Ich glaube, wenn man sich für das Pferde-Hobby entscheidet, dann ist das einfach etwas, was mehr oder weniger das ganze Leben vereinnahmt, wenn man es "richtig" machen will, so dass man eben innerhalb seiner Möglichkeiten das Beste für das Pferd und für sich selbst rausholt. Und selbst dann läuft es trotz aller Bemühungen nie so richtig ideal, das muss man dann eben auch einigermaßen pragmatisch akzeptieren, wenn man dabei nicht im Frust versinken will.
Bei mir läuft's ja auch nicht wirklich immer rund, obwohl ich hier wirklich tolle Gegebenheiten habe und mein Ovid ein rundum unkompliziertes, pflegeleichtes Pferd ist. Aktuell ist er zu dünn, weil ich seine Fütterung auf dem Jagdpferdetraining verkackt habe. (Sonst ist er da immer etwas zu pummelig rein und kam mit guter Figur raus, und ich hatte schlicht keine Erfahrung, wie viel mehr ich von Anfang an hätte füttern müssen, wenn er schon schlank dort ankommt - an Tag 3 gegenzusteuern, war deutlich zu spät). Ist blöd und zwar vielleicht nicht ganz so gesundheitsschädlich wie Übergewicht, aber trotzdem muss ich jetzt zuschauen, den wieder in einen guten Futterzustand zu kriegen und ärgere mich, dass mein armes Pferd mal wieder meine Unwissenheit ausbaden musste. Reiterlich mach' ich auch seit Jahren mehr oder weniger die gleichen Fehler, und der Fortschritt ist quälend langsam (und in der Zwischenzeit habe ich meinem armen Pferd lauter falsche Bewegungsmuster antrainiert, die wir dann erst mühsam wieder loswerden müssen). Wenigstens gesundheitlich haben Ovid und ich aktuell beide keine größeren Baustellen, aber auch das war schon anders.
Trotzdem sind Pferde und Reiten für mich einfach das größte Glück der Erde, auch in der "real unperfekten Version", die ich mit meinen begrenzten Möglichkeiten eben nur leben kann, während ich von der perfekten Harmonie im Sattel und der perfekten Pferdehaltung träume. Hätte das Pferdehobby für mich nicht diesen hohen Stellenwert im Leben, hätte ich wahrscheinlich schon längst aufgegeben - der Zeitaufwand ist wirklich enorm, die Kosten auch, und selbst als Einsteller im Pensionsstall mit Vollversorgung ist der Organisationsaufwand, bis das Pferd gescheites Futter, gute medizinische Versorgung, einen fachgerechten Beschlag, passendes Sattelzeug, ... hat, ja nochmal eine dicke Herausforderung obendrauf.