Beiträge von pinkelpirscher

    pinkelpirscher

    Halsband werden wir die erste Nacht vermutlich dran lassen. Denke aber, Geschirr können wir abmachen. Laut Pflegestelle ist es jedenfalls kein Problem, sie einzufangen im Haus und auch zu uns kam sie am Ende des Kennenlernens freiwillig. Hoffen wir, dass es so positiv bleibt.

    Ich bin in der Hinsicht "Anfangs lieber einmal zu vorsichtig und dann langsam Sicherung Stück für Stück abbauen, wenn man einander besser kennt"

    So die ersten 2 Wochen sind viele Hunde in ner Artm...Überlebensmodusschockstarre und noch sehr unauffällig. Manches, wie abhauen versuchen, kann auch bissl später noch auftreten. Muss alles nicht.

    Aber man bricht sich nix, wenn man, gerade bei einem schon als ängstlich bekannten Hund, erst mal die Hochsicherheitsschiene fährt.

    Keiner in der Konstellation kennt den Hund wirklich. Die Pflegestelle kennt den Hund auch nicht, dort war sie erst ein paar Tage. Und Hund kennt Euch nicht.

    Okay, sie ist also ein Auslandshund, der erst sehr kurz da ist? Und zumindest aktuell ängstlich

    Da hätt ich immer was gegen Durchfall da, ginge eher davon aus, dass sie womöglich kein hochwertiges Futter kennt und eventuell auch nicht (gleich) verträgt und dass sie die erste Zeit sehr schlecht und wenig frisst und erst mal deutlich abnimmt (das reguliert sich meist).

    Ich hab immer Karottensuppe und Kartoffelpüree da und n Billigtrockenfutter (mit Wasser angereicht, damit Hund zumindest irgendwas trinkt) und würd den Hund, denk ich, am früheren Nachmittag nur noch leicht füttern, wenn sie denn frisst, sonst kann manchmal die Nacht recht lustig werden.

    Ängstliche, gestresste Hunde nehmen oft keine Leckerlie. Nicht oder extrem hektisch fressen ist bis zu einem gewissen Grad durchaus ein Indikator, wie es einem Hund grad geht.

    Um sie anfangs nicht mit An- und Ableinen zu stressen: Hausleine fix ans Halsband. Also nicht zu lange Leine oder Schnur, die nicht einschnürt und ohne Schlaufe am Ende.

    Dann erwischt man Hund notfalls leichter.

    Bis man den neuen Hund ganz ein kleines bisschen einschätzen kann, geht auch Geschirr rund um die Uhr oben lassen, wenn es nicht arg schlecht sitzt (oder sehr stresst oder Hund Geschirre zerbeißen als Strategie drauf hat).

    Worauf ich acht:

    Den Hund in Ruhe lassen und weitestgehend normalen Alltag leben. Irgendwann kommen sie schon von selbst daher.

    So viel menschliche Aufregung und Aufmerksamkeit ist Hund eher nicht gewöhnt. Das ist teils stressiger fürn Hund, als dass es ihm hilft.

    Keine Ahnung wie lang sie bei der Pflegestelle war und ob Auslandshund oder nicht. Pflegestelle ist ja manchmal nur ein paar Tage bis Wochen, da ist Hund noch komplett auf Autopilot und Cortisol, war weder dort eingelebt, noch ist es jetzt.

    Aufmerksamkeitsdruck vom Hund. Dauernd angeschaut oder angesprochen werden kann Neuhund ordentlich flashen.

    Kein Monsterprogramm die erste Zeit. Vors Haus pinkeln gehen kann anfangs herausfordernd genug sein.

    Auf Sofa setzen und Serienmarathon oder Bibliothek abarbeiten hilft Mensch, sich dem Hund gegenüber etwas zurück zu nehmen.

    Bei neuen Hunden ist es bei uns die ersten Wochen immer sehr fad und wenn es Hund nicht zu sehr stresst oder ich unsicher bin, ob ich nicht doch nen Biss kassieren könnt, schlaf ich bei den Hunden, ohne großes Getue, nur da und nett sein.

