Beiträge von walkman

    Jemand, der vor 25 Jahren z. B. Sozialpädagogik oder Ökotrophologie studiert hat, wusste damals schon, dass man damit sehr wahrscheinlich nicht reich wird und die Jobchancen beschränkt sind. Sozialisation als Grund für diese Studiengänge greift m. E. zu kurz.

    Erstens war die wirtschaftliche Situation vor 25 (auch noch vor 15) Jahren eine andere, man konnte damals nicht ahnen, welche Mondpreise man für Alltägliches bezahlen würde. Also ja, auch damals war den Menschen sicher bewusst, dass man nicht reich wird mit solchen Berufen, aber man konnte zumindest davon ausgehen, dass man über die Runden kommt.
    Und doch, Sozialisation bzw. die Gesellschaft hat einen großen Einfluss auf die Wahl des Berufs/Studiums. Heute immernoch und vor 25 Jahren sicherlich noch weit mehr. Da war man als Frau in einem MINT-Fach an vielen Unis ein Alien, und wurde manchmal auch so behandelt. Sogar als ich noch auf der Schule war, wurde man als Mädchen von manchen schräg angeschaut, wenn man Mathe oder Physik LK hatte. Auf meinem Gym ging's vergleichsweise, aber generell ist man auch in diesem Jahrtausend noch Gefahr gelaufen sozial stigmatisiert zu werden, wenn man sich als Frau für traditionell eher Männern zugeordneten Berufen interessiert hat. Und auch im Studium war es für so manche nicht leicht, wenn auf 50 Männer vll 4-5 Frauen kamen.
    Es wird langsam besser, für meine Generation war es schon leichter als für die davor, und für die die jetzt zur Schule gehen, ist es sicherlich leichter als für meine Altersgenossen. Aber von echter Gleichberechtigung im Beruf sind wir noch weit weg.
    Gilt übrigens auch andersrum - in mancherlei Hinsicht haben Männer es schwerer. Nicht im Gesamtbild, aber in manchen Aspekten, z.T. Akzeptanz von Elternzeit seitens der Betriebe und Kollegen, etc.
    Wird langsam echt OT, aber das konnte ich wirklich so nicht stehen lassen.
    (Und normalerweise mag ich deine Posts echt gerne walkman )

    Ja, die wirtschaftliche Situation war eine andere, vor 25 Jahren war die Arbeitslosenquote nämlich noch doppelt so hoch wie heute. Inflation im Bereich von 2% und mehr war schon damals normal, es war absehbar, wo das hinführt. Erst der Demographische Wandel heute wirkt dem entgegen.

    Und ja, wir leben heute sicher nicht in Gleichberechtigung: Als relativ junge Frau mit Wunsch zur Führungsposition hat man es heute - dank Quoten etc. - in Konzernen deutlich leichter, als als Mann. Und die Zeiten, in denen Frauen im MINT-Studium komisch angesehen wurden, sind lange vorbei. In anderen Studiengängen sind Männer sagor im Gegensatz zu früher unterrepräsentiert.

    Aber du hast völlig Recht, mit Hunden hat das jetzt nicht mehr so viel zu tun. Ernsthaft: Vielleicht hat ja jemand eine Idee, wie Hundehaltung bei heute jungen Menschen im Vergleich zu früher gesehen wird? Ich habe den Eindruck, dass da eher Sachargumente eine Rolle spielen und auf Hundehaltung eher verzichtet wird. Gibt es dazu eigentlich Statistiken? Oder - auch wirklich ernst gemeint - gibt es Analysen, ob es einen Zusammenhang zwischen Hundehaltung und Job/Einkommen etc. gibt?

    Hat jemand hier eine Standklima in seinem Camper? Falls ja, welches Modell mit welchen Erfahrungen insbesondere zur Versorgung (z. B. 230 V und Reaktionen der Campingplätze oder 12V und Erfahrungen mit Batterien/Solar)?

    Mir geht dieses Wetter so dermaßen auf den S.... Ich bin echt kein Sommercamper.

    Wir haben eine Dachklimaanlage von Truma, genaues Modell weiß ich nicht, die bis 7,5 m . Sie rettet mein Leben, ich brauche bei 30 Grad + mittags eine Pause, sonst schafft mein Kreislauf das nicht.

    Sie läuft nur über Landstrom. Wir haben sonst keinen Stromfresser bei, wenn ich sehe was da sonst an Backöfen, Kühltruhen usw in den Vorzelten steht , habe ich bei 2-3 h Betrieb meiner Klima kein schlechtes Gewissen. Man zahlt eben seinen Strom entsprechend. Außerdem können wir so den Hund mal ne halbe Stunde drin parken und kurz im See schwimmen oder so.

    Hattet ihr schonmal ein Problem damit bei der Abrechnung oder zwischendrin? Ich habe den Eindruck, dass die Campingplätze, die Klimaanlagen verbieten, immer mehr werden, täuscht das?

