Übrigens, als Argument, warum Wölfe von Landkreisen verheimlicht werden: Es liegt auf der Hand, dass offizielle Wolfsgebiete eine verminderte Lebensqualität darstellen, erst Recht für Familien, die vorhaben sich anzusiedeln bzw. von der Gemeinde freigegebene Neubaugebiete zu erschließen. Gut situierte Steuerzahler in der Gemeinde sind wichtig. Es ist daher von großem Interesse, Wölfe maximal als Durchzieher zu betiteln.
Beispielsweise die Wölfe in der Nordheide/LK Harburg, die es ja offiziell nicht gibt. Zufälligerweise ist das ein Gebiet des Speckgürtels von Hamburg, wo viele Besserverdiener hinziehen.
Ich weiß nicht, ob benachbartes "Wolfsgebiet" eine Wohngegend tatsächlich weniger attraktiv macht. In den städtischen und kleinstädtischen Umfeldern, in denen ich mich bewege, kommt der Wolf im Denken der Leute gar nicht vor.
Was meines Wissens nach eine Rolle spielt bei den Erwägungen, ein Wolfsgebiet anzuerkennen, sind die Konsequenzen, die die "Ausrufung" eines Wolfsgebiets für Landwirte und (groß)gewerbliche Weidetierhalter hat. Es gelten unterschiedliche Bestimmungen, was die Zahlung von Schadensersatz, die Beantragung von Subventionen für die Zäunung und die "Pflichten" der Landwirte / Auflagen für Zäunung angeht.
Ich bin mir gar nicht sicher, ob Landwirte mehrheitlich von einer Anerkennung ihrer Region als Wolfsgebiet profitieren oder ob es ihnen (finanziell) schadet.