Beiträge von tassut

    Gleichzeitig lese ich hier, dass die Hunde eigentlich besonders gefordert und abgelenkt werden sollen.

    Diese Empfehlung verbinde ich eher mit Hündinnen, die sich depressiv zurückziehen, oder die anfangen, Stofftiere/Spielzeug/usw. zu betüddeln.

    Wenn Du das Gefühl hast, Deiner Hündin tut Ruhe derzeit gut, spricht für mich gar nichts gegen Ruhe. Hormonell ist bei ihr momentan ja eh einiges los, in diese Zeit fiele eigentlich die Geburt der Welpen. Das Verhalten Deiner Hündin kenne ich von meinen Hündinnen so nicht, aber Bo hat z.B. um den Geburtszeitraum immer Höhlen im Garten gebuddelt, und das war ihr auch wichtig. Für mich galt da, das ausgewogen zu halten - buddeln in Maßen okay, reinsteigern nicht. So würde ich das auch mit der Ruhe sehen - Ruhe selbstverständlich völlig okay, würde sie lethargisch werden, nichts essen o.ä., würde ich sie wieder mehr aktivieren.

    Ergänzend noch ein Wort zur dendritischen Therapie:

    Ich weiß, dass man auf der Suche nach Therapiemöglichkeiten das Internet durchforstet und auf alles mögliche stößt, unter anderem auf diese dendritische Therapie. Ging mir auch schon so. Was passiert bei dieser Behandlung eigentlich? Grob formuliert: dem Hund wird Blut abgenommen, daraus werden bestimmte Zellen isoliert, diesen Zellen wird Tumormaterial unter die Nase gehalten und gesagt, der Tumor ist böse, bekämpfen bitte. Mit der Information beladen werden die Blutzellen dem Hund wieder injiziert in der Hoffnung, dass weitere Zellen auf diese Information anspringen.

    Problem eins: es gibt nach wie vor keine klinischen Studien, die die Wirksamkeit belegen.

    Problem zwei: um den Blutzellen Tumorinformation unter die Nase halten zu können, braucht man Teile des Tumors, sprich man muss operieren.

    Problem drei: Dein Hund ist laut Deiner Schilderungen weit weg von stabil genug, um die Strapazen dieser Behandlung wegzustecken, ganz ungeachtet des ungewissen Erfolgs.

    (Ich pack mal die erste ergoogelte Infoseite dazu mit hier rein:

    https://www.krebsgesellschaftnrw.de/komplementarme…tischen-zellen/ )

    Vor diesem Hintergrund, Wirkung der Therapie mehr als ungewiss, Therapie sehr belastend für Deinen Hund, wäre diese Behandlung für Deinen Hund mehr ein schmerzhafter Tierversuch als alles andere, und das zu einer Zeit, in der es ihr eh schon sehr schlecht geht. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Du ihr das am Ende ihres Lebens zumuten möchtest.

    Auf der angegebenen Züchterseite hab ich kurz reingelesen. Neben vielen anderen Dingen, die mir negativ auffallen und in diesem Thread schon erwähnt worden sind, blutet mir das Herz, wenn ich die Beschreibung eines Labbis dort lese. Das ist genau der "dumpfe" Klischeelabbi: will to please bitte nur, wenns dem Hund gerade gefällt, laut, rüpelig. Der Labrador ist doch eigentlich eine Arbeitsrasse, und mit solchen Eigenschaften wäre er für seine angestammte Arbeit nicht zu gebrauchen. Mit einem Labrador und all seinen wunderbaren Eigenschaften hat das für mich dann bald nichts mehr zu tun.

    Ich hatte einen Border Collie, der ebenfalls im Alter von 14 Jahren einen Tumor entwickelt hat, der allerdings zuerst nicht sichtbar war. Einzig die Leberwerte waren nicht in Ordnung, und der Hund wollte nicht mehr fressen. In der Folge hatte Leo auch viel Gewicht und Muskelmasse verloren.

    Als noch nicht klar war, dass ein Tumor dahintersteht, haben wir auch versucht, ihn unter Medikamenten (Antiemetikum gegen Übelkeit und Kortison als Appetitanreger und "Allzweckwaffe") zum essen zu bewegen. Angeboten habe ich ihm einfach alles, was meine Fantasie hergegeben hat. Fleisch roh, überbrüht und gekocht. Gemüse in jeder Darreichungsform. Trockenfutter, Nassfutter, hochkalorisches Päppelfutter, Katzenfutter. Verschiedene Wurstsorten, verschiedene Käsesorten, Milchprodukte. Nudeln, Brot. Jede Art von Leckerli. ChickenMcNuggets. Bratwurst vom Stand. Er hat von allem mal was genommen, aber nie langfristig und nie genug.

    Leo war voll da und wach, ging gerne mit spazieren, war im allgemeinen gut drauf, er wurde "nur" immer mehr zum Skelett. "Endