Beiträge von WorkingDogs

    Wir haben in unmittelbarer Umgebung momentan keine nachgewiesenen Wölfe. Es waren vor 2 Jahren mindestens drei Stück. Wir haben immer mal durchzieher aber noch keine Last mit Rissen. Raubwild bejagen wir und haben es dadurch gut in Griff.

    Nun haben wir aber natürlich den Habicht, der nicht weniger geschützt ist und hier seit diesem Jahr „aufräumt“. Momentan geht er noch ans Opfer-Geflügel. Abdecken ist leider keine Option, Fläche ist zu groß.

    Mal schauen, so wirklich was unternehmen können wir nicht, die Zuchtstämme werden wohl kleinere Ausläufe bekommen mit Netz und die Legehennen kommen dann halt weg. Irgendwann ist das Streuobst vielleicht dicht genug dass es wieder passt.

    Vielleicht stellen wir dann auf Schafe um für die offenen Flächen. Den Stall leer lassen wäre auch schade und spart uns wenigstens das mähen. Hoffentlich ist es dann nur nicht Pest gehen Cholera.

    Aber - wenn du dich für eine Abgabe entscheidest, mach dir keinen Kopf, manchmal passen Halter und der eine Hund halt nicht zusammen.

    Danke! Ich hab nun schon so viele Hunde gesehen, die aus völlig falschem stolz behalten wurden und wo dauerhaft versucht wurde etwas draus zu machen, was diese nicht sind, die ständig zu kurz kamen in ihren Interessen. Teils sogar trotz toller Angebote den Hund für die Arbeit zu übernehmen. "Man kann sich doch nicht trennen". Manchmal passt es aber nicht und es zeigt Größe das zu erkennen und dann auch zu versuchen eine Lösung Pro-Hund zu finden. Nicht Pro-Stolz, Pro-Emotionalität oder Pro-Bequemlichkeit. Liegt mit Sicherheit aber auch an unserer unterirdischen Fehlerkultur.

    Womit ich jetzt nicht die TE meine! Und auch nicht die Hunde die trotz bemühungen keinen passenden Platz finden!

    Bei Hunden mit viel Trieb kommt man häufig in einen Teufelskreis, wenn die keine Möglichkeit haben sich mal adäquat auszulasten und die Triebe auch mal ausreichend befriedigt werden. Da wird das Training einfach immer schwieriger. Den Effekt hat man auch bei Arbeitshunden die krankheitsbedingt ausfallen. Sie sind einfach händelbarer, da kann man nicht immer nur versuchen den Deckel draufzumachen oder denen "Bröckchen" hinwerfen womit sie zufrieden sein sollen.

    Nun ist diese Auslastung schon umfangreich, das ist so. Die Alternative ist seinen Frieden zu finden und sich zu arrangieren, die eigenen Erwartungen realitisch anzupassen. Ja, 20kg die sich in die Leine hängen sind doof, aber dann lebt man halt damit. Das Training hier wäre wahrscheinlich leichter, wenn der Hund arbeiten dürfte und nicht die Spaziergänge als Arbeit betrachtet.

    Letztendlich ist auch eine Abgabe legitim und kann auch Pro-Hund sein. Inserieren kann man den Hund ja, die Wahrscheinlichkeit wen zu finden ist höher als wenn man ihn nicht inseriert. Nur sollten keine falschen Hoffnungen da sein.

    Generell klingen deine Erwartungen für mich sehr nach unkomplizierter Begleithund, in wie fern man da mit einem triebigen Hund glücklich wird, kann ich nicht sagen. Was ich sagen kann, ist, dass dein Hund nicht verkehrt ist, sehr viele Hundehalter schätzen genau solche Hunde. Das hat auch nicht immer gleich was damit zu tun, dass diese Leute es besser drauf haben, sondern weil sie die Möglichkeiten haben die Hunde rassegerecht auszulasten sowie durchzuarbeiten und die Hunde dadurch im Alltag wesentlich einfacher zu trainieren und händeln sind. Und meistens fällt es einem auch leichter mal ein Auge zuzudrücken, wenn man seinen Hund grundsätzlich in seinen Eigenschaften schätzt. Jede Medaille hat zwei Seiten, aber natürlich nervt es wenn man immer nur mit der negativen konfrontiert wird. Wenn ich sehe wie geil der Terrier an der Sau arbeitet dann kann ich leicht darüber lachen, wenn er seinen Erzfeind doof findet. Beide Seiten gehören zum Charakter, es ist die gleiche Eigenschaft in unterschiedlichen Situationen.

