Beiträge von CundC

    Und wie so mancher Hund hat auch nicht jeder Mensch gelernt, in Krisensituationen entspannt/souverän zu bleiben.
    Und manchmal ist es auch ein Zeichen von Charakter für das notwendige zu kämpfen und nicht den Schwanz einzuziehen.

    Wir sprechen hier ja nicht von Situationen wie "Der Tee schmeckt mir nicht" oder "Ich hätte gern noch ein Kissen damit's bequemer ist", sondern von sehr starken Schmerzen unbekannten Ursprungs oder anderen potentiell gefährlichen Situationen.
    Dass viele Menschen einfach A.löcher sind und anderen das Leben unnötig schwer machen, ist leider eine Tatsache. :( :
    Aber nicht jeder, der nicht still, brav und leise ist, wird aus den falschen Gründen fordernd.

    Ich kann es zwar theoretisch nachvollziehen, aber... Es gibt halt echt noch was zwischen 'still, brav und leise' und 'jemanden (u.U. die falsche Person) anbruellen und zur Sau machen' ;)

    Das meinte ich mit 'man kann da auch deutlich werden. Deutlich, nicht unverschaemt'.

    Es gibt da fuer mich Ausnahmen, aber in so gut wie allen Situationen, in denen jemand 'austickt' (absichtlich in ' !!), war/ist es einfach nicht angebracht/unfair.

    1. Ich habe gesagt, dass ich lauter und lauter werde, nicht, dass ich jemanden "zur Sau mache" - ist evtl. auch unterschiedlich, was wir darunter verstehen.

    2. Mich wird man so eh nie wieder erleben - ich hab halt niemanden mehr.

    So leid mir das tut, aber da ich nicht lügen möchte: Wahrscheinlich hättest Du dann meine Wut darüber, dass mein Angehöriger im KH liegt und nichts getan wird (so zeigt sich das ja für mich), um ihm zu helfen in einer (für mich und ihn) unerträglichen Lage, abbekommen. Vermutlich hätte ich mich nach dem Wutausbruch entschuldigt, weil Du das abbekommst, was andere verbocken (da ist die Planung nicht ok, zumindest in meinen Augen). Aber ich fürchte, ich hätte mich da nicht zurückhalten können.

    Ich hab wirklich lange Geduld - ich hab mit meinem Mann nach Immuntherapie mit immer schlimmer werdenden Symptomen stundenlang in der Notaufnahme des UKE gesessen und hab dann noch lieb und nett (halbwegs zumindest) fragen können, ob er sich nicht in eines der Erstuntersuchungszimmer legen kann, weil er gleich umkippt. Wären es da Schmerzen gewesen, wäre ich penetranter gewesen. Aber auch so: es war letztendlich kurz vor knapp, die inneren Organe waren kurz vorm aufgeben. (Die stationäre Behandlung hat es nochmal hinbekommen.)

    Und ja, die NA war schwer beschäftigt, das habe ich auch so sehen und anerkennen können.

    Und Niemand ! kein Patient,kein Angehöriger oder wer auch immer hat das Recht uns anzubrüllen!

    Dann gebt uns auch keinen Grund dafür.

    Hasilein, nicht missverstehen, bitte. Das heißt nicht, dass ich bei "Kannst Du mir mal ne Schmerztablette holen" losgehe und das Stationszimmer??? zusammenbrülle. Lauter werden kommt bei mir dann vor, wenn ich feststelle, dass mein Gegenüber mich einfach nur abblockt, ich aber auf genau diese Person angewiesen bin und kein anderer da ist. Oder aber: wenn trotz Versprechen, es passiert etwas, das eben nicht passiert. Und dann ist es eben bei mir Hilflosigkeit und Ausgeliefertsein (ich selbst kann nichts gegen die Schmerzen tun und meinem (wirklich!!!) leidenden Menschen helfen und derjenige, den ich bitte, ist nicht gewillt - aus welchem Grund auch immer - mir/uns zu helfen, aber so langsam wird es mal richtig Zeit, dass da was passiert) und auch Wut darüber, dass hier nicht geholfen wird, denn ich kann nicht einen schwerkranken Menschen (sonst wäre er nicht im KH) mal eben so einpacken und zum nächsten Arzt um die Ecke fahren, damit da endlich was passiert.

    Wenn mir jemand sagt, er/sie kann da jetzt nichts tun, sondern muss den Arzt holen, dann verstehe ich das. Und das ist dann auch schon eine Hilfe. Wenn mir das aber 3x nacheinander alle halbe Stunde gesagt wird und nichts passiert (aus welchem Grund auch immer), dann sag mir jetzt bitte, was ich dann noch tun kann, um meinem Menschen zu helfen? Oder soll ich mich still und leise wieder ins Patientenzimmer zurückbegeben und einfach nur hoffen, dass innerhalb der nächsten Stunden jemand ankommt und sich wenigstens mal ein Bild von der Lage macht und bloß nicht mehr stören? Und wie lange soll ich darauf warten?

    Nochmal, ich verstehe, dass für die Pfleger/innen die Situation ja auch nicht einfach ist, habe aber echt keine Idee, wie der Zustand verbessert werden kann bzw. was ich dafür tun könnte. Vielleicht fällt Dir da was ein?

