Beiträge von pinkelpirscher

    Ich habe national kein Möglichkeit für Clubschauen, die für das, was ich von Ausstellungen möchte, wichtiger sind.

    Es gibt keinen Club und zwei von drei registrierten Rassevertretern im Land gehören mir, der dritte war mein Sittinghund.

    Internationale Ausstellungen sind die einzige Chance national auch noch andere aus dem Rasse- und Typspektrum zu treffen und theoretisch was dazu zu lernen. Praktisch sitzt der, der in den Ehrenring muss dann eh den Rest vom Tag allein rum und kann sich mit sich selbst unterhalten oder allen anderen, die man eh immer trifft. Die Windhundleut treff ich alle paar Wochen auf der Rennbahn, für mediterrane Rassen muss ich sonst 100e Kilometer fahren oder für Spezialrichter. Schön, wenn der Alllrounder sagt "Schöner Kopf und bernsteinfarbene Augen". Ganz ehrlich, denen fallen teils die "wichtigen Punkte" gar nicht auf. Nicht allen. Aber für 0815 Copy&Paste Richterbericht... isses fast Verschwendung. Ich fahr zu sowas wegen den anderen Hunden und Kontakten. (Okay, und weil manchmal billig ein Titel drin ist. Anderswo zahlt ein paar 100er am Tag für den Profihandler um vorn zu sein, bei der Minderrasse erreichst sogar was, wennst selbst durch den Ring stolperst und Dich 3x verläufst).

    Für einen österreichischen Championtitel zahlt man mittlereile rund 360 Euro, im allergünstigsten Fall. Exklusive 50 Euro für die Urkunde. Allein das ist schon ein System, das mich nervt. Noch extra zahlen dafür, dass auf einem Zettel steht, dass man schon mindestend 6x gezahlt hat.

    Aber gut, aus mir wird nie ein eingefleischter Ausstellungsmensch.

    WDS wird vorrangig, weil die einzige Chance je so viele Hunde verschiedener Züchter an einem Ort versammelt zu sehen.

    Sonst werd ich, denk ich, wenn dann hauptsächlich noch zur jährlichen Clubschau in Tschechien fahren. Dort hat man dann tatsächlich zwei Tage Rasseerfahrung, 5 andere Hunde am Schoß und trinkt Radler und isst Gulasch mit Züchtern und Besitzern, statt allein rumzusitzen und zu hoffen, dass man endlich dran ist, aus dem Ring geschickt zu werden.

    Mit den Rennwhippets ist die Welt da einfacher. Mehr als ein SG kriegen die international nicht. Das kann man sich nach einmal, das man muss, dann meist sparen, außer es wurde doch ein G.

    Worin liegt der züchterische Wert, wenn ein Hund halt um "Schönster, bester Hund ganz verschiedener Rassen" läuft?

    Bei Show als Wettkampf versteh ich das ja irgendwie. Bei Show als Zuchtschau und Selektionsmechanismus versteh ich es nicht.

    Mit Minderrasse kommt man ja öfter in die Verlegenheit, das BOB zu machen. Das "Bester der Rasse" simma also eh schon gelaufen.

    Ob jetzt schöner als der Shiba, der Husky oder sonstwer ist "für uns" komplett irrelevant.

    Kostet wahnsinnig viel Zeit, der Hund ist von der Warterei eh schon durch. In die Box setzen gegen überreizen darfst ihn theoretisch nimmer, weil das ist böse, Hund stundenlang munter lassen im Trubel scheinbar nicht.

    Und dann muss man sich da noch durchquälen, damit der Hund nicht doch "NichtRassebester" ist und aberkannt wird, was ihm vorher zuerkannt wird und wo ich eh schon ne Menge dafür bezahlt hab?

    Wozu nochmal? Damit ich nach 5 Stunden warten dann eh heimgeh, weil ziemlich unrealistisch, in irgendwelche Top irgendwas zu kommen (und dann womöglich noch weiter warten zu müssen).

    Ich geh zu Shows, weil ich ein paar Bewertungen tatsächlich brauche, weil das eine der extrem wenigen Gelegenheiten ist, andere Rassevertreter zu treffen und weil ich versprochen hab, den Hund öfter als Muss sein auszustellen (und weil das wiederum sein muss, damit man den und den trifft und überhaupt ansatzweise mitreden darf)

    Ehrenring ist für mich persönlich Folter, bringt mir nix, interessiert mich nicht und macht das Leben schwer, schließlich müssma auch noch stundenlang heim.

