Beiträge von Filz

    du meinst also dass eine sehr leichte bBerührung dieser haare scheuert? Was bitte scheuert denn da und wo? Man berührt doch nicht die Haut. Und warum soll das nicht sinnvoll sein? Wo ist der Unterschied zu zugewucherten Vibrissen in Endlosbärten?

    Nein. Der Gegenstand (dein Finger, der Teppich, ...) der dem Hund seine 1,2mm lange Vibrisse verbiegt, der klebt dem Hund offenbar in einem Abstand von 1,2mm an der Backe und berührt vermutlich noch andere Teile des Körpers (scheuert da dran rum). Ich vermute, dass der Hund diesen Gegenstand auch ohne den Reiz, den die Vibrissenbiegung beisteuert, sehr gut wahrnehmen kann. Also wäre die Vibrissenfunktion in dieser speziellen Situation entbehrlich (meine Einschätzung).

    Zugewuchterte Vibrisse im Endlosbart: Ich kann mir vorstellen, dass eine Vibrissenbiegung durch Wind hier möglich ist. Und eine Biegung durch einen Gegenstand passiert ganz sicher. Dann biegt sich der ganze Bart (aber die Biegung der nicht-Vibrissen wird nicht im selben Maße registriert).

    Die Argumentation ist, dass die Vibrissen als Sensor dienen. Das Haar biegt sich, die Nervenzellen an der Wurzel registrieren die Haarbewegung und dieser sensorische Reiz wird verarbeitet und vermittelt dem Hund Informationen über die Umwelt.

    das streitet doch auch niemand ab aber ab welcher Länge kann diese Funktion nicht mehr wahrgenommen werden? Wie gesagt hier funktionieren die auch mit nur 1,2mm Länge noch

    Ich hatte das schon so verstanden, dass einige Leute gar nicht mitgehen, dass die Vibrissen bei den Hunden überhaupt eine Funktion haben oder dass die Funktion nicht "wichtig" wäre.

    Ich persönlich hab dazu bis jetzt gar keine Meinung, mir ist das alles noch unklar.

    Nehmen wir mal an, die Argumentation ist so korrekt. Dann haben die Vibrissen Funktion, sobald sie sich biegen können. Das können die vermutlich auch mit weniger al 1,2mm Länge noch.

    Ist diese Funktion sinnvoll? Vermutlich nicht, denn was immer diese Biegung hervorruft, scheuert dem Hund ja offenbar an der Backe rum, das hat der Hund auch anderweitig schon mitgekriegt.

    Sinnvolle (neue) Information können die Vibrissen vermitteln, sobald sie so lang sind, dass sie sich im Wind biegen können. Und da ist die Länge von Hund zu Hund unterschiedlich.

    Sinnvolle neue Informationen können die Vibrissen auch vermitteln, sobald sie an eine Oberfläche stoßen und sich deswegen biegen. Und da hätte ein Hund seine volle Wahrnehmungskraft eben nur bei komplett "ausgewachsenen" Vibrissen, weil in der Theorie der Wahrnehmungsradius umso größer, je länger die Vibrisse.

    Gibt es bei Pudeln und den anderen Lockenhunden eigentlich Versuche dazu, wie lang eine Haar-Wachstumsperiode ist? Also so wie beim Menschen, dass man sagen kann, in der Regel 2-6 Jahre?

    Es wäre ja interessant mal auszurechnen, ob eine Pudelvibrisse auswachsen kann. (Wenn die theoretische Maximallänge 4m beträgt, KANN eine Pudelvibrisse nicht auswachsen.)

    Oder wachsen Vibrissen auch bei Pudeln nur einige Wochen bis zur Terminallänge?

    Es besteht also wo genau der Unterschied zu Krallen (dem Bereich, den man entfernt)?

    Naja, wie es bereits mehrfach im Thread vorkam:

    Die Argumentation ist, dass die Vibrissen als Sensor dienen. Das Haar biegt sich, die Nervenzellen an der Wurzel registrieren die Haarbewegung und dieser sensorische Reiz wird verarbeitet und vermittelt dem Hund Informationen über die Umwelt.

