Beiträge von SophiaF

    Den Hype um diese Maren Grote verstehe ich null. Ich würde davon abraten.

    Das ist das allererste Mal, dass ich Kritik an Maren Grote lese. Was ist deine Kritik?

    Ich habe zwei ihrer Bücher gelesen und verstehe auch nicht, warum sie immer wieder empfohlen werden. Viel Meinung, die als Fakten dargestellt wird. Vor allem ihre Sicht auf Belohnungen, mit der sie schon fast die operante Konditionierung in Frage stellt, finde ich fragwürdig.

    Sehe ich anders. Ja dann kostet ein Welpe 5.000 - 10.000€. Kostendeckung plus ein Jahresgehalt. 2 Würfe im Jahr verteilt auf genügend Hündinnen. DAS wäre doch abgesehen von den Kosten, die man als Halter tragen müsste, allgemein wünschenswert für den Rasseerhalt und die Zucht. Und es bleibt genug für die Versorgung der Zuchthündinnen, der Senioren und der Ausbildung der nachfolgenden Generation für die Zucht.

    Das funktioniert dann eben auch nur mit ausreichend großen Würfen und wenn die Hündin aufnimmt.

    Unsere Züchterin hatte für dieses Jahr 2 Würfe geplant, also nach bisherigen Erfahrungen 10-15 Welpen. Es wurden 2 Welpen, die eine Hündin hat nicht aufgenommen. Die hätte sie dann entsprechend für den Preis eines Mittelklassewagens verkaufen müssen, damit der Plan aufgeht. Das kann doch nicht funktionieren.

    Zitat

    Aber (ausgehend von der Natur des Menschen): wo es viel Geld zu verdienen gibt, ist besondere Vorsicht geboten. Deshalb glaube ich dass die Anzahl von günstig produzierten Vermehrerwelpen wohl eher ansteigen wird.

    Das glaube ich nicht. Die Aufklärung wird da immer mehr und dringt auch in Bereiche vor, die gar nicht die eigentliche Zielgruppe sind. Menschen werden dadurch skeptischer und fragen sich dann vermutlich schon, warum denn der eine Welpe 500 Euro kostet und der andere 2500.

    Was aber mehr wird, sind die Vermehrer, die sich zu vermarkten wissen oder auch ganz einfach nur die Kaufinteressenten auffangen, die bei einem verantwortungsbewussten Züchter keinen Welpen bekommen hätten.

    Es gibt bei uns einen Vermehrer, der mit ca. 30 Hunden auf einem Bauernhof lebt und 2 eher seltene Rassen züchtet. Die haben fast immer Welpen da und wenn man anfragt, bekommt man sofort 2-3 Welpen angeboten, die man sofort abholen kann. Da hinterfragt keiner, ob der Haushalt geeignet ist, es geht nur darum die Ware zu verkaufen. Manchmal werden aber auch noch Welpen importiert. Das wird auf der Webseite dann so angekündigt, als ob es etwas tolles wäre: "Wir haben die einmalige Möglichkeit, Welpen von ausgezeichneten Züchtern aus Rumänien anzubieten". Die sind dann sogar noch teurer als die Welpen, die dort vom Hof kommen.

    Aber kann mir bitte mal Jemand erklären: Warum variieren denn Preise nur wegen dem Geschlecht oder der Farbe? Sowas gab es bei uns in der Zucht nie und kenne ich auch zb bei den Border Terriern so gar nicht.

    Bei den Pudelzüchtern wurde mir erklärt, dass die beliebteren Farben teurer sind, damit Käufer, denen die Farbe egal ist, eher die unbeliebteren Farben wählen. Man kann natürlich auch sagen "der Markt regelt".

    Das scheint auch sehr rassespezifisch zu sein. Uns hat mal ein Lagotto-Züchter gesagt, er erklärt den Welpeninteressenten einmal. dass es keine Farbwahl und nur begründete Auswahl des Geschlechts gibt. Wenn sie dann weiter darauf bestehen, bekommen sie keinen Welpen.

    Missy2023 so wie du den Unterschied zwischen Show und Leistung beschreibst, erscheint mir schlüssig, warum die Preise sich da so stark unterscheiden. Andererseits stellt sich bei mir dann die Frage, wenn ich jetzt mal in ein Extrem gehe: erleben Begleithunde beim Züchter mehr? Werden Arbeitshunde "weniger" sozialisiert?

    Ich glaube so pauschal kann man das nicht sagen, aber meiner Erfahrung nach haben die Arbeitsrassen-Züchter einen pragmatischeren Ansatz und überlassen mehr den Käufern, weil die Wünsche da ja ohnehin oft individuell sind.

    Ich glaube allerdings, dass das Spektrum bei den Begleithunde-Züchtern größer ist, weil die viel weniger einen Ruf zu verlieren haben. Die "Qualität" von Begleithunden lässt sich ja kaum messen.

    Als wir Pudel-Züchter besucht haben, waren die Unterschiede heftig. Unsere Züchterin hat mit den Welpen Stubenreinheit trainiert, sie kannten einen Rückruf mit Pfeife, in einer Box im Auto fahren, mal von Geschwistern und Eltern getrennt sein, und noch viele andere Kleinigkeiten. Bei anderen Züchtern haben die Welpen bis zur 8. Woche die Wurfkiste vollgepinkelt und mussten dann auch bitte schnell abgeholt werden, weil es danach anstrengend wird (Originalzitat).

    Ich denke 2500 Euro sind bei vielen Rassen außerhalb von Jagd- und Arbeitshunden mittlerweile Standard. Wenn die Züchter gute Arbeit machen, finde ich das auch nachvollziehbar und zahle es gerne. Unsere Züchterin hat schon sehr viel Aufwand betrieben, damit die Hunde alles kennenlernen und ist auch auf Sonderwünsche eingegangen (unser Hund hat z.B. Meerschwein kennengelernt, weil eine Welpenfamilie Meerschweinchen hat).

    Was mich aber deutlich mehr stört ist der Preis bei Kleinanzeigen-Würfen, die solche Preise verlangen, weil die Elterntiere "einen Stammbaum haben". Der Aussie-Labrador Mischling unserer Bekannten kannte praktisch gar nichts, als er mit 10 Wochen dort einzog und rannte panisch weg, als sie zum ersten Mal in der Küche den Mixer gestartet haben. Sie haben 3000 Euro für ihren "Aussiedor" bezahlt.

    Danke euch für die Einschätzung, das scheint sehr eindeutig zu sein. :frowning_face:

    Wir haben die Leinenführigkeit damals auch noch mal ganz neu aufgebaut und es hat viel besser geklappt. Das Fußlaufen aus dem Hundesport hat dabei auch sehr geholfen. Wir brauchen jetzt nur noch ein wenig Feinschliff.

    Ich habe mich schon damals nicht wohl gefühlt mit dem Training, habe mich aber überzeugen lassen. Mit meinem heutigen Wissen hätte ich den Kurs sofort beendet.

    Hallo,

    wir hatten gestern den ersten Termin mit einer neuen Hundetrainerin, mit der wir noch mal ein paar Themen mit unserem Pudel bearbeiten wollen (u.a. Leinenführigkeit in bestimmten Situationen). Wir haben als Hausaufgabe bekommen, dass wir noch mal zusammenfassen, welche Trainingsansätze wir verfolgt haben und wie gut das funktioniert hat.

    In dem Zusammenhang ist mir dann auch wieder eingefallen, dass wir in der ersten Hundeschule darauf achten sollten, dass unser Hund beim ruhigen Laufen an der Leine (in der Orientierung) die Nase nicht auf dem Boden hat. Dazu sollten wir eine Leine am Geschirr befestigen, um den Hund zu führen und eine zweite am Halsband, die so auf Zug sein sollte, dass der Hund den Kopf nicht senken kann.