    Mit einem anderen Zugang mag das anders sein. Aber wenn es blöd läuft und nur 1 Hund gemeldet ist, ist meiner fast automatisch BOB. Das ist eh grundsätzlich schon skuril. Aber dann noch warten, weil unglücklicherweise sonst niemand kam. (Und zum mittlerweile xten Mal erklären, wie man den Rassenamen ausspricht, bevor man sich per Mikrofon lächerlich macht). Mir geht das auf den Sack.

    Mich interessiert der Hundepart an Hundeausstellungen. Der Alle trinken bei grässlicher Musik und klopfen sich auf die Schulter Part und man muss dableiben, damit überhaupt noch wer da ist, den will ich persönlich nicht.

    Wo ist das Problem?

    Gibt genug Leute, die Hunde nur 1x täglich füttern.

    Ich zum Beispiel meistens. Eben weil es gesunde junge Hunde (keine Welpen und keine besonderen Ernährungsbedürfnisse aus gesundheitlichen Gründen oder Alter) sind.

    Und Leckerli gibt es auch eher einfach so. Warum auch?

    Die Hunde werden bedarfsdeckend gefüttert, warum sollt ich sie "einfach so" ständig zusätzlich mit Snacks füttern? (Zumal das eh gern Trash ist)

    Wenn, gibts Kleinigkeiten im Training. (Da dürfen sie dann auch das Hundefastfood haben).

    Kurz nochmal zum "Wofür diese Hunde (ursprünglich) sind".

    U.a. dafür.

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    Die laufen da teilweise 5 Kilometer durchgehend Hetztempo, also, da Rennleistungssalukis, so an die 60km/h. (Also natürlich nur, weil da was zu hetzen ist. "Einfach so" rennen auch rennende Windhunde nicht ans Limit.)

    Das würden Windhunde wie Whippets oder Greyhounds über die Distanz nicht schaffen und jeden anderen hauts auch tot um.

    corrier

    Zitat

    Das ist nicht deine Aufgabe jetzt", "Du bist jetzt nicht an der Reihe", usw

    Impulskontrolle und Frustrationstoleranz könnten hier in deinem Fall evtl auch Ausbaufähig sein.

    Das ist zb etwas, wo ich für denkbar halte, dass das beim Thema kleinere Kinder und "uneinschätzbarer Reiz" reinspielen könnte.

    Auch wieder Möglichkeitsform. War keiner von uns dabei.

    Ich beruf mich da immer drauf, was mir an Eigen-, Pflege- und Fremdhunden so unterkam. Und bei "Dem aufreizenden Irgendwas nicht hinther können" wird manch einer halt doch ordentlich frustig.

    Drum vorhin auch meine Frage an die TE, ob er sonst manchmal nach ihr schnappt. Beim Beißvorfall tat er es ja, dass er rumschnappte. Das kenn ich zb eher von frustigen Hunden. Auch von unsicheren und zum Vertreiben.

    (Alle meine bisherigen Dauermaulkorbträger haben nicht erntshaft beschädigend gebissen, aber Frust geschnappt, andere Hunde getackert, "unheimliche Faktoren" irgendwo reinzwicken versucht oder sich im Übersprung wo dran abreagiert. Wirklich ernsthaft zubeißen, im Sinne von Hund verursacht keinen Kratzer oder ein kleines Hämatom, sondern ne Fleischwunde, hätt ich nur bei einem und nur in bestimmten Ereigniskonstellationen erwartet. Wenn der "Gruselfaktor Mann" sich nicht verbellen und stellen ließ, sondern körpersprachlich zurück drohte. Da war scheinbar für den Hund klar "Ich werde angegriffen, ich muss mich verteidigen". Das war für nen Galgo mit wahrscheinlich Whippet zwar eher unüblich, aber grad die frustige Zwickerei zb erleb ich öfter, als darüber gesprochen wird. Bei hm...impulsiven Charaktären gefühlt öfter, kommt mir vor.)

    Ganz eventuell wär es einfach wichtig, erst mal die Lebensbedingungen des Hundes zu ändern

    Das sollte in meinen Augen immer der erste Schritt sein. Schauen, was die Bedürfnisse des Hundes, dieses Hundetyyps, der Rasse sind und die erfüllen. Sie sind maßgeblich für die Alltagserziehung. Das Erfüllen ist oft DIE Basis dort überhaupt weiterkommen zu können.

    Bin ich voll bei Dir.