    Ich beschreibe hier nicht meine Wunschwelt, sondern die Ist-Welt:

    Selbstverwikrlichung am Bedarf vorbei hat eingeschränkte Möglichkeiten bei der Wohnungswahl zur Folge.

    Ich habe einen Bedarf an Musikerinnen, an Briefträgerinnen, an Künstlern und Sozialarbeitern. Und ich glaube ich bin nicht alleine. Wir brauchen Vielfalt im Denken und Sein in unmittelbarer Nähe in unserem Umfeld. Ganz zu schweigen von praktischen Überlegungen: wer nimmt deinen Müll mit, wenn die Arbeiter irgendwann 3 Stunden pendeln müssen, weil sie sich deine Wohnlage nicht leisten können.

    Meiner Meinung nach haben auch unsere Städte ganz viel „Bedarf“ danach, Menschen aus allen Einkommensklassen, Berufsgruppen, etc. durchmischt wohnen zu sehen.

    Wie traurig und steril, wenn man deinen Gedanken weiterdenkt. Ghettoisierung und totale emotionale und künstlerische Armut in „schönen“ Wohnlagen.

    Selbstverwikrlichung am Bedarf vorbei hat eingeschränkte Möglichkeiten bei der Wohnungswahl zur Folge.

    Das möchte ich ja gern sehen, wie das Leben in den Städten aussieht, wenn das niedrigere Lohnsegment dorthin verdrängt wird, wo Mieten noch recht billig sind.

    Das ist längst der Fall: Der Amazon-Fahrer wohnt nicht in bester Lage in der Metropole, sondern außerhalb oder bestenfalls im heruntergekommenen Stadtteil. Und die Postzusteller ebenfalls, sofern sie nicht Beamte mit altem Mietvertrag sind.

    Jemand, der vor 25 Jahren z. B. Sozialpädagogik oder Ökotrophologie studiert hat, wusste damals schon, dass man damit sehr wahrscheinlich nicht reich wird und die Jobchancen beschränkt sind.

    Wollen wir wirklich eine Gesellschaft, in der alle nur das studieren, was sie finanziell m besten absichert?


    Jeder einzelne kann sich zumindest in unserer Gesellschaft bis zu einem gewissen Maß zwischen Selbstverwirklichung und höherem Gehalt entscheiden.

    Wer mitten in der Innenstadt von Berlin wohnen und das mit Musik finanzieren will, muss entweder als Straßenmusiker die für den Ort passende Musik in der dort gewünschten Qualität machen, oder z. B. für das Stabsmusikkorps oder die Berliner Philharmonikern qualifizieren. Selbstverwikrlichung am Bedarf vorbei hat eingeschränkte Möglichkeiten bei der Wohnungswahl zur Folge.

    Ich habe auch nicht behauptet, dass es Chancengleichheit gibt. Auch mit Fleiß hat das mitten im Berufsleben nur bedingt zu tun.

    Jemand, der vor 25 Jahren z. B. Sozialpädagogik oder Ökotrophologie studiert hat, wusste damals schon, dass man damit sehr wahrscheinlich nicht reich wird und die Jobchancen beschränkt sind. Sozialisation als Grund für diese Studiengänge greift m. E. zu kurz.

    Was bin ich froh, dass in der Hinsicht der öffentliche Dienst zumindest gleich bezahlt, egal ob Mann oder Frau.

    Obwohl wir insgesamt zu wenig Frauen in Führungspositionen haben.

    Ich hätte da aber zum Beispiel auch null Bock drauf.

    Es haben erwiesenermaßen weniger Frauen Bock auf Führungspositionen. Deshalb halte ich Quoten auch für einen völkig falschen Ansatz.

    Zu der aktuellen Diskussion kann ich nicht wirklich was beitragen, aber es dürfte eh klar sein, dass meine Antwort "Dacia" lautet |)

    Mal was anderes - wer von euch nutzt eine Dashcam? Warum bzw. warum nicht?

    Habe mich dagegen entschieden (in Deutschland):

    Zeigt man jemanden aufgrund seines Fehlverhaltens an, setzt man sich der Gefahr aus, dass einem ein Datenschutzverstoß zur Last gelegt wird. Der Ärger ist lohnt sich ohne Unfall nicht.

    Und im Falle eines Unfalls hat man durch die Kamera nur dann einen Vorteil, wenn man sich selbst korrekt verhalten hat und das Fehlverhalten des anderen nachweisbar ist. Ist mir in vielen Jahren mit sehr vielen Kilometern nur einmal passiert und selbst da hätte ich mindestens noch eine Teilschuld bekommen.

    Ich habe mehr davon, wenn ich mich zur Ruhe zwinge ohne mich aufzuregen.

    Ich bin auch totaler Fan von Japanern, insbesondere Toyota, die Langlebigkeit ist legendär und das nicht ohne Grund.

    OT:

    Was dein ChatSauvagee Mechaniker da gemacht hat, ist aber leider nur ein Zeichen für eine seeeeehr flexible Werkstatt (legal ist das Schleifen von Scheinwerfern nicht), HU hätte es damit nicht geben dürfen.