    Schon während uns das gezeigt wurde, musste unser Hund mehrfach husten, weil er den Kopf immer wieder nach unten ziehen wollte und dann im Halsband hing. Das haben wir mehrere Wochen lang fast täglich geübt und es hat überhaupt nicht geholfen. Wenn ich ganz ehrlich zu mir bin, habe ich wohl damals meinen Hund nach der Anleitung des Trainers täglich gewürgt, um seinen Kopf in die gewünschte Position zu bekommen, ohne dass er verstanden hat was ich von ihm will.

    Hinzu kam, dass wir in der Orientierung Schreckreize verwendet haben. Wenn der Hund zur Seite geschaut hat, sollte man vor dem Hund aufstampfen oder eine kleine Dose mit Schrauben auf den Boden werfen, damit der Hund wieder aufmerksam ist.

    Beides hat für uns gar nicht funktioniert und als ich das gemerkt habe, habe ich auch sofort wieder damit aufgehört. Ich frage mich aber jetzt, ob das "normale" Methoden sind, um Leinenführigkeit zu üben? Dass sie aversiv sind ist klar, aber sind das bekannte Trainingsansätze oder eher etwas spezielles, was von den damaligen Trainern kam?

    Ich habe mich gerade noch mal zum Thema Cocker Arbeitslinien auf den aktuellen Stand gebracht. Interessant, ich dachte, es gibt außerhalb von England nur 2-3 Züchter, aber es scheint ja deutlich mehr zu geben.


    Ich finde die Bandbreite innerhalb von Würfen auch sehr interessant. Unser Kleinpudel braucht regelmäßig Beschäftigung und liebt alles, was mit Nasenarbeit zu tun hat. Dafür müssen wir ihn gar nicht belohnen, es macht ihm einfach Spaß. Im Wurf war er der ruhige, den wir dann als Hundeanfänger bekommen haben. Seine Schwester war damals die wilde Ausbrecherkönigin, die immer aktiv war, alles entdecken wollte und nicht zur Ruhe gekommen ist. Sie ist bei einem Ehepaar gelandet, die seit Jahren Hundesport mit ihren Pudeln machen. Die Hündin ist seit der Pubertät kaum noch dazu zu motivieren. Lange Spaziergänge mag sie, aber alles darüber hinaus, interessiert sich nicht. Da frage ich mich dann schon, was genau den Unterschied gemacht hat.

    Hi zusammen,

    ich habe mal eine Frage, die mich schon länger beschäftigt, seitdem mir eine Freundin von ihrer Welpensuche erzählt hat.

    Angenommen, jemand entscheidet sich für eine Rasse, die ursprünglich als Jagdhund gezüchtet wurde, heute aber eher als Familienhund gehalten wird, zum Beispiel Cocker Spaniel, Springer Spaniel, Beagle oder Lagotto. Diese Rassen bringen in der Regel mit, dass sie mit großer Motivation belohnungsbasiert arbeiten, Aufgaben lösen und sich auf Such- oder Gehorsamsübungen einlassen. Aber auch gleichzeitig, dass sie nicht gezielt in Arbeitslinien gezüchtet werden.

    Die Person möchte mit dem Hund im Verein Hundesport machen, zum Beispiel Rally Obedience oder Spürhundesport. Es geht nicht darum, auf einem hohen professionellen Level zu trainieren, aber erfolgreiche Turnierteilnahme auf Einsteiger- oder mittlerem Level sollte möglich sein.

    Meine Frage ist nun:
    Welche Rolle spielt bei der Entwicklung , dass die Elterntiere selbst sportlich aktiv waren oder im Hundesport gearbeitet haben? Spielt das eine entscheidende Rolle für Arbeitsfreude, Konzentration und Eignung des Welpen? Oder lässt sich das überwiegend durch frühes, belohnungsbasiertes Training und gezielte Förderung entwickeln?

    Interessant wäre auch der Einfluss der Epigenetik, also wie frühe Umwelteinflüsse bei den Elterntieren oder im jungen Welpenalter die spätere Motivation und Arbeitsfreude beeinflussen können.

    Ich freue mich sehr über persönliche Erfahrungen und Einschätzungen!