Es scheint, als hätte ihr schon wirklich viel erlebt, auch schon ziemlich tiefe Tiefen und Fortschritte. Und ihr habt den Hund immer noch, deshalb gehe ich mal davon aus, dass Abgabe weiterhin kein Theme ist, sondern ihr nun Lösungen für die zukünftig andere Lebenssituation braucht.
Wenn ihr so richtig klischeemäßiges Vanlife anstrebt, heißt das ständig wechselnde Übernachtungsorte mit unterschiedlich dichter Besiedelung, mit unterschiedlichsten Nachbarn inkl. Kinder, Hunde, Katzen, verschiedensten Einflüssen von außen wie Lärm, geringe Auslaufmöglichkeiten, beengte Platzverhältnisse auch draußen und unterschiedlichstes Wetter.
D. h., braucht Strategien, wie ihr die Bedürfnisse und Fähigkeiten eures Hundes mit eurem Leben überein kriegt. Dazu müsst ihr seine Bedürfnisse und Fähigkeiten erkennen und anerkennen und euch daran anpassen.
Vor Allem braucht ihr sofort Maßnahmen, die dafür sorgen, dass euer Tier absolut niemanden gefährdet und das heißt (wie die 100 vorher schon geschrieben haben) Leine + Maulkorb.
Ferndiagnosen finde ich doof, deshalb spekuliere ich gar nicht erst über solche (offensichtlichen) Dinge wie Territorialverhalten etc. herum. Ich spekuliere auch nicht über Sozialisation. Aber ausgehend von dem. was ihr bisher beschrieben habt, solltet ihr euch an den Gedanken gewöhnen, dass das wahrscheinlich kein Hund wird, der im Körbchen unangeleint und entspannt vor dem Camper döst, das Leben genießt und euch dort beim Kochen zusieht.
Ihr solltet euch zügig einen Trainer vor Ort und evtl. einen Tierarzt mit Schwerpunkt Verhaltensmedizin suchen. Die können euch sagen, welche Trainingsansätze für welches Verhalten und passend zu eurer zukünftigen Lebensssituation passt. Und das solltet ihr dann sofort intensiv angehen, vielleicht findet ihr jemanden, der euch vor Ort kennenlernen und helfen kann und danach online-Begleitung ermöglicht.
Das KANN bedeuten:
- Hund muss permanent gemanaged werden (das müsst ihr sofort lernen)
- Hund ist tagsüber immer im Fahrzeug (dazu muss das Wetter und damit das Reiseziel passen)
- Hund und ihr muss in die Lage versetzt werden, auch bei völlig dicht zugeparktem Stellplatz mit vielen Hunden sicher vom Platz geführt zu werden. (Das solltet ihr ab sofort mit einem PASSENDEN Trainer üben)
- Hund wird vielleicht niemals im Freilauf unterwegs sein
Wenn ihr euch damit abfindet bzw. dazu bereit seid, sehe ich keine größeren Probleme bei eurem Vanlife-Plan.
Vielleicht noch etwas Positives: Dauernd wechselnde Stellplätze und damit Gassigehen in immer neuen Gegenden kann bei territorialen Hunden ein wenig entspannter sein, als Gassirunden an einem festen Wohnort.