Bei Rhydian war es so, dass der Lepto-Wert jetzt gar nicht sooo hoch war, sondern gerade an der Grenze dazu, dass man von einer Infektion sprechen kann. Es war allerdings auch unser einziger Hinweis, was mit ihm los ist.
Er bekam plötzlich über 40 Fieber, Antibiotika hat nicht angeschlagen und auch Fiebersenker wirkten nur für kurze Zeit. Außerdem hatte er Anämie. Aber ansonsten war das Blutbild, der US und das Röntgen unauffällig.
Erst hochdosiertes Cortison brachte dann einen Erfolg. Bei dem großen Blutbild konnte dann der Coombs-Test nachgeholt werden und hat dann wohl auch eine Autoimmunkrankheit bestätigt, die wahrscheinlich durch die Lepto in Gang gebracht wurde.
Wir dachten dann, dass wir mit einer Cortison-Therapie alles wieder in Griff bekommen. Ihm gings besser, das Fieber war seit Tagen weg, er hat wieder gefressen. Und dann kam der Tag an dem es ihm wieder schlechter ging und binnen zwei oder drei Stunden wurden seine Schleimhäute weiß, man konnte gar kein Blut mehr abnehmen und hätten wir ihn nicht erlöst, wäre er erstickt. Es blieb somit leider auch keine Zeit mehr an diesem Tag noch irgendetwas zu versuchen.
Rhydian war gegen Lepto geimpft, aber mir wurde es genau so erklärt: Man kann nicht gegen alle Stämme impfen, sondern nur gegen einen Bruchteil.
Bei ihm war es eben wahrscheinlich so, dass er die Autoimmunkrankheit immer schon in sich getragen hat und die Lepto diese quasi angeknipst hat.