7 Monate ist generell ein "schwieriges" Alter für so einen umfassenden Neuanfang. Einschießende Hormone, vielleicht erste Läufigkeit schon im Anmarsch, pubertärer Umbau des Gehirns und gern ne zweite Angstphase in Vorbereitung.
Ich bin jemand, der quasi notgedrungen sogar relativ viel mit neuen Hunden macht und das in sehr anspruchsvollem Lebensumfeld. Ich sag es mal so. Es sollte einem klar sein, dass man sich da durchaus immer wieder im Bereich des umstrittenen Floodings befindet. Also Anpassung über komplette Reizüberflutung quasi.
Gelernt wird anfangs (bei uns), was ICH zum überleben brauche. Also dass ich mit Hunde ne Runde um den Block komm, ohne mitgeschliffen zu werden oder so.
Training im Sinne von irgendwelche Tricks und Kommandos, nö. Das geht später auch noch.
Wichtig ist erst mal nur was wichtig ist. So die unumstößlichsten Regeln im gemeinsamen Alltag.
Und ansonsten: schau ich, dass wir zwischen dem, was wir anfangs teils viel zu viel machen (nun, ich hab mehrere Hunde und die müssen gemeinsam raus und "funktionieren"), möglichst wenig machen. Viel pennen, nix tun, Alltag zuschauen. Und nicht um den Hund kreisen. Der ist halt einfach jetzt auch da.
5 Tage. Da kennen viele Hunde noch nicht mal ihren Namen.
Im Idealfall habt ihr noch rund 15 Jahre Zeit viel zu üben und zu lernen. Das muss nicht alles bis übermorgen reingepresst werden.
Bis der Hund wirklich halbwegs angekommen ist, die Beziehung zueinander steht, man einander einschätzen kann und es "passt", vergehen häufig gut und gern 6 Monate, eher deutlich mehr. (Und dann mischt hier ne Pubertät auch noch mit. Bis Hund auch als Hund fertig und erwachsen und gefestigt ist...dauert es noch rund 2-3 Jahre. Grundsätzlich.)
Der Jungspund, der hier mit 7 Monaten einzog, ist nun 7 Monate da. Und erst so langsam wirklich voll eingegliedert. Stammt aber nicht aus dem Tierschutz und musste eine Menge gar nicht neu lernen, sondern kannte das schon von Welpentagen an.
(Und da ich gleich 3 7 Monate alte Junghunde an der Backe hatte, mit ganz unterschiedlichen Charaktären: Egal ob die Offene, die Schüchterne, die "Emotionale" - die haben alle Zeit gebraucht und sind auf ihren neuen Endstellen auch nicht sofort daheim gewesen.
Zusammen wachsen dauert.)
Immer langsam mit den jungen Hunden. Von ein paar Mal zuviel werden sie nicht zwangsläufig kaputt, mancher verkraftet es besser, mancher schlechter, aber mit Monsterprogramm durchpeitschen und keine Zeit dazwischen, das Hirn mal die neuen Eindrücke sortieren zu lassen, macht womöglich sehr wohl was hin.
Es muss nicht alles gleich und sofort sein. Und wenn 20 Minuten Spaziergang im Moment noch zuviel sind, muss man nicht 2 Stunden gehen, weil "Hunde das brauchen".
Das kommt alles mit der Zeit. An Tag 5 ist noch bissl arg viel.