    Und mal zum Hintergrund, warum ich da dann schon mal wütend werde:

    Nicht im KH passiert bzw. nur der Anfang:

    Koloskopie

    Danach zur Kontrolle noch dableiben - es geht keine Luft ab - natürlich mehrmals angesprochen

    Nachhause geschickt mit prallem Bauch

    am nächsten Tag Arzt gerufen - in die Apotheke geschickt worden, um entkrampfende Mittel zu holen

    am nächsten Tag Notarzt (damals gabs die 116117 noch nicht) - gibt entkrampfende Mittel

    am Sonntag dann nochmal Notarzt - Einweisung in die Klinik mit Mensch unter Morphium gesetzt, um überhaupt transportfähig zu sein.

    auf dem Weg in die Klinik nochmal nachgespritzt

    Rö zeigt freie Luft im Bauchraum - "sowas in der Größenordnung haben wir noch nie gesehen"

    Not-Op

    14 Tage (oder sogar 3 Wochen?? da bin ich heute nicht mehr sicher ohne nachzuschauen) Intensivstation

    Dem Tod mal um Haaresbreite von der Schippe gesprungen (Bauchraum total versifft).

    Es war ein Löchlein im Darm entstanden bei der Koloskopie - kann passieren - das ist ein ganz normales Risiko dabei.

    Aber die Nachsorge!!! hätte ihn nicht mit prallem Bauch entlassen dürfen.

    Es tut mir leid, meine Löffelchen wurden damals aufgebraucht, wenn ich abgespeist werde.

    Ich hab da jetzt grad mal reingeschaut und muss ehrlich sagen, ich habe bei den Preisen (Rindfleisch 8,99/kg) geschluckt.

    Da würde ich tatsächlich eher auf den Lebensmittelhandel ausweichen und versuchen, reduzierte Ware zu bekommen, abgesehen davon, dass das echt mein Budget sprengen würde (wären dann bei meinem Bedarf so ca. 135 pro Monat zzgl. Gemüse, Hühnerklein und Innereien, Öl, Nüsse, Kräuter usw.)

    hasilein75 Du hast aber schon gelesen, dass ich da ein "wenn ich nicht ernstgenommen werde" dazugeschrieben hatte?

    Denn leider gibt es nicht nur und ausschließlich engagierte Leute, die tun, was sie können, sondern auch solche, die versuchen, Dich abzuwimmeln. Und ja, bei solchen Menschen ist mir mein lieber Anverwandter wichtiger bzw. wichtig genug, um mich unbeliebt zu machen und denen auf den Geist zu gehen. Und da gehe ich auch alle 10 Minuten zum Schwesternzimmer (heißt das heute noch so?) und gehe den Leuten auf die Nerven, bis dem Patient geholfen wird.

    Es gibt Grenzen - ich rede hier ja nicht davon, dass ein Patient seinen Kaffee nicht Punkt 15:00 bekommt - , und bei allem Verständnis für die Pfleger/innen, wenn ich lauter werden muss, um Gehör zu bekommen, dann mache ich das.

    Danke hasilein75 Ich muss zugeben, ich hatte die Nummer total aus meinem Gedächtnis verdrängt gehabt.

    tantematilda Gibt es da keinen Ansprechpartner? Und sowas wie Stationsleitung/ oder-arzt? Zur Not werde ich bei sowas auch mal lauter - in Abstufungen immer lauter werdend, wenn ich nicht ernstgenommen werde, passiert bei mir leider automatisch, gerne dann auch an einer allgemeinen Information mit Publikumsverkehr. Da wird man dann recht schnell in ein Zimmer gebeten mit einem Ansprechpartner (oder des Hauses verwiesen).

    Ich weiß, am Wochenende ist auch ein Krankenhaus eher dünn besetzt und die Leute, gerade die Pfleger/innen wissen nicht, was sie als erstes machen sollen, weil sie überlastet sind. Aber einen Menschen mit so schlimmen Schmerzen liegen lassen geht einfach nicht.

    tantematilda Hat der Pflegedienst keinen Arzt? Wenn nicht, dann Hausarzt. Wenn das auch nicht, dann Notarzt. Ja, da ist ne Hemmschwelle, weil "ist ja nicht lebensbedrohlich". Aber ich hätte da an Deiner Stelle schon längst die Schnauze voll von Schulterzucken. Und wenn die nichts tun (können?), dann eben Du.

    Wenn es Krämpfe sind, könnte Magnesium helfen (bekommst Du in jeder Apotheke z.B. Magnesium Verla). Aber das hilft eben nur, wenn es magnesiumbedingte Krämpfe sind.

    In dem Alter und mit der Vorgeschichte bzw. den Medikamenten würde ich wirklich schnellstmöglich einen Arzt holen - und eben, wenn es anders nicht geht, dann den Notarzt. Ich vermute mal, gehen kann sie nicht?

    Ach, und um schnell einen Arzt zu bekommen, wenn Du doch bis nach dem Wochenende warten willst/kannst, dann bemühe die Arztsuche der Krankenkasse - die machen auch einen Termin für Dich aus. Das bieten inzwischen, glaub ich, die meisten KK an oder auch Videosprechstunde.