    Die ersten Wochen stehen keine Fenster oder Balkontüren offen, sind auch nicht gekippt, im Raum wo der Hund ist und ich versuch mindestens immer eine Tür zwischen Hund und Wohnungstür zu haben. Babygitter ist auch ne Option.

    Wenn sie entlaufen, dann vorallem in den ersten Wochen bis Monaten.

    HilfloseHexe

    Weil Du wegen Pinschern frugst, die ich unter Vorbehalt auch nicht völlig abwegig fand.

    Ich sag es mal so, der Zwergpinscher ist wuselig, eher aktiv, mitteilfreudig...also eher wachsam und kann durchaus situativ recht laut sein. Dafür menschenbezogen, Fremden gegenüber aber gern mal distanziert, clever und jagen ist auch oft überschaubar.

    Wenn man das wuslige, sehr aufmerksame, bissl dauerangeknipste "nervöse" nicht mag, gibt es aber trotzdem sicher etliche Mixe, die da moderater ausfallen.

    Wie bei vielen Kleinhunden sind Kniescheiben und Zähne (Zahnsteinneigung, früher Zahnverlust) so die Baustellen, aber insgesamt sind das oft recht robuste, toughe, langlebige, lustige Hunde, die alles mitmachen.

    Hundebär

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    "Rückzüchtungen" und Einkreuzungen sind nicht per se verkehrt. Überhaupt nicht. Sie können Vitalität, genetische Vielfalt und Gesundheit wieder verbessern. Theoretisch.

    Praktisch ist das gar nicht so einfach. Ohne strategisches Zuchtmanagement, Nachzuchtkontrollen, Gesundheitsscreenings und eine breite Basis Ausgangstiere geht da eher nix, ohne zu riskieren, es schlimmer zu machen.

    Wenn der XY-Mopsfidele Doodlebulldog aus wenigen Tieren zweier selber relativ stark ingezüchteten Rassen rausgezüchtet wird, mit viel zu kleiner Zuchtbasis, steht der nach ein paar Generationen noch ingezüchteter da.

    Einkreuzung bringt immer das potentielle Problem mit sich, den Gendefekt, den nur die eine Rasse hat, in die andere rein zu bringen, zu den Dispositionen, die die zweite Rasse eh schon hat. Macht dann noch mehr Möglichkeiten für die Nachkommen, was man alles abkriegen könnt.

    Auch wenn man schon ne ganze Menge testen kann, sehr viel geht auch nicht oder ist so unklar oder vielschichtig in Erbgang und Entstehung, dass man es auch nie testen wird können.

    Welche neuen Probleme man sich geschaffen hat, sieht man ein paar Generationen später.

    Spaßhalber grad nachgelesen: Cavalier King Charles Spaniel - wahrscheinlich etwa 95% der Population - haben Veränderungen des Hirnschädels und oder des Liquorraums im Rückenmark, die von fällt niemals auf bis massive neurologische Probleme und Nervenschmerzen gehen

    Da kann man nun nicht sagen, dass das Zufall ist. Bei der Häufung und der Tatsache, dass andere Rassen das nicht oder nur selten haben, muss das wohl oder übel irgendwie vererbt werden können.

    Kurzköpfigen Rassen scheinen diese Veränderungen signifikant häufiger aufzuweisen, als andere. Beim CKCS ist es halt extrem.

    Jetzt stelle man sich mal vor, man züchte sich nun fluffige Cavalier Bulldogs, nicht zwingend wegen Nase, hat ja da keiner eine, sondern zb wegen Mix ist gesünder und neue Rasse schaffenoder so.