    Oje, das klingt ja wirklich arg und ich kann verstehen, dass die Hundehaltung dir so wenig Freude bereitet.

    So wie es klingt hast du einen Jagdhund der vom Typ her schlecht in unsere Gesellschaft passt und die Erwartungen an die normale Hundehaltung nicht erfüllen kann. Jagdlich sehr ambitioniert, keine Möglichkeit den Hund einzusetzen, mit Futter oder Spielzeug nur schlecht dagegenan zu trainieren, und auch nicht dafür gemacht um an der Leine zu flanieren und Hundeplatz ist auch nicht der richtige Ort (das geht vielen Jagdhunden so).

    Ganz persönlich würde ich mir die Frage stellen, ob es wirklich so erfüllend für euch ist, daraufhin zu trainieren aus dem Hund etwas zu machen, was er nur sehr schwer leisten kann. Ob es den Frust überhaupt wert ist.

    Man kann Hundehaltung auch anders denken. ZHS und Mantrailing könnten vielleicht passen und für einen Ausgleich sorgen. Ich würde jetzt gar nicht versuchen überall "Stress" zu eleminieren, für mich schreit der Hund nach einer Aufgabe die ihn befriedigt und im Zuge dessen sucht er sich halt eine innerhalb der Möglichkeiten die er hat (also drinnen und beim Gassi). ICH würde wohl das Gassigehen erstmal reduzieren (ja, notfalls auch komplett auf den Garten!) und dem Hund eine Aufgabe geben die in seine jagdliche Passion passt.

    Dann würde ich mir Auszeiten von diesem Hund nehmen. Zwinger in Garten, Auslauf dran und dann hat man auch mal ein paar Stunden Ruhe für sich, ohne Hund, ohne Gefiepe und kann Energie tanken.

    Ja und wenn das Gassigehen dann halt an der Flexileine stattfinden, dann ist das so. Man kann nicht immer nur um den Hund drehen, schon gar nicht mit Kind. Man darf auch ruhig mal seine eigenen Stressfaktoren reduzieren, viele Beziehungen brauchen genau das. Dann Krafttanken und wenn der Hund gut ausgelastet ist kann man irgendwann andere Themen wieder in Angriff nehmen, wie gemeinsam Gassi gehen.

    Was eine Abgabe angeht bist du ja realistisch. Kannst du ja trotzdem anstreben, wird vermutlich sowieso sehr lange dauern.

    Natürlich gibt es das Risiko. Aber aus entsprechender Zucht und mit Unterstützung von fähigen Trainern, die bei der Auswahl helfen, ist das aus meiner Sicht kalkulierbar.


    Ich habe mal auf einer Veranstaltung mit jemandem von Kynotec gesprochen, der regelmäßig Welpen aufnimmt und für Kunden ausbildet. Laut ihm hat er das mittlerweile mehr als 50 mal gemacht und es gab in der ganzen Zeit 2 Hunde, die sich als weniger geeignet herausgestellt hatten und dann in einen anderen Bereich gegangen sind.

    Das sind auf jeden Fall beste Voraussetzungen für einen erfolgreichen Werdegang. Wie gesagt, ich bin da auch bei einem Welpen. Einen Erwachsenen Hund muss man erstmal bezahlen wollen und im Tierschutz muss da schon die Ausnahme der Ausnahmen sitzen und das Risiko würde ich nicht eingehen. Diese Ausbildungen sind ja nun auch nicht gratis.

    Das kommt auf den Arbeitsbereich an. Suche in der Höhe oder in unwegsamen Gelände ist auch körperlich sehr anstrengend. Auch für eine sichere Anzeige muss der Hund körperlich fit sein. Das sollte man nicht unterschätzen.

    Sicher, aber grundsätzlich ist es körperlich nicht vergleichbar mit anderen Arbeitsbereichen. Da wirst du mit einer leichten Einschränkung mit Knochenapparat nicht direkt alles hinschmeißen müssen. Und im Schimmelbereich sprechen wir ja nun nicht von alpiner Lawinensuche.

