Was ich nicht so recht verstehe, ist das Herumreiten auf der DF Bubble. Das liest sich für mich, als ob das ein absolut übertriebenes Zielbild ist. Klar, der durchschnittliche User hier ist besser informiert als der durchschnittliche Hundehalter in Deutschland und kümmert sich vermutlich auch besser um seine Hunde.
Aber am Ende ist das auch genau so, wie es sein sollte, oder?
Mich nervt immer wieder so eine gewisse Doppelmoral, wenn es um Bedürfnisse von Hunden geht. In jeder Martin Rütter Folge geht es darum, dass Hunde übergewichtig sind, zu wenig Auslastung bekommen oder einfach die falsche Rasse für die Person sind. Aber im direkten Diskurs gibt es viel zu viele Befindlichkeiten, die "Fachpersonal" davon abhält, klare Worte zu finden.
Ich sehe es als Pflicht dieser Personen an, Kunden auf Gesundheitsrisiken oder Mängel hinzuweisen. Das geht bei sichtbar schlechten Zähnen oder verfilztem Fell los, aber auch Probleme mit dem Bewegungsapparat oder Bewegungsmangel. Das kann man sehr neutral und respektvoll tun, ohne jemanden bloßzustellen: "Hier, das ist nicht gut, ich zeige dir, wie es besser geht".
Unsere Hundetrainerin hat mal erzählt, dass sie 10 Jahre gebraucht hat, um an den Punkt zu kommen, dass sie Kunden klar sagt, wenn der Hund übergewichtig ist. Vorher hatte sie Angst davor, dass Kunden nicht mehr kommen oder sie schlechte Bewertungen bekommt. Tatsächlich ist das aber nicht einmal passiert. Stattdessen vermittelt sie jetzt regelmäßig Kunden an eine Ernährungsberatung, sowohl wegen Übergewicht als auch wegen Unverträglichkeiten (die auch vielen Hundehaltern nicht auffallen).