Einmal, vor-vorgestern glaube ich, am Ende von ihrer Störungskette habe ich mit ihr geschimpft, ich habe ihr gesagt, dass ich kein Bock mehr habe mich irgendwo hin zu bewegen, sie soll schlafen gehen und mich in Ruhe lassen. Sie ist gleich unter diesen Tisch auf der Empore schlafen gegangen. Ich habe mich geschämt und dachte das wäre Zufall gewesen.
Dafür musst du dich nicht schämen, die Reaktion deines Hundes zeigt meiner Meinung nach doch deutlich, dass er genau das braucht. Das heißt ja nicht, dass man irgendwie böse zum Hund ist oder laut werden muss, einfach deutlich machen, DAS ist unerwünscht, lass es sein. Normale Kommunikation unter sozialen Lebewesen. Auch jeder souveräne Hund macht einem Artgenossen klar, dass er nicht nerven soll, kurz und knackig, sobald der andere sich trollt, ist alles wieder gut.
Ich finde es insgesamt auch unglaublich viel an Beschäftigung und spielen und bisher dazu noch Kauzeug, man kann Hunde durchaus auch zu "Beschäftigungsjunkies" machen. Da ist weniger oft mehr, lieber 2x die Woche strukturiert mit klarem Anfang und Ende etwas trainieren, als den Hund auf Dauerempfang zu halten. Es gibt Hundetypen, die sich problemlos selber genug Pause verschaffen (und ihrem Menschen dann einfach gepflegt die Mittelkralle zeigen, wenn der schon wieder mit einem Suchspiel etc. um die Ecke kommt...), aber Border Collies gehören nicht dazu.
Ich würde die ganze zusätzliche Beschäftigung runter fahren und im Haus am besten gar nichts machen. Alle 2, 3 Tage was für den Kopf (das kann gerade in diesem Alter auch einfach sowas sein wie im Park sitzen und ruhiges Anschauen von Außenreizen belohnen), ansonsten Alltag. Einen rundum geschlossenen Schlafplatz anbieten (wenn sie unter dem Tisch auf der Empore zur Ruhe kommt, ist das auch völlig OK) und sie, wenn sie nervt, deutlich wegschicken. Möglichst nicht erst, wenn sie dich 2 Stunden belagert hat und auch nicht mit Erklärungen, die der Hund eh nicht versteht.