    Wenn man das Ausbildungsziel hat, dann kann ich den Wunsch schon verstehen nach einem Zweithund, wenn der Erste nicht reicht. Ab einem gewissen Grad, den ich im Schimmelbereich absolut sehe, sollte man dann die Hundeauswahl auch bierernst nehmen und keine faulen Kompromisse machen. Wie gesagt, da geht es um viel Geld und gesundheitliche Beschwerden, das ist kein Hobby mehr, das sollte schon Passion sein und sich auch die Rassewahl dann nicht mehr danach richten, dass man Zuhause gerne wenig Haare hätte, keine großen Hunde mag, oder andere Nebenaspekte. In solchen Bereichen trägt man eine hohe Verantwortung. Untaugliche Hunde oder Hunde die nicht genug mitbringen sollten auf jeden Fall dann auch wieder abgeben werden, nachher bekommt ein Mensch Lungenschäden, weil der Hund es nicht mitbringt und nicht angezeigt hat.

    Die Erziehungsproblematiken ließen sich beispielsweise mit zeitweiser Zwingerhaltung umgehen, sollten sich da blöde Dynamiken entwickeln. Oder man lebt einfach mit gewissen Dingen. Einen gut vorgearbeiteten Hund kann man im Zweifel auch simpel weiterveräußern wenn es wirklich nicht tragbar ist.

    Du darum gehts mir gar nicht. Aber das Argument, dass es ein Welpe sein muss, wenn es gut werden soll, ist halt einfach quatsch. Wie und woher ist ein anderes Thema.

    Ich persönlich hätte auch nur einen Welpen genommen, aber aus anderen Gründen. Wollte dir damit gar keinen Welpen ausreden :)

    Sehe ich genauso. Es gibt super viele erwachsene Hunde die wesentlich mehr Wille und Talent mitbringen als vielleicht ein Welpe am Ende zeigt. Nur weil man früh anfängt heißt dass nicht, dass es am Ende auch passt und der Hund wirklich gut ist. Insbesondere wenn man eh schon zu Rassen greift die von den Arbeitseigenschaften jetzt nicht der Knüller sind.

    Am sichersten wäre es sich einen durchgecheckten Hund einer bewährten Gebrauchsrasse zu kaufen den man antesten kann.

    Insbesondere bei Schimmel sind die Anforderungen ja auch echt hoch was die zuverlässigkeit angeht, da gehts ja nun nicht um wenig Geld. Der Druck dort kann enorm sein, dass der Hund abliefern muss. Zu einem Hund aus dem Tierschutz würde ich in dem Arbeitsfeld aber auch nicht greifen, wenn man nicht grade die Ausnahmen der Ausnahmen findet. Bei den gängigen Arbeitsrassen findet man aber auch erwachsene Hunde mit Papieren und allem drum und dran.

    Sollen wir einen TS-Hund adoptieren und dann wieder zurückgeben, wenn er doch nicht für die Arbeit geeignet ist? Bzw. einfach damit leben, auch wenn wir eigentlich einen zweiten Suchhund wollten?

    Ja, wenn man Hunde für einen Arbeitsbereich ausbilden möchte und es nicht passt, dann müsst ihr den Hund selbstverständlich wieder verkaufen. Darüber solltet ihr euch klar sein, auch ein Welpe ist ein hohes Risiko und am Ende kann irgendwas dagegen sprechen.

    Nun ist der Spürhundebereich ja körperlich nicht super duper anspruchsvoll, dafür kann der Hund sicherliche gesundheitliche Einschränkungen mitbringen, trotzdem kann es andere Gründe geben, die gegen einen Einsatz sprechen.

    Bei einem gut gezogenen Welpen braucht man eigentlich wenig Sozialisierung und Gewöhnung betreiben und kann selbstverständlich auch früh Sport oder Arbeit aufbauen, diverse Jagdjunghunde laufen sehr früh die ersten Prüfungen und Anlagensichtungen.

    Für einen sauberen Apportaufbau abseits von simpler Bringfreude braucht es aber eine gewisse Mentale Reife.

    Bis dahin ist der Grundgehorsam und die Grunderziehung essentiell und die Hunde dürfen sich mental und motorisch erstmal entwickeln. Jagdliche Prägung fällt für Privatleute ja weg. Was nicht heißt, dass man einen Welpen jetzt überall hinschleppen muss und dass das alles Schissbuxen sind die man an drölfzig Sachen gewöhnen müsste und die durchdrehen nur weil man mit denen mal bisschen was übt.

    Wenn man vorher Retriever hatte ist man sehr verwöhnt was Bringfreude angeht, für die ist das Selbstbelohnend und man bekommt Bringfreude geschenkt.

    Bei einem Welpen geht es in erster Linie darum diese Bringfreude zu fördern, ich würde da noch überhaupt nichts Rückwärts aufbauen, sondern damit warten bis der Hund kognitiv gereifter und etwas älter ist.