    Die TE hat nur bisher nicht erzählt, was sie so alles mit ihrem Hund macht. Ich nehme nur an, dass es einfach auch noch an Erfahrung mit der Art Hund und ihren Bedürfnissen fehlt.

    Aber wissen tu ich's nicht. Insofern erst mal die Möglichkeitsform.

    Ich denke eigentlich nach wie vor, dass man nicht das "Hund hat Kind gebissen" allein betrachten darf.

    Oder sicher sagen kann, dass es immer ein Problem bleiben würde.

    Mitten in finsterer Nacht zwei, drei Trigger gleichzeitig.

    Wäre der kleine weiße Triggerhund - Kleinhunde sind ja auch ein Jagdthema hier - hochgehoben worden, hätt er vielleicht versucht, den vom Arm zu holen. Das ist ja nicht besonders unüblich. Das macht Dir jeder dritte Hundezonenhund mal eben so und keiner merkt es oder tut was.

    Dass es so eskalierte liegt - vielleicht - eben auch daran, dass da mehr als ein Auslöser vorhanden war.

    Ein verletztes Kind ist ausgesprochen unlustig und da ghört ganz massiv drauf geschaut, sowas zu verhinden.

    Aber ich les hier Dinge rein, die mich nicht automatisch wundern oder ans Ende der Welt denken lassen.

    Ja, Hund gehört gesichert. Und dann wär halt gut, wenn da wer ist, der sich auskennt.

    Im glücklicheren Fall triggern kleinere Kinder und ihr tapsige Art zwar, ist die Reaktion drauf zb aber auch eher Frust, als "Killen wollen".

    Keine Ahnung. Aber es gibt schon noch ein paar mehr Möglichkeiten, warums nen Jagdhund aushängt und der "unangemessen" reagiert.

    Ganz eventuell wär es einfach wichtig, erst mal die Lebensbedingungen des Hundes zu ändern. Bei anderen Rassen/Typen wird auch oft betont, dass sie ihren-einen Job brauchen. Der von dem Hundetyp hier ist sehr schnell rennen und ne Beute fangen. Mindestens eines davon ist unabdingbar in meinen Augen, für die mentale Gesundheit des Hundes. Und im weiteren Verlauf vielleicht auch für seine Ansprechbarkeit.

    WhiteGold

    Ich mag mich nicht zu Trainingstipps bzgl Kinder angehen direkt versteigen.

    Aber was zur möglichen Modifikation des Drumherums sagen.

    Den Bildern nach (auch wenn man stehend und von der Seite mehr sehen würde) hast Du ja keinen Windhundmix, sondern nen 100% Windhund. Ob reinrassig oder Longdog, also Kreuzung zweier oder mehrerer Windhundrassen, ist schwer zu sagen. Irgendwas vom orientalischen Typ halt. Eventuell auch mit einem etwas "schärferen" Anteil.

    Du hast da einen Hund, der relativ ausdauernd sehr schnell rennen kann und der sich hauptsächlich für sowas und Beute hetzen interessiert und bei gängigen Hundeschulmethoden eher dicht macht bzw unter Kooperation etwas anderes versteht, als mehr am Menschen orientierte Hundetypen.

    Unsicher, angstaggressiv undoder übersteigerted Jagdverhalten undoder fehlgeleitetes Beutefangverhalten und dazu nie die Möglichkeit, der Hund zu sein, der man ist.

    Jo, einfach jagen lassen ist eher nicht der Weg, den man gehen sollte. Aber ein paar Dinge kannst Du schon machen.

    Es wird zwar auch ein bisschen davon abhängen ob und welche Auflagen ihr kriegt, aber mit Leine und Maulkorb geht ja trotzdem viel.


    Eine Anmerkung zum "Alles jagen" noch. Sowas kann auch stressbedingt sein. Bei diesem Hundetypus aber auch aus körperlicher Unterforderung raus. Das kenn ich nicht nur von meinen eigenen: In Erwachsenenalter wird zwar weniger "sinnlos" rumgerannt, aber nach 2, 3 Tagen kein Ventil haben, schlägt es bei einigen in vermehrt jagen um. Quasi verzweifelt Möglichkeiten suchen, den Druckkochtopf zu entlüften.

    Ein 5 Jahre alter Saluki/Tazi/irgendsowas ist noch nicht alt. Grad mal erwachsen. Rennen bleibt bis ins hohe Alter interessant. Es braucht den Platz dafür und den Anreiz. Die Raserunde im Garten ist manchmal einfach nur den gröbsten Druck ablassen können, mehr nicht Vorallem bei Einzelhunden.

