Und Niemand ! kein Patient,kein Angehöriger oder wer auch immer hat das Recht uns anzubrüllen!
Dann gebt uns auch keinen Grund dafür.
Hasilein, nicht missverstehen, bitte. Das heißt nicht, dass ich bei "Kannst Du mir mal ne Schmerztablette holen" losgehe und das Stationszimmer??? zusammenbrülle. Lauter werden kommt bei mir dann vor, wenn ich feststelle, dass mein Gegenüber mich einfach nur abblockt, ich aber auf genau diese Person angewiesen bin und kein anderer da ist. Oder aber: wenn trotz Versprechen, es passiert etwas, das eben nicht passiert. Und dann ist es eben bei mir Hilflosigkeit und Ausgeliefertsein (ich selbst kann nichts gegen die Schmerzen tun und meinem (wirklich!!!) leidenden Menschen helfen und derjenige, den ich bitte, ist nicht gewillt - aus welchem Grund auch immer - mir/uns zu helfen, aber so langsam wird es mal richtig Zeit, dass da was passiert) und auch Wut darüber, dass hier nicht geholfen wird, denn ich kann nicht einen schwerkranken Menschen (sonst wäre er nicht im KH) mal eben so einpacken und zum nächsten Arzt um die Ecke fahren, damit da endlich was passiert.
Wenn mir jemand sagt, er/sie kann da jetzt nichts tun, sondern muss den Arzt holen, dann verstehe ich das. Und das ist dann auch schon eine Hilfe. Wenn mir das aber 3x nacheinander alle halbe Stunde gesagt wird und nichts passiert (aus welchem Grund auch immer), dann sag mir jetzt bitte, was ich dann noch tun kann, um meinem Menschen zu helfen? Oder soll ich mich still und leise wieder ins Patientenzimmer zurückbegeben und einfach nur hoffen, dass innerhalb der nächsten Stunden jemand ankommt und sich wenigstens mal ein Bild von der Lage macht und bloß nicht mehr stören? Und wie lange soll ich darauf warten?
Nochmal, ich verstehe, dass für die Pfleger/innen die Situation ja auch nicht einfach ist, habe aber echt keine Idee, wie der Zustand verbessert werden kann bzw. was ich dafür tun könnte. Vielleicht fällt Dir da was ein?
Und mal zum Hintergrund, warum ich da dann schon mal wütend werde:
Nicht im KH passiert bzw. nur der Anfang:
Koloskopie
Danach zur Kontrolle noch dableiben - es geht keine Luft ab - natürlich mehrmals angesprochen
Nachhause geschickt mit prallem Bauch
am nächsten Tag Arzt gerufen - in die Apotheke geschickt worden, um entkrampfende Mittel zu holen
am nächsten Tag Notarzt (damals gabs die 116117 noch nicht) - gibt entkrampfende Mittel
am Sonntag dann nochmal Notarzt - Einweisung in die Klinik mit Mensch unter Morphium gesetzt, um überhaupt transportfähig zu sein.
auf dem Weg in die Klinik nochmal nachgespritzt
Rö zeigt freie Luft im Bauchraum - "sowas in der Größenordnung haben wir noch nie gesehen"
Not-Op
14 Tage (oder sogar 3 Wochen?? da bin ich heute nicht mehr sicher ohne nachzuschauen) Intensivstation
Dem Tod mal um Haaresbreite von der Schippe gesprungen (Bauchraum total versifft).
Es war ein Löchlein im Darm entstanden bei der Koloskopie - kann passieren - das ist ein ganz normales Risiko dabei.
Aber die Nachsorge!!! hätte ihn nicht mit prallem Bauch entlassen dürfen.
Es tut mir leid, meine Löffelchen wurden damals aufgebraucht, wenn ich abgespeist werde.