Und nochmal, ursprünglich hatte ich mich daran gestört, dass sei nur Erziehung, wenn Rüden zu aufgeregt bei läufigen Hündinnen sind. Wie ist das mit scheinträchtigen Hündinnen, ist das auch nur einfach Erziehung? Da wird doch jeder sagen, nein, das ist hormonell, die Hündin kann dafür nichts usw.
Meine Hündin neigt während bestimmter Zyklusphasen dazu, dass sie richtig garstig wird mit anderen Hunden. Noch garstiger, als eh schon. Und nein, das entschuldige ich natürlich nicht, sondern man packt es eben an (Erziehung). Wenn wir jetzt auf dem Platz arbeiten, dann gibt es da genauso wenig, dass sie sich zum rumgarsten aus der Arbeit nehmen darf, wie der junge Rüde sich rausnehmen darf, nur, weil da eine läufige Hündin ist.
Und dem fällt das Thema auch nicht so einfach. Der frisst während der Läufigkeit unseren eigenen Hündinnen fast ausschließlich im Training, weil er sonst nichts anrührt. Außerdem schlägt ihm der Stress auf den Magen (er ist ja noch sehr jung, wir schauen, wie sich das entwickelt). Aber im Training ist er eben so aufgebaut, dass das für ihn das Größte ist.
Und wenn jetzt eine läufige Hündin dabei ist, dann kommt er nur ganz kurz auf den Platz mit viel Action. So, dass er es gut leisten kann in der Arbeit zu bleiben. Vielleicht 5, maximal 10 Minuten. Diese herkömmlichen Gruppenstunden würde sein Mindset ganz schnell verändern und er wäre sicherlich ein Typ dafür, sich enorm ablenken zu lassen von anderen Hündinnen.
Was ich mich frage, rein aus Interesse, ist das dann eher ein deckeln? Oder lernt der Hund einen gemäßigten Umgang wirklich? Wenn zweiteres, wie sieht das aus? Über Alternativverhalten? Damit habe ich bei all meinen Hund leider keine berauschende Erfahrung gemacht. Oder macht das den Unterschied zwischen einem Hund mit wtp und einem ohne aus?
Mein erster Rüde, kein wtp, war schon sehr am weiblichen Geschlecht interessiert und das nicht nur während einer Läufigkeit. Ich habe wirklich 15 Jahre alle mir bekannten Möglichkeiten probiert, es hat einzig und allein Management geholfen. Deckeln ala „du hast das jetzt zu lassen, weil ich das nicht will“ war vergeblich, ebenso Alternativen wie Futter oder Spielzeug, etc.
Mein zweiter Hunde, auch kein wtp, hatte ein starkes territoriales Verhalten, da half wiederum alleine deckeln und Management. Ich frage mich also, kann ein Hund überhaupt lernen damit umzugehen? Also ich meine so richtig, dass er sein Verhalten aus Einsichtsgründen (was ich beim Hund nicht erwarte) ändert? Oder ist es am Ende immer nur Deckeln und Management, was ja dann wirklich dafür sprechen würde, dass es zu einem großem Teil am HH liegt.