Es muss sich ja nicht immer alles in Krankheit äußern, schon gar nicht am Einzeltier. Was an genetischer Information verloren geht und was "fixiert" erhalten bleibt, weiß man ja nicht automatisch.
Frei nach Wachtel: Vielleicht sieht der Hund mit dem höheren Inzuchtgrad minimal schlechter, als der ohne oder zeigt eine Verhaltenssequenz abgeschwächt oder verstärkt, vielleicht fallen nur noch 4 Welpen, obwohl 5 möglich gewesen wären, vielleicht hustet er 3 Tage länger, als Hund mit einer breiteren genetischen Ausstattung, vielleicht..
Was auf jeden Fall erhöht wird, durch hohen Inzuchtgrad, ist die Menge von Trägern von autosomalen rezessiven Defekten.
Angeblich machen die bei Hunden einen Gutteil der dzt bekannten erblichen Probleme aus. Also keine Defekte, die irgendwie kompliziert-weiß-man-nicht vererbt werden, sondern Träger trifft Träger ergibt betroffenes Tier. Je verwandter, je mehr potentielle Träger, je mehr Möglichkeiten, einerseits den Defekt rezessiv weiter zu streuen, vorallem aber, dass er auch dominant auftritt.
Irgendnen Gendefekt, irgendwas das in dem komplexen System nicht rund läuft, hat jeder. Immer. Nicht alles davon ist eine potentielle Erkrankung, ein Problem. Aber auch nicht alles davon ist bereits in der aktuellen Population relevant oder erkannt oder testbar und wird trotzdem weiter gereicht.