Beiträge von pinkelpirscher

    Der Macho Faktor kommt ja allein schon über die Präsentation und Posing bei diesen Hundetypen.

    Möglichst breites Halsband, fette Karabiner und dann hintern Hund stellen und den möglichst auf Zug lassen, möglichst aufgepumpt und sich selbst würgend.

    Das schaut dann, je nach Interpretation voll krass aus oder nach: "Du meine Güte, Herzchen, versuch es mal mit Erziehung. Ist ja peinlich, sich so vom Hund nachschleifen zu lassen".

    Oh und wieso sollte sie mit Maulkorb nicht trinken können? Das geht sehr gut.

    Bzgl festmachen. Wenn ihr die Halsbänder runter rutschen, sitzen sie nicht an der schmalsten Stelle vom Hals, und nicht eng genug. Man kann Maulkorb zb mit Welpenhalsband lose am eigentlichen Halsband fixieren, dann geht er nicht verloren.

    Der Riemen sitzt zu locker und mehr am Hals als hinterm Ohr. Besser montiert wär ihr der Korb deutlich zu klein. Das Modell passt nur Galgos und kleinen bis mittelgroßen Greys halbwegs gut.

    In ihrer Größe nehmen viele den Paris. Von dem ich nichts halte, wegen der Verletzungsgefahr. Extrem dünner Nasensteg, der womöglich bricht oder massiv Druck auf den Nasenknochen bringt, wenn Hund hängen bleibt. Und bei "robusterern" Spielern verbiegt sich oft das gesamte Metall, bis hin zu Teile des Maulkorbs stecken im Hund (Der ist nicht als Alltagskorb gedacht, nur als Maulkorb für die Rennbahn). Manche Akrobaten können trotzdem raus zwicken.

    In Deerhoundgröße ist es wirklich schwierig, was zu finden. Die Hanibal Lecter Sandbahnkörbe noch am ehesten. Die können auch brechen, aber da steckt dann kein Stück Draht im Hund.

    Das sind wohl zum ganz großen Teil solche Mixe:

    https://www.dailymail.co.uk/news/article-1…og-attacks.html

    Puh, der Artikel selbst is aber auch ein wenig gar dubios und reißerisch.

    Da sitzen keine Hinterhofgenetiker in Hinterhöfen und bauen mit der Rohrzange neue DNA in Hunde.

    Es wird bei diesen Rassen um den Myostatin-Defekt gehen. Also quasi das Fleischrimd unter den Hunden draus machen.

    Wirklich bekannt ist die Doppelbemuskelung beim Hund nur vom Whippet. Allerdings trat der Gendefekt erstmalig bei Leistungswhippets auf, die mit sehr sehr hoher Wahrscheinlichkeit Mixe ev mit Bulldogs waren und bringt recht wenig, hauptsächlich eingeschränkte Beweglichkeit und Neigung zu Kämpfen, aber keine Superleistung.

    Aber klar, selbst der unbeweglichste Muskelfettklops in der Gewichtsklasse, und vielleicht noch das fehlgeleitete Beutefangverhalten und Artgenossenthema etlicher Bullrassenvertreter, ist wenn aggro oder blöd im Kopf ein echtes Problem.

    Ansich tät ich mir bei den Bully XL und extremes eher Sorgen machen, dass sie mit den kaputten Gelenken und der überproportionalen Muskelmasse eher bedaudernswerte, sabbernde, schwer schnaufende Krüppel sind.

    Ich fürchte, bei meinen Welpenbetreuungskonstellationen würden manche in Ohnmacht fallen (Herzlichen Dank an der Stelle an die StudentenWG von unterhalb und alle Hundenachbarinnen).

    Hätt ich kein Problem damit, solang meine Eltern Menschen sind, die sich an "Macht einfach nix und im Zweifelsfall legt Euch gemeinsam aufs Sofa" halten (Das ist bei Studenten post Party vielleicht einfacher).

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    Aber "Es muss ein Funke überspringen" und "Der Welpe der Rasse, die ich wollte, is mir nicht geheuer, weil ich ein Farbdetail doof find" is in meinen Augen doch recht exaltiert.

    Ich weiß nicht. Grundsätzlich ahne ich, was Du meinst - exaltiert finde ich (nur im Bezug auf den ersten Teil des Satzes) aber übertrieben. Ich könnte beispielsweise niemals einen Hund, oder ein anderes Tier nur anhand von Fotos kaufen. Weil eben "die Chemie stimmen" muß. Das man dennoch zusammen wachsen muß, und das ein Prozess ist (gerade wenn man viele Jahre einen Hund hatte, und nun den neuen Hund bekommt, fällt einem das ganz besonders auf, dass natürlich jeder Hund anders ist), steht für mich dabei auf einem anderen Blatt. Sitze ich aber einem Hund gegenüber, der auf dem Foto total niedlich ist, und mich dann "persönlich" nicht anspricht, dann wäre das halt nicht meins.

    Das führt jetzt wieder sehr weit und vom Thema weg.

    Aber etwa im Auslandstierschutz, wo Kauf nach Katalogbild durchaus üblich ist, ist auch das Phänomen sehr verbreitet, in ein Bild verliebt zu sein. Sehr viel hinein zu interpretieren, eine vermeintliche Bindung aufzubauen.

    Hat was von Online-Dating, da gibt es ähnliche Mechanismen.