    Und ob das so stimmt oder nicht: keine Ahnung.

    Aber bezüglich dem Krallenteil, den man straflos abknipsen darf und bezüglich dem Fell, das man straflos scheren darf, da existieren solche Thesen gar nicht.

    Das ist der Unterschied, so wie ich ihn verstehe.

    Krallen haben keine Blutgefaesse und keine Nervenzellen? Dafuer aber Vibrissen? Bitte was? Seit wann sind Vibrissen durchblutet? Sind die beim Hund mit Nervenzellen durchzogen oder sitzen die Nervenzellen, wie beim Seehund, an der Wurzel?

    Nein. Krallen haben sehr wohl Blutgefäße und Nervenzellen und wenn du die so kürzen möchtest, dass es nicht einer Amputation gleichkommt, dann tust du das ausschließlich in dem Teil, in dem sie das nicht haben. Ich dachte, das wäre klar.

    Der Unterschied der Vibrissen zu normalem Fell und dem Teil der Krallen, die keine Nerven und keine Blutgefäße haben:

    Filz Wir sprechen hier von Säugetieren. Nicht mal unter einer Ordnung haben zwei verwandte Tierarten dieselben Vibrissenfunktionen. Sowas kann man nachlesen.

    Es ist wirklich furchtbar mühsam hier zu schreiben, wenn sich wirklich niemand mit Literatur auseinandersetzt und dann wieder Pauschalaussagen raushaut. Alle Seiten kommt jemand neues dazu und dann dreht es sich wieder von vorn.

    Ich spreche ganz konkret davon, dass ich das Problem nicht sehe, dass man die Entfernung von etwas, das nachwächst, als Amputation bezeichnet.

    Fuer mich ist eine Amputation etwas anderes. Da waechst nichts nach (sonst waere z.B. eine Replantation ja nicht noetig).

    Das heißt, es wäre für dich keine Amputation, wenn man einem Axolotl ein Bein abnimmt?

    Das finde ich seltsam.

    Der Unterschied der Vibrissen zu normalem Fell und dem Teil der Krallen, die keine Nerven und keine Blutgefäße haben:

    Es wird eben argumentiert, dass sie sensorische Funktion haben.

    Und ob das jetzt stimmt oder nicht, das ist unklar.

    Soweit war der Thread ja schon.

    Sehr gut sogar, nämlich immer wieder. :D

    Und nochmal im Ernst, ich sehe da gar keinen Widerspruch in den Definitionen. Axolotln wachsen auch die Gliedmaßen nach, trotzdem wäre es doch eine Amputation, denen was abzutrennen.

    Aber die Gliedmaßen von Axolotln hören bei einer funktionalen Größe auf zu wachsen :ka:

    Aber auch das hat mit der Definition von Amputation doch nichts zu tun? Ihr verwirrt mich jetzt gerade.

    Wären sie ohne Kastration nicht auch da?

    Wer weiss das schon.

    Das kann man in Bezug auf einen einzelnen Hund niemals wissen, weil dieser Hund nicht gleichzeitig im kastrierten und unkastrierten Zustand existiert, also kann man nicht vergleichen.

    Aber es gibt Studien, die hunderte von kastrierten Hunden mit hunderten von unkastrierten Hunden vergleichen. Wenn in der Gruppe der kastrierten Hunde bestimmte Erkrankungen "statistisch signifikant häufiger" auftreten, dann geht man davon aus, dass die Kastration in Bezug auf diese Erkrankung ein Risikofaktor ist.

    Und so ist es bezüglich mehrerer Erkrankungen geschehen.

    Zwingerhaltung an sich ist nicht verboten und die Zwinger, wie du sie beschreibst, können durchaus die Anforderungen an erlaubte Zwingerhaltung erfüllen (Mindestgröße, geschützter Liegeplatz etc). Aber die Hunde sollten täglich die Möglichkeit zur freien Bewegung haben für 90(? 120?) Minuten.

    Deswegen kann das Veterinäramt da eventuell was machen. Ich würde anrufen und deine Beobachtung schildern. Aber pessimistisch bleiben. Weißt du sicher, dass die Hunde permanent in den Zwingern sind?