Hört sich an wie mein Leben, was Du hier schreibst 
Meine Eltern sind Hundefreaks, schon immer. Ich bin mit Hunden aufgewachsen und wurde schon seit ich denken kann unterrichtet in Hundeverhalten, Lernverhalten, Aggressionsverhalten usw.
Meine Mutter hat sogar den Trainerschein und eine Zeit lang selbstständig als Hundetrainerin gearbeitet.
Das ist auch der Grund warum ich es eigentlich besser hätte wissen müssen.
Klingt jetzt als würde ich an der Quelle sitzen, was ja auch stimmt. Aber es ist Fluch und Segen zugleich, dass meine Eltern sich auskennen.
Wir haben noch vier weitere Hunde und manchmal habe ich das Gefühl als sei es ein Wettlauf darum wer denn nun den am besten erzogenen hat. Total idiotisch, aber vielleicht wisst ihr was ich meine.
Meine Eltern sind sehr streng und genau was Hundeerziehung angeht, deshalb gestehe ich ihnen auch ungern, dass ich Mist gebaut habe und Hilfe brauche.
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Ich habe meinen ersten DSH mit 8 Jahren bekommen (Maja
), eben auch WEIL meine Eltern beide Schäferhundfreaks waren/sind (Mutti Ausbildungswart, mein Vater SD-Helfer und Gründer unserer OG, eine Zucht hatten sie auch). Und genau wie Du es empfindest war ich mega genervt von den ganzen Ratschlägen und Anweisungen. Ich hatte außerdem noch das Gefühl, ich hätte genug mitbekommen und wusste eh alles besser. Da wurde ich öfter mal eines Besseren belehrt.
Wenn Deine Eltern nun doch anscheinend über 'ne ganze Menge Erfahrung verfügen - aus dem Grund wahrscheinlich auch kein fremder Hundetrainer in Frage kommt - dann versuche über Deinen Schatten zu springen und deinen Stolz und dein Ego beiseite zu schieben. Für deinen Hund und für Euch zwei als Team. Wie Du es schon selbst sagst: Du sitzt ja an der Quelle und es wäre so schade, das vorhandene Wissen nicht mitzunehmen. Ob es Euch weiterbringt oder nicht, wird sich ja dann eh erst zeigen. Deine Hündin ist jetzt knapp zwei Jahre alt und ich finde ihr Verhalten gar nicht so ungewöhnlich (unabhängig davon - Leistungslinie oder!?). Dass sie den Weg und den Bus zum Platz kennt - total normal. Dass sie das Jiepeln und Quengeln anfängt genau so. Meine Hunde wissen immer, wann wir zum Platz fahren und tun das auch kund. Und sie wissen auch, wann SD beginnt (auch wenn auf dem Platz noch nichts stattgefunden hat und eigentlich tote Hose herrscht). Der Trick ist nur, dass ich das sofort abbrechen kann, wenn's mir zu bunt wird. Weil ich es von vornherein geübt habe. Dieses ewige Spielchen zwischen Hochfahren und Runterkommen. Die einen können es besser, die anderen, insbesondere die triebstarken Hunde, haben da oft mehr mit der Selbstbeherrschung zu kämpfen.
Nun hat sich das Verhalten natürlich über die Monate festigen können.
Ich rate die nochmals, hol einen Trainer. Solche Verhaltensweisen haben die Eigenheit, sich mit der Zeit auf andere Bereiche auszuweiten. Ganz oft bleibt das nicht nur auf etwas oder auf eine Situation bezogen. Das verselbstständigt sich gerne!
Da möchte ich mich komplett anschließen. Ich meine das nicht böse und will dir auch nicht dein Wissen absprechen, aber jemand der da etwas mehr Erfahrung hat, von außen drauf schaut und vor Ort ist, kann das Problem möglicherweise ganz flott in den Griff bekommen.
Was haben Deine Eltern denn für Hunde und was machen sie für Hundesport?
Beim Training selbst ist sie total unkonzentriert. Sie macht dumme Fehler, weil sie so aufgeregt ist. Sie ist hektisch, sie bellt und schreit manchmal richtig. Pausen sind der Horror, während wir warten ist sie so drüber, dass sie unter sich pinkelt, hechelt, speichelt und ständig Geräusche von sich gibt.
Offensichtlich hat sie totalen Stress. Ich habe auch so eine Dampfwalze hier zurzeit und wenn ich im Training merke, dass es bei ihr anfängt "aus den Ohren zu qualmen", dann fahre ich mein Trainingstempo sofort radikal runter. In der UO schleichen wir dann auch schon mal im gaaaaaanz laaaangsamen Schritt über den Platz. Dann belohne ich auch nicht mit dem Ball, bei dem sie dann wieder direkt hochdreht, sondern es gibt dann ein schlichtes Leckerli für gute Leistung und ein leises Lob. So lange, bis ich sie gedanklich wieder bei mir habe. Manchmal hören wir dann mit dem guten Abschluss auch einfach auf und gehen eine Runde spazieren oder setzen uns an den Rand und schauen zu (Zuschauen: eine riesige Herausforderung für sie). Oder wir machen noch was anderes auf dem Platz. Je nach Bauchgefühl.
Wie reagierst Du denn, wenn sie Halligalli macht? Was machst Du, wenn ihr auf dem Platz oder im Bus seid und sie anfängt zu schreien und zu hüpfen?