Mir ist schon klar, dass das ein Stück weit provokativ ist, zu sagen, warum kauft man nicht. Auch, dass es nicht für alle geht. Aber ich glaube , es könnte viel mehr kaufen als es tatsächlich tun.
Ich glaube ehrlich gesagt, dass viele, die es tun, es eigentlich gar nicht können. Zumindest nicht, wenn man es sinnvoll betrachtet.
Oft genug erlebe ich, dass die Finanzierung knapp auf Kante gestrickt ist. Oder, weil man sich nichts teureres leisten kann, Häuser in schwierigen Zuständen gekauft werden. Dabei wird dann aber auch vollkommen übersehen, dass es neben der eigentlichen Finanzierung bei Eigenheimen auch noch zusätzliche Kosten gibt, die getragen werden müssen. Und da spreche ich noch nicht mal von Rücklagen für Reparaturen und Instandhaltung sondern von den normalen Nebenkosten, die viele nicht auf dem Schirm haben.
Und dann kommen solche Sachen wie Grundsteuer, Steigende Kosten für Wärme und Energie.. und schon wirds für die Meisten wirklich eng.
Zusätzlich würde MEIN Sicherheitsbedürfnis mich dazu zwingen, einen SEHR hohen Betrag für Reparaturen und Instandhaltung anzulegen. Und auch da.. Die Rohstoffpreise haben sich verdoppelt und teilweise verdreifacht.
Theoretisch könnten wir kaufen. Mein Bedürfnis nach Sicherheit macht das allerdings absolut gar nicht mit zu den aktuellen Konditionen und Entwicklungen. Wer weiß schon, wie in 10 oder 20 Jahren die Rohstoffpreise sind. Oder die Handwerkerkosten bei steigendem Fachkräftemangel. Oder wie die Finanzierung nach Ablauf der Zinsbindung aussieht.
Wir hätten 2020 fast ein Haus gekauft. Zum Glück (sage ich heute) hat sich das zerschlagen. Wir hatten 100.000 allein für die Instandsetzung geplant. Neue Elektrik, neue Heizung, Rücklage für das Dach, etc. Kurz danach kam die Erhöhung der Rohstoffpreise. Wir wären damit eher bei 200.000-300.000 alleine für Instandsetzung gelandet.
Ich find das mega gruselig, ehrlich gesagt. 