    Ohhh und auf einmal haben die das auch. Vielleicht hatte sogar der Bulldoggenelternteil seinerseits da ne Disposition. Mit Pech und vielleicht auch erst ein paar Generationen später, hast wömöglich richtig kranke Hunde, mit richtig großen neurologischen Problemen zu denen, die sich atemwegetechnisch auch durchsetzen können und 100% haben die Veränderungen und das Missverhältnis Platz im Schädel zu Hirngröße nebst keinen Platz mehr in den Atemwegen wegen wuchernder Schleimhautfalten, die wachsen, als würden sie in eine andere Nase gehören, wo auch zb der beim Hund sehr stark entwickelte, stark durchblutete und nervenreiche Riechbereich noch normal reinpassen würde und noch nebenbei ne Neigung zum Trachealkollaps, stenotische Nasenlöcher und zwar jetzt niedliches lockige Langhaar, dafür jetzt noch schlechtere Thermoregulation und ne Wirbelsäulenmissbildung als Rutenrest.


    Einkreuzungs- und Neuzüchtungs"projekte" als 1, 2 Personen Unterfangen sind relativ witzlos. Die können die dafür sinnvollerweise nötige Menge an Hunden gar nicht halten, nicht genug Linien aufbauen, nicht genug im Blick haben.

    Und dazwischen werden eine Menge Hunde geboren mit unterschiedlich heftigen Problemen.

    Man müsste alle Ausgangstiere und deren Vorfahren und alle Nachzuchten über mehrere Generationen und alle Hunde die mit diesen Nachzuchten verpaart werden ihrerseits zb echt ins CT stecken um sicher sagen zu können "Nö, da is nix. Bei diesem Hund und im Moment" und gleichzeitig verhindern, dass die Nachzuchten bei Besitzern, die man ja auch braucht, dann doch wieder Würfe haben, wo keiner schaut und die dann in der gesamten Gensuppe der Hunde mit denen planvoll oder mehr planlos weiter rumgezüchtet wird. Hat ja sonst keiner einen Überblick mehr.

    Manchmal wäre es sinnvoll Träger von Xy aus der Zucht auszuschließen, manchmal nicht, weil es den Genpool verkleinert und anderen Defekten wieder mehr Raum gäbe (jedes Lebewesen hat irgendeinen Defekt, irgendein "ungünstiges" Gen, das beim Individuum völlig egal ist, aber ein Thema wird, wenn Nachkommen es erben, weiter geben und diese Gene immer häufiger in der Population auftreten, bis mal 2 Träger aufeinander treffen und man dann die volle Auswirkung hat.

    Könnt ja eine tolle Eigenschaft auch sein.

    Zucht strebt ja insbesondere an, Merkmale reinerbig zu machen. Man will eine gewisse Optik, Größe, Gewicht, ein gewisses Verhalten, gewisse Fähigkeiten. Am Schnellsten geht das natürlich wenn man rabiat inzüchtet. Damit macht man aber auch schnell was kaputt.

    Blöd aber, wenn keine so tolle Sache dabei raus kommt. Dann hams plötzlich quasi alle .

    Was machst, bei sehr problembehafteten Rassen mit den Nachkommen, die unweigerlich auch zur Welt kommen werden, die volle Breitseite abgekriegt haben?

    Rechtfertigen "Verbesserungsversuche" auch mögliche Verschlechterungen?

    Manche Probleme innerhalb von Rassen könnten mit Zuchtmanagement systematisch wieder verringert bis ausgemerzt werden. Überall und alles ist eher unrealistisch. Ohne Plan und Kontrolle ist "Rassen verbessern oder gesünder züchten" halt ne komplette Lachnummer.

    So wie es als Züchter sagen "Meine französischen Bulldoggen sind alle freiatmend" ist.

    Ohne komplette und vorallem mehrfach wiederholte Diagnostik, grad der BOAS Symptomkomplex ist ja auch ein fortschreitender Prozess, und ohne das Gesamtbild, das auch die Vorgänger und Nachfolgegenerationen beeinhaltet, ist das doch Unsinn zu sagen, dafür sind die Probleme doch viel zu sehr verankert in der gesamten Population, einerseits grundsätzlich anatomisch bedingt, eben weil nicht alle Körperteile sich proportional von der "Urform" weg entwickeln, siehe eben auch bei Verzwergung, aber in einem bestimmten Maße sicherlich auch über andere Faktoren, die aber wie die Körperform vererbar sind.