    Was mich zu der Annahme bringt, es stecken wesentlich komplexere psychologische Mechanismen dahinter, als man sich bewusst ist, warum man auf dies oder jenes besonders anspringt und etwa Funken fühlt. Und dass man sich da mitunter auch ordentlich reinsteigern kann.

    (Kenn ich selber aus den Tierschutzhundeanfängen, da wär ich 1, 2 Mal sehr auf bestimmte Hunde rein gekippt und die gedankliche Beschäftigung hat sehr viel Bindungsgefühl und Das-is-meine erzeugt. Ja und dann wurde es nix. Und was war? Die Verliebtheit verschwand einfach irgendwann und beim nächsten Mal wo irgendwas an meinem inneren Vorliebenmix gekitzelt wurde, ploppte sie wieder auf. Wieder total der richtige Hund, man kann praktisch gar nicht ohneinander. Wurde nix. Verebbte wieder. Dabei hatte ich im Grunde schon unsere gemeinsame Wohnung eingerichtet. Seither nehm ich zumindest meine Projektionen nimmer so ernst. Denn die Gegenprobe: ich nehm einfach unbesehen, wo wer sagt: der könnt passen, hat ausgezeichnet funktioniert. Ich war nur nicht schon vorher in den Kerl verknallt, sondern erst nach einiger Zeit. Und in alle anderen danach auch.

    Es scheint also auch ohne Chemie zu funktionieren. Meistens. Manche Hunde passten nicht ins Leben. Aber "Ja, schickt mir halt den, für den ihr grad niemanden habt. Dies und jenes sollte, wegen Alltag, der Rest ist egal." passte bei dem Hundetypus, den ich besonders schätze, wunderbar.

    Und ging auch bei Welpen. Ganz ohne Chemie davor. Außer halt dem Oxytocinschub wegen "Ich weiß, dass ein Welpe einziehen wird". Der war mächtig genug.

    Funktioniert beim eigenen Kind auch. Da weiß man ebenfalls nicht, was genau man kriegt und ob es die passende Augenfarbe hat.

    Also ich kann nicht so recht verstehen warum man als Züchter überhaupt irgendwelche Käufer bevorzugen sollte. Man kennt doch die Leute gar nicht und zu glauben welcher seiner Junghunde zu welchem Besitzer gehört ist nicht möglich.

    Ich finde als Züchter sollte man prüfen ob die möglichen Käufer finanziell ihren Hund halten können und ob genügend Zeit für ihren Hund da ist, natürlich in anbetracht der Rasse.

    Man liebt seinen Hund ja nicht wegen seinem Aussehen sondern wegen seinem Charakter!

    Weil man nicht züchten braucht, zumindest nicht irgendwie strukturiert, wenn es gar keine Käufer gibt, die einen Teil davon fortführen oder mitmachen.

    Dann züchte ich einfach Haustiere für andere Leute. (Und realistischerweise ist ein Großteil aller Hunde auch aus Verbandszucht "nur" Haustier, wird nicht gesundheitlich ausgewertet, ausgestellt, was auch immer.) Was nicht per se verwerflich, zuchtstrategisch nur schlichtweg eine Sackgasse ist.

    Die TS kauft halt einen Golden Retriever, keinen Gebrauchshund...

    Edit: zumindest hat sie in den älteren Beiträgen nach Golden Retriever gesucht.

    Das ändert ja nix daran, dass trotzdem Käufer mit Sport-, Zucht- oder Ausstellungsambition - züchterisch - die wichtigeren Käufer sind. Was nicht heißt: Familienhundekäufer sind schlecht oder gar unnötig.

    Nur ihnen die, zumindest nach jeweils eigenem Ermessen, "besseren" Hunde für Disziplin Sowieso zu geben, wär unvernünftig.

    Hier bei Fehlfarbe: Showhund kann Hund nicht werden. Hab ich nen Interessenten, der da gern was machen würd, brauch ich einen anderen Welpen für ihn. Vergraul ich den, isses ein potentieller Verlust für meine Zucht. Der Familienhundekäufer will keine Fehlfarbe, ja, schade. Aber ihm den "guten" Hund zu geben wär aus zuchstrategischer Sicht unklug, wenn ich den anders platzieren kann.

    Bei großen Würfen sind die Familienhundekäufer wichtiger, als bei kleinen, denn letztlich braucht man Käufer für alle "übrigen" Hunde. Aber der Familienhund ist der, der für die Population, meine Zucht, die Rasse ansich keine Rolle mehr spielen wird, in der Hinsicht ist es, als gäbe es ihn nicht.

    Ich glaub halt, dass das vielen Käufern so nicht klar ist. Und dass grundsätzlich nicht jeder immer jeden Hund bekommen würde, auch wenn er grundsätzlich einen Hund aus einem bestimmten Wurf haben könnte und es dafür auch völlig vernünftige Gründe gibt.

    Wie Züchter das gestalten oder transportieren ist unterschiedlich.

    (Wobei ich sogar glaub, dass Züchter sucht passenden Charakter aus, teils auch einfach ein Mythos ist und die schnöde Wahrheit: Hunde sind lern- und anpassungsfähig und wenn man sich nicht arg in der Rasse vergreift, wär oft genug egal, wen man nimmt.

    Umgekehrt hört man ja seltener, also Züchter hat mir den falschen Hund ausgesucht (oder ich mir) aber es ist völlig unrealistisch, dass alle Züchter und Käufer dieser Welt mit ihren Charakterzuweisungen und Interpretationen von Hund und zukünftigem Halter immer nur richtig liegen.)