Beiträge von Cerberus2021

    Du hast halt schon auch sehr genaue Vorstellungen - eine Hundebetreuung, wie Du sie suchst, wird sich ja eher nach den Bedürfnissen des Hundebesitzers richten und es wird Dir niemand seinen Hund völlig nach Deinen Vorstellungen anvertrauen wollen. Den eigenen Hund zu zwei fremden Katzen mit in eine kleine Wohnung zu geben, wäre z.B. für mich ein absolutes No-Go, wenn ich nicht selber dabei bin.

    Daher wäre ich an Deiner Stelle da etwas flexibler - dann betreust Du den Hund halt in seinem Zuhause, bei gegenseitigem Vertrauen kannst Du ja vielleicht nach einer ersten Eingewöhnungszeit auch von dort aus spazieren gehen. Auch beim Reitstallhund verstehe ich gut, dass Dich die Besitzerin nicht einfach lustig mit Pony und Hündin losziehen lässt, nachdem Dir keins der Tiere gehört (und erfahrungsgemäß solche „engagierten Betreuer“ ganz schnell mit einem Schulterzucken weg sind, wenn einem fremden Tier in ihrer Obhut dann doch mal etwas passiert. Die Schmerzen hat dann das Tier, die Tierarztkosten der Besitzer, und der „Betreuer“ sucht sich halt das nächste Tier…).

    Sorry, das klingt jetzt relativ verbittert, aber ich habe da schon zu viel Mist erlebt. (Meinen Hund bekommen nur sehr ausgewählte Menschen - nicht, weil er irgendwie schwierig wäre, sondern weil er mein geliebter Columbus ist und ich für sein Wohlergehen verantwortlich bin. Wenn er z.B. eine Katzenkralle im Auge hätte, weil der Betreuer kurz abgelenkt war, würde ich mir das nicht verzeihen.)

    Ich würde an Deiner Stelle beim Tierheim anrufen und einen Termin vor Ort ausmachen, wo Du Dich als Gassigänger oder Helfer anbietest.

    Mal ganz wild herumphantasiert: dieser ganzen Ausstellungs-/Rassezucht-Szene wird in ca 10 Jahren schlicht der Nachwuchs fehlen, damit erledigt sich „Verbandszucht“ dann von alleine. Dafür werden Familienhund-Zuchtprojekte im Sinne von Elo und Co aus dem Boden sprießen, mit dem Ziel eines netten, mittelgroßen, weder optisch noch charakterlich extremen Familien-Begleithunds (und jeweils mehr oder weniger Erfolg beim Erreichen dieses Ziels).

    Brachyzephale Rassen werden komplett verboten, dafür wird sich eine eigene Szene mit optisch anderweitig auffälligen Hunden „zum Angeben“ entwickeln (die dann wahrscheinlich auch nicht viel gesünder sind).

    Hundesport wird sich entsprechend der Nachfrage und des Nachwuchsmangels der Vereine von der Vereins-Szene zu eher kommerziellen Spaßveranstaltungen wie Strong Dog usw. wandeln.

    Die Diensthunde/Arbeitshundewelt wird sich stark ausdünnen und noch mehr als bisher von der „Familienhundewelt“ abkoppeln.

    Naja, Hybridzucht ist ja beispielsweise in der Nutztierzucht eine bewährte Methode, um genau für eine Generation, nämlich die F1, eine maximale "Leistung" rauszukitzeln. Die Elterntiere in kommerziellen Hühnerzucht-Betrieben sind stark ingezogene, kaum lebensfähige "Elternlinien", die aus der Kreuzung zweier dieser Elternlinien erzeugten F1-Hybriden legen dann Eier wie blöde oder setzen Fleisch an wie verrückt. Nachkommen dieser Hybriden untereinander (wie man sie in der Hobbyhaltung oft hat) gehen wieder mehr in Richtung "normales Huhn" ohne diese ganz krassen Höchstleistungen.

    Dieses Konzept ergibt aber im Begleithundesektor für mich wenig Sinn - was soll denn da die "Leistung" sein, auf die gezielt hybridisiert wird, und warum sollte man da auf immer und ewig die "schlechteren" Elternstämme weiterzüchten, nur um daraus dann die "tollen Hybriden" ziehen zu können?

    Mein persönlicher Traum wäre ja, wenn die Hundezucht wieder zurück zu den Gebrauchskreuzungen und Landschlägen gehen würde - mit dem Wissen von heute, also mit untersuchten Elterntieren, Beachtung von Inzuchtkoeffizienten, irgendeiner Art von "Leistungstest" für Zuchttiere (von Ausdauerprüfungen bis zu Wesenstests, die ihren Namen auch verdienen, statt des jetzigen Ausstellungswesens, das vor allem die optische Übertypisierung fördert), aber eben ohne geschlossene Zuchtbücher und ohne Vereinsmeierei (mein eingetragener Großspitz-Zuchtrüde darf z.B. nur dann Großspitz-Hündinnen decken, wenn deren Besitzer auch im gleichen Zuchtverein sind - wie dämlich und unnötig ist das denn bei einer Rasse, die sowieso schon kurz vor dem Aussterben steht?).