    Bzgl Hunde. Klingt, als hättet ihr kein Windhundumfeld. Es könnte allerdings sein, dass er auf Seinesgleichen anders reagiert.

    Einerseits weil er vielleicht aus Welpentagen nix anderes kennt, andererseits weil halt unterschiedliche Hundetypen unterschiedlich interagieren. Viele, nicht alle, Hunde kommen mit dem eigenen Typ besonders gut zurecht. Bei Hetzhunden, mit einem gewissen Meutedenken... Naja, je nach individuellem Naturell finden die dann all die seltsamen "stummelbeinigen, grobmotorischen, lahmen Schnecken" ziemlich öde. (Oder wurde schon mal von nem Hund vermöbelt, der "Sinnloses rumrennen wie bescheuert" ziemlich unnötig und abstellenswert findet und gar nicht mag, wenn man nicht hinterher kommt).

    Gilt nicht immer und überall. Aber unsichere Windhunde kommen häufiger eher mit der eigenen Art klar. Und ganz witzig: die erkennen bereits auf Distanz, wenn was naht, das irgendwie so ähnlich ist, wie man selbst. Sogar meine Windhunde in der rassegemischten Gruppe haben so reagiert. Ich seh an der Körpersprache von meinen, ob da irgendwo ein Windhund daher kommt, den ich noch nicht gesehen habe.

    Also für Sozialkontakte könnte "Eigene Art" womöglich klappen. (Wobei ich einen Hund mit der Vorgeschichte nur mit ähnlich großen Hunden zusammen ließe und mit Maulkorb. Könnt gut und gerne auch einer sein, der entweder ins jagen kippt oder beim Rennen andere tackert - was nicht zwingend Aggression ist, aber unangenehm).

    An Deiner Stelle würde ich mir wirklich die Windhundrennbahnen und Windhundausläufe in der Umgebung raussuchen und vielleicht finden sich Hunde und Menschen, mit denen man kontrolliert probieren kann.

    Und ansich merkt man da sofort: Hund rennt viel mehr als allein. Und dieses Rennen tut ihm emotional gut - wenn die Mitläufer passen.

    Wenn ihr abgesehen von Garten wirklich nur Leinenspaziergänge macht, ist halt anzunehmen, dass er eigentlich recht schlecht bemuskelt ist. Und halt womöglich echt so ein bisschen im Druckkochtopfmodus. Nichts möglich, wofür man brennt.

    Einfache Spaziergänge sind trotzdem wichtig.

    Aber ich denke, ich würde varieren. Rad oder Tretroller fahren probieren und langsam auf 10, 15, 20 km ausbauen. Das als "Arbeitsmodus". Flotter, gleichmäßiger Trab zum Stresshormonabbau, für mehr Kondition und Muskulatur und einen "Konzentriert nur das machen" Modus, statt Welt scannen und habt acht.

    Traben kann entspannen und grad so salukiartige Hunde sind eigentlich durchaus die Ausdauerspezialisten unter den Windhunden.

    Unspektakuläre Leinenspaziergänge, die "Arbeitsmodusschiene" und auf möglichst großer Fläche, wenn möglich, mit anderen Windhunden laufen können - eventuell irgendwann sogar manchmal kontrolliertes Hetzen (Tierschutzwindhund und Rennbahn ist so ne Sache. Aber eine Gerade zb hetzen dürfen, unter standardisierten Bedingungen, an diesem einen Ort und dieser Plastikbeute hinterher - nimmt manchem Hetzjäger einiges an Druck raus. Und pusht manchem Hund das Selbstbewusstsein mehr, als andere Methoden. Etwas machen dürfen, das man kann. Das man einfach so kann, ohne viel lernen zu müssen. Und etwas, das einem ein High verschafft)

    GhAres hatte eine nur auf Windhunde spezialisierte Trainerin und war sehr zufrieden. Ich weiß nicht, ob sie es noch ist, aber vielleicht mag sie Dir den Kontakt ja geben.

    Bei "Familienhundetrainern" wirst Du womöglich das Problem haben, dass sie Deinen Hund für stur oder dumm halten oder ihn von dem fernhalten, was er bräucht, weil "Einfach so wild rumrennen. Das macht ja gaga. Der überdreht Dir doch komplett." oder ihn aber zu wenig ernst nehmen in seiner Ernsthaftigkeit - oder den Hund für zu sensibel und zerbrechlich halten, um mit ihm auch mal was zu klären, wenn nötig, oder gar für "untrainierbar".