl dafür zu bekommen, was problemlos geht:

    Labrador, jagdliche Leistungslinie, extrem aktiv und triebig, 9 Monate alt.

    Leinenführigkeit sehr gut, bleibt alleine, bleibt auf den Wegen, läuft dauerhaft frei, im Obedience, Dummy und jagdlichen Aufbau.

    Pfiffe schon sehr gut, Back und Voran ok, Markierungen schaut sie ruhig in Grundstellung an, arbeitet dann problemlos mit mit Unterordnung und lässt sich anderswo in die Suche schicken, Markierung dann erst am Ende. Dabei absolut steady und lautlos, kein Einspringen oder sonstiger Blödsinn wie weglaufen mit Beute, nicht abgeben wollen, tauschen, wildern, usw.

    Wird auch am Wild gearbeitet im Apport und erste Schleppen kennt sie auch schon.

    Während unserer Trainerstunden liegt sie auf der Decke, völlig entspannt und unauffällig, arbeitet zwischendurch super aktiv und dann wieder Ruhe auf der Decke, ohne dass man sie erinnern müsste.

    Das ist Retriever, insbesondere Labrador aus Arbeitslinie.

    Und der Hund kam sogar etwas kurz was das Training angeht, weil wir hundesportlich anderweitig unterwegs waren im Sommer. Die hat absolut keinen vollen Trainingsplan. Sie ist einfach extrem leicht ausbildbar.

    Meiner Erfahrung nach hat sie Wirksamkeit von simplen Korrekturen und auch Gehorsam eine ganz entscheidende Abhängigkeit zum Nervenkostüm. Je wackeliger das Nervenkostüm („angekratzt“), desto anstrengender die Aufregung.

    Aufregung verbinde ich immer mit Sinnlosigkeit und Weghören/Frust.

    Ich grenze dazu Aktivität/Temperament ab.

    Meiner Beobachtung nach sollte man aufpassen, sich nicht in einem Extrem zu verlieren, was ja was ganz menschliches ist.

    Ja, sie hat leider noch nicht gerafft, dass sie keine Chance gg Vögel hat. Aber es sind ja auch Enten, die sie zum Fressen gern hat.


    Ganz offensichtlich hat sie nur Wasserliebe, Geräuschlosigkeit und den Trieb von Pudel und Labrador mitgenommen. Dieses scheinbar eingebaute Retriever-Werkseinstellung-Ding, nicht auf Bewegungsreize anzuspringen, hat sie wohl überlesen. |)

    Das ein Retriever-Mix Vögel interessant findet, ist normal. Das hat nichts mit Bewegungsreizen zu tun.

    Bewegungsreize beinhaltet alles, mit geringem bis gar keinem Filter. Autos, Radfahrer, Tiere, gerne auch Dynamiken.

    Retriever bringen von sich aus eine hohe Steadyness mit, diese wird züchterisch abgestrebt. Allein dass dein Hund dabei leise ist, und dir nicht die Ohren vollkreischt spricht genau dafür.

    Aber nein, scheintot sind sie nicht und sie sollen sich für Jagdreize interessieren, sind dabei aber super Ausbildbar und Nervenfest. DAS ist der Punkt.

    Also klar, durchdrehen und die Gegend zusammenschreien geht nicht. Aber die im Dogforum populäre Formulierung "Aufregung abbrechen" mag ich deswegen nicht.

    Gehe ich bei Hütehunden oft mit, die drehen einfach kopfloser und frustrierter auf, als es andere Hundetypen tun. Bei anderen Hundetypen kommt der Abbruch auch leichter an, meiner Erfahrung nach, weil die klarer bleiben, was dann wieder dafür sorgt dass man das Tool wenig braucht.