    Ich finde Deutsche Pinscher auch toll. Da die Rassebeschreibungen aber so klangen, als wären sie für uns als Ersthundehalter zu schwierig, ist dann eine andere Rasse eingezogen.

    Ist hier genau so gewesen. Optisch finde ich die super aber was man da alles zu hören bekommen hat, hat mich abgeschreckt.

    Ging mir genauso - und ich glaube, das war auch ganz gut so.

    Alexwillswissen Kennst Du Wolfsspitze? Die sind zwar nur mittelgroß, aber die sind plüschig, die wachen, machen optisch durchaus was her und könnten vielleicht vom Charakter her zu Deinen Vorstellungen passen?

    Ich denke aber, Du solltest vor allem jetzt erstmal verschiedene Hundetypen und -rassen live und in Farbe kennenlernen. Dann erledigen sich ein paar Vorstellungen vielleicht von alleine, oder Du siehst manche Hundetypen und Rassen in einem ganz anderen Licht (z.B. können (schwarze) Labradore "in echt" wirklich beeindruckende Hunde sein!).

    Meint ihr, ich soll den Hofbesitzern mal einen Brief schreiben? ich weiß ja nicht, wer die sind und will da auch nicht einfach klingeln oder auf den Hof.

    Das ist schon ziemlich unmögliches Verhalten der Einsteller. Da würde ich mal ohne Hund auf den Hof gehen und mich zum Stallbetreiber durchfragen oder direkt beim Stallbetreiber klingeln und das so schildern. Der/die wird dann hoffentlich dafür sorgen, dass die Einsteller sich in Zukunft gefälligst benehmen und ihre Hunde keine Passanten belästigen lassen. (Kein Stallbetreiber will Ärger mit den Nachbarn, der Gemeinde oder sonstwem. Lieber schmeißt man als Stallbetreiber ein paar unerzogene Einsteller raus, wenn die sich nicht an die Hausregeln halten wollen.) Einen Brief zu schreiben, fände ich da eher seltsam, wenn Du doch sowieso regelmäßig dort vorbeikommst und das viel einfacher persönlich besprechen könntest.

    Einige von euch haben doch Pferde irgendwo eingestellt. Nennt man das so? Eingestellt? Also, ihr habt Pferde und die wohnen nicht da, wo ihr wohnt, sondern auf einem Hof mit anderen Pferden von anderen Menschen. [

    Ist das Usus, dass Leute ihre Hunde zu solchen Höfen mitbringen, selbst misten, striegeln, putzen gehen und die Hunde da frei herumlaufen und auch den Hof verlassen, um zu anderen Hunden zu laufen?

    Ist das irgendwie typisch oder so?

    Weil...mich nervt das sehr. Ich geh nur noch total angespannt am Hof vorbei, der liegt aber eben auf meinem Gassiweg. Und ich weiß nicht recht, ob es überhaupt okay ist zu sagen, dass die ihre Hunde bitte auf dem Hof behalten sollen, weil da führt zwar ein öffentlicher Weg dran vorbei, aber es kann ja auch sein, dass da sowas wie Wegerecht ist oder so, also dass es sozusagen erlaubt ist, wenn die Hunde einem da nachlaufen oder auf einen zulaufen, weil das vielleicht grundstücksmäßig Eigentum des Reiterhofs ist.

    Abgesehen davon wüsste ich auch nicht, wie ich kommunizieren soll, dass ich das nicht okay finde, also - wem? Da sind verschiedene Leute mit verschiedenen Hunden, das wechselt auch oft... und Zettel aufhängen ist ja auch irgendwie doof. Und die Menschen, denen der Hof gehört, die sind ja irgendwie auch nicht die richtigen für die Beschwerde/Bitte.

    Ja, das nennt man so - und ich denke, geschätzt über 90% aller deutschen Pferdehalter werden ihre Pferde in so einem Pensionsbetrieb eingestellt haben.

    Diese Pferdebetriebe sind meist ein ganz eigener Mikrokosmos. :rolling_on_the_floor_laughing: "Üblich" ist da ein dehnbarer Begriff - in meiner persönlichen Blase haben eigentlich alle Pferdebetriebe Leinenpflicht für mitgebrachte Hunde, die höchstens dann etwas entspannter gesehen wird, wenn der Hund wirklich immer und zuverlässig direkt bei seinem Menschen bleibt. Da wäre es ganz und gar nicht üblich, dass ein Hund einfach mal das Hofgelände verlässt und auf dem angrenzenden Weg herumdödelt, das gäbe richtig Ärger (spätestens vom Hofbesitzer, wahrscheinlich aber schon in der Gemeinschaft von den anderen Einstellern). In anderen Blasen sieht man aber vieles ganz betont locker und entspannt, da wuseln dann oft auch die Hunde eher unkontrolliert herum.

    Ich würde an Deiner Stelle einfach den ersten Menschen ansprechen, den Du da siehst. "Hey, was macht denn der freilaufende Hund hier auf dem Weg? Gehört der zum Hof? Können Sie den bitte wieder reinrufen?" Entweder ist das dann schon die richtige Adresse, man holt den Hundebesitzer, oder man motzt Dich an - dann kannst Du immer noch die Hofbetreiber direkt ansprechen.