    Vielleicht eine unpopuläre, negative Sicht auf die Dinge, aber vielleicht nutzt es ja wem: Gehälter bildet der Markt, deshalb sind sie nicht fair. Grundsätzlich ist auch jeder ersetzbar. Auch die Kopfmonopole in kleinen Betrieben oder im Keller irgendwelcher Konzerne. Es gehen zwar bald sehr viele Leute in Rente, für die nicht genug nachkommen, das kann schon zu höheren Gehältern im Schnitt führen, wenn die Arbeitgeber das irgendwann erkennen. Dann wird es aber auch höhere Inflation geben, sodass wieder nur einige davon profitieren. Und dann kommt der Ganze neue Kram mit KI, Automatisierung etc. hinzu, sodass noch eine riesige Menge von einfacheren Jobs wegfallen werden.

    Je mehr direktes, positives Feedback man bekommt, wie z. B. in sozialen Berufen, umso mehr machen Menschen den Job genau deshalb. Im Gegenzug für diesen "Purpose" gibt es dann relativ wenig Gehalt. In der Regel sind die Träger solcher Einrichtungen im Spannungsfeld zwischen Krankenkasse, Staat, Patient und Mitarbeiter am wenigsten auf den Mitarbeiter ausgerichtet. Da hilft als Mitarbeiter nur die Abstimmung mit den Füßen.

    Gleichzeitig - wenn auch meist in einer komplett anderen Blase - gibt es die Leute, die sich regelmäßig sagen, wie unwichtig und sinnlos der eigene Job ist, die aber ein exorbitant hohes Gehalt bekommen. Da ist die Belastung eher abstrakt bzw. psychisch. Hohes Gehalt ist häufig auch mit einer sehr viel längeren (teils inhaltlich anspruchsvollen und deshalb schon für nicht jeden geeigneten oder attraktiven) Ausbildung verbunden. Das ist auch keine Frage des Geschlechts, denn z. B. eine MINT-Ausbildung darf jeder machen, der eigene Nachwuchs spielt in dem Alter i. d. R. noch keine Rolle. Da haben viele aber keinen Bock drauf. Immerhin ist der Frauenanteil in den Studiengängen in den letzten 20 Jahren ein wenig gestiegen, aber immer noch gering.

    Und dann gibt es noch die, die einen total sinnvollen Job haben, dafür sehr viel Geld kriegen, dann aber keinen Bock mehr haben. Wie dieser hier: https://www.aerztezeitung.de/Panorama/Einst…rer-265793.html Am Ende muss man sehen, was einem wichtig ist. Aber unbestritten ist sicher: Je hochwertiger die Ausbildung, umso mehr Freiheit bei der Wahl von Job und allem anderen hat man.

    Auch bei der Wohnungswahl: Will ich in der Innenstadt einer Metropole wohnen, geht das nur mit entsprechend hoch bezahltem Job. Brauche ich das nicht, kann ich mir auch - weit - außerhalb etwas suchen, muss nur wenig für´s Wohnen bezahlen, aber dann pendeln (oder im HO arbeiten). Es gibt in Deutschland erstaunlich viele Gegenden mit sehr geringen Mieten, mitten in der Natur. Mit Hund wäre das auch meine nächste Wahl, wenn ich wegziehen müsste.

    Der beste Trick für geringe Miete wurde ja schon genannt, möglichst lange in der Wohnung bleiben. Das liegt aber auch nur daran, dass sich viele Vermieter vor Mieterhöhungen scheuen, oder einfach zufrieden sind. Es besteht auch eine geringe Chance, dass Mieten in absehbarer Zeit nicht weiter steigen, bei Immobilienpreisen ist das derzeit schon der Fall.

    Das Prinzip "Kinderkriegen ist wichtig, damit die unsere Rente zahlen" hat sich inzwischen leider auch überholt, so wie in vielen anderen Bereichen funktioniert dauerndes Wachstum eben nicht ewig, deshalb wird das Renteneinstiegsalter immer weiter steigen und ich gehe nicht davon aus, dass es zukünftig irgendwelche neuen Förderungen für Eltern geben wird. Und zwar nicht nur, weil Wohnraum knapp ist (wenn die Welt wieder etwas friedlicher werden sollte, werden wir wieder einen Rückgang der Bevölkerung in DEU sehen), sondern weil Ressourcen grundsätzlich nicht unendlich zur Verfügung stehen.

    OK, was hat das mit "Hund=Problem bei der Wohnungssuche zu tun"? Eigentlich nix, außer dass das Hundethema schon immer ein Nachteil bei der Suche war, in einem derzeit noch (?) sehr engen Wohnungsmarkt ist das schon ein gravierender Nachteil. Andererseits habe ich durch den Hund so viele Leute kennengelernt, dass ich inzwischen sofort erfahren würde, wenn in der Gegend etwas frei wird. Und meine gesamte Nachbarschaft würde sich bemühen, dass ich woanders eine Wohnung kriege :D