    Hundebär

    Eigentlich wollt ich der TE den Thread nicht zerschießen.

    Aber die Plattitüde kam von Dir. Genau basierend auf solchen Aussagen kaufen sich Leut dann Hunde wie Frenchies.

    Die übrigend keineswegs alle so super nett sind, vorallem nicht mit fremden Hunden. Bulldog Erbe haben sie ja doch (Wobei sämtliche Bulldogs, Bull&Terrier usw auch tendentiell in die falsche, immer extremere Richtung gehen. Und manche Neurassen und "Rückzüchtungen" sogar noch schlimmer sind. An den Hunden funktioniert dann gar nix mehr, außer mit 4,5,6 elendiglich verrecken und vorher sowieso nur kriechen könnrn).

    Es ist nicht die kurze bis Nichtnase allein, die das Problem macht, in unterschiedlicher Ausprägung. Nase ist ja auch nicht Bronchien oder Luftröhre.

    Zu weiche Knorpelspangen in der Luftröhre etwa, das liegt nicht an der Nase. Da hats aller Wahrscheinlichkeit nach auch erbliche Komponenten, warum manchen Hunden die Luftröhre schneller zusammen fällt, als anderen. Kommt bei anderen Rassen auch vor.

    Wucherndes Gewebe, das in der Restnase keinen Platz mehr hat. Wo Schleimhäute, Bindegewebe etc nicht in selber Relation schrumpfen, wie knöcherne Körperteile (Ähnliches hat man auch bei Verzwergung. Wo etwa plötzlich Zähne Probleme machen, weil der Kiefer und Zahngröße nicht mehr ganz zusammen passen).

    Das kriegt man auch nicht einfach mit wieder bissl Nasenhund dazu mixen wieder weg, wenn man da bereits bei erblichen Merkmalen ist. Da kann die Mehrnase die selben Probleme haben.

    Keilwirbel sind erblich. Gibt aber keinen Gentest dafür. Welcher Hund also Träger ist, welcher nicht. Ja keine Ahnung, interessiert auch niemanden. Hatte aber ausreichend Gelegenheit in der Population weit zu streuen, bei der regen Produktion

    Grad die hochgradig erblichen Thematiken interessieren beim Verbandszüchter vielleicht noch mehr, auch wenn die genauso Zuchtpraktiken anwenden, die genau dafür auch verantwortlich sind und für die breite Streuung von Defektgenen, die zur mittelmäßigen Anatomie noch dazu kommen.

    In der noch deutlich größeren Population der "Wohnzimmerunfälle und Co". Da wissen die Leut ja nicht mal, ob ihr Rüde und ihre Hündin nicht sogar Halbgeschwister sind. Interessiert doch auch keinen.

    Genetische Diversität bei reinrassigen Frenchies und Möpsen jenseits von gut und böse. Einkreuzen hülfe wenn überhaupt nur mit Sinn und Verstand und Risiken. Also der Mix ist dann auch nicht automatisch besser dran. Oder vererbt den selben Scheiß.

    Oh, Probleme gibt es bei Rassehunden genug. Die Französische Bulldogge ist aber eins der ärmsten Schweine.

    Da fallen mir doch glatt die französischen Bulldoggen noch ein.

    Ganz niedliche und umgängliche Hunde, liebenswertes Wesen passend für Familien oder Leute, die es sportlich nicht so krachen lassen wollen.

    Wenn man die Zucht körperlich behinderter Hunde gut findet, sicher ne Option. (Krachen tun vorallem die Kreuzbänder, die Wirbelsäule, die Kniescheiben. Weh die eingewachsenen Ruten, Kieferfehlstellungen.

    Aber ja, mit verengten Bronchien und kollabierender Luftröhre oder Gaumensegeln die es einem bei jedem Luftzug in die Trachea saugt, ist man recht praktisch für Leut, die eigentlich kein Tier möchten, das sich normal bewegen kann)