"Man bekommt den Hund, den man sich macht" - das find ich eher problematisch, weil das total ausblendet dass Hunde ihre ganz eigenen Eigenschaften mitbringen, natürlich gibts Spielraum mit Erziehung und Training, aber ein Hund ist keine Maschine, die man nur richtig programmieren muss.
Ich sehe es eher so, als das man sich mit den negativen und positiven Eigenschaften des Hundes auseinandersetzt, sie akzeptiert und sie so in das alltägliche Leben mit dem Hunde eingefügt, dass sie ein Gesamtbild ergeben, mit dem man gern lebt. Klar wird es Eigenschaften an einem Hund geben, die einem nicht gefallen, aber dann muss man eben die eigene Einstellung dazu ändern und das meine ich mit "man bekommt den Hund, den man sich macht!"
Beispiel meine BX:
ab ca 2 Jahren hatte sie partout keine Lust mehr auf Kontakt zu Artgenossen. Mit meinem ersten Hund war es das Gegenteil und wir hatten viele Hund-Mensch-Freunde, weil er so kommunikativ, gesellig und verträglich war. Meine Dogge war halt das komplette Gegenteil. Andere Hunde und auch Menschen konnten ihr gestohlen bleiben. War natürlich nicht so witzig für mich. Aber darauf hat man sich eben eingestellt und dann haben wir eben doch 2 Hunde gefunden, mit denen man social walken konnte. Das hat gereicht, war gut so und ja, ich habe das "gemacht", indem ich sie eben nicht auf Biegen und Brechen von allen Hunden weggezerrt habe, so mürrisch sie auch war. Ich habe sie selbst aussuchen lassen und sie kam mit einem tollen schwarzen Schäferhund an, mit dem sie Zeit ihres Lebens freundschaftlich verbunden war.
War aber auch ein Lernprozess für mich, weil ich so eine Artgenossenunverträglichkeit nicht kannte. Am Ende konnte ich sie immer ohne Leine laufen lassen, weil ich wusste, von sich aus tut sie keinem Hund was. Aber sie zeigt deutlich, dass er ihr vom Pelz bleiben soll. Ignoriert er das, gabs einen Anraunzer. Wir hatten nie Probleme mit Aggressivität. Hätte ich sie damals mit 2, als es anfing, einfach nur abgeschottet, ihr jeglichen Kontakt verwehrt, wäre das nie so unproblematisch verlaufen. Als man muss als Halter schon mit den Dingen arbeiten, die der Hund mitbringt. Meine Hunde müssen auch nie zu 100% funktionieren (bei den Rassen, die ich habe, ist das eh utopisch), aber sie müssen für mich einschätzbar sein und da stecke ich viel Arbeit rein.