Womöglich ist übrigens Deine Vorstellung vom "Auslastungsbedarf" von Hunden auch zu hoch angesetzt.
Ja, Hunde brauchen Bewegung, aber 7 Tage die Woche jeweils 5 Stunden rennen brauchen selbst "Arbeitshunde" nicht.
Ein älterer oder alter Hund kann super sein. Passt aber nicht in jeden Alltag.
Ihr seid ein jüngeres Paar, das gern unterwegs ist, wenngleich vielleicht nicht auf jeder Party, in einer Wohnung (ohne Garten vermutlich), mit potentiell Kinderwunsch. Beide berufstätig, eine Homeoffice, einer nicht (oder?) und abwechselnd mehrere Tage nicht da
Also so ungefähr les ich das bisher raus.
Das wär für mich zb ein. Setting, in dem Ersthund in höherem Alter und mit den damit schneller eintretenden letzen Lebensjahren, die realistischerweise öfter Pflegeaufwand und nachlassende Belastbarkeit mit sich bringen, gar nicht so gut rein passt.Oder ein Handicap-Hund. Halt immer auch abhängig von Bezugsperson 2 (oder was man bereit ist, an Aufwand zu betreiben.)
Tatsachlich würde ich da eher an grad frisch erwachsen denken. Dann hat man die "guten Jahre" zum reinwachsen, bevor die "langsamen" Jahre mit den Gesundheitsthemen, dem erhöhten Schlafbedürfnis, den nachlassenden Sinnen kommen oder der eingeschränkteren Fähigkeit, sich auf Neues einzustellen.
(Geht mich nichts an, will ich keine Antwort drauf, nur ums erwähnt zu haben. Wenn da in den nächsten Jahren echt Kinderwunsch wär, wird's mitunter dann auch echt kompliziert. Das ist mit jüngerem Hund schon ne Umstellung, wo oft erst der Hund untergeht, mit Hund mit "erhöhtem Pflegeaufwand" dazu, weiß man mitunter nimmer, wo einem der Kopf steht . Oder wie man in diesem Leben noch den Wäscheberg abarbeiten soll.)
Wobei ihr natürlich in einem Gewichtsbereich sucht, in dem die Lebenserwartung meist höher ist und die Alterszipperlein später kommen. Ein 9 jähriger Kleinhund ist oft noch nicht wirklich alt. Ein Irish Wolfhound wär ein Greis (oder lebt schon lang nimmer)
Ums aber mal wieder auch von der verkopften Seite weg zu kriegen: Ihr sucht in einem guten Gewichtsbereich.
Ich formulier es mal etwas boshaft (meine haben aktuell selber nur 9, 10,5 und 12,5kg): "Was soll großartig sein? Einen Hund in der Größenordnung sollt man auch gebändigt kriegen, wenn er ein tobender tasmanischer Teufel wär. Notfalls trägt man den einfach weg. Einarmig. Wenn ein Hund in der Größenordnung nicht aktiv Spaß daran hat, jemanden zu löchern, müsstest Du auch über "Aggressionsverhalten" lachen können. Das sind nicht mal 2% Masse von nem Durchschnittspferd. Das kann man ja fast nicht ernst nehmen.
Wenn's nicht grad ein kerniger Jagdterrier oder so ist, der das dann vielleicht nicht ganz so sieht - dann vielleicht schon. Aber sonst. Ich mein, das ist ja auch grad mal ne halbe Portion Hund, wenn überhaupt.
Grad aus dem Begleithundesegment würden sicher etliche Hunde zu Euch passen. Moderate Terrier. Whippet kann ich mir weiterhin tatsächlich vorstellen. Pinscher, naja, nicht so unbedingt, den "Pferdehof Jack Russel" auch nicht so wirklich, aber so manchen Pinschermix, Chihuahua-Mix. Irgendsowas.
In der Wohnung laut ist übrigens viel auch eine Erziehungssache, das können auch Kläffer durchaus in leise lernen. Alleine bleiben können bis zu einem gewissen Grad ebenfalls n Erziehungs oder eher Trainingsresultat, nicht mitbegebrachte, fix installierte Eigenschaft (und der Second Hand Hund der in einem anderen Zuhause problemlos allein blieb, muss das bei Euch überhaupt nicht können, ohne dass Euch jemand belogen hat. Also das Thema ist immer ein gewisser Unsicherheitsfaktor)
Bisschen Leinepöbeln...kriegt man meist weg. Bisschen Futter verteidigen kriegt man oft weg.
Braucht man alles nicht, ist in der Größenordnung aber um Welten einfacher zu handeln, als beim 30, 40, 60 Kilo Hund.
Ich kann mir vorstellen, dass ein durchaus noch jüngerer Kleinhund zb nach einem Todesfall des älteren Besitzers was für Euch sein könnte.
Gibt's gar nicht so selten. Hat dann womöglich ein paar Erziehungsbaustellen, eventuell ein paar Ressourcenthemen, wenig Grenzen gehabt oder n paar Kilo zuviel, n Stubenreinheitsthema kann sein, zumindest anfangs, aber wahrscheinlich grundsätzlich okay gelebt. (Hier war's ein 7 jähriger Yorkie mit 90 jähriger Besitzerin, der bei mir landete. Hatte halt keine Kondition und im letzten Jahr nur noch ins Bad gepinkelt und war im alten Leben eine kleine Keiffe. Nach Generalüberholung war das ein netter, unkomplizierter Kerl, der noch mehr als die Hälfte seines Lebens vor sich hatte.
Der kannte nur Flexileine und Kurzrunden und blühte auf, als er was anderes auch kennen lernte und zog von mir dann zu einer nicht ganz so alten ältern Dame und war weiter unkompliziert. Bzw wächst man ja eh in vieles so rein, wenn man sich drauf einlässt, dass man es dann nimmer kompliziert findet, selbst wenn es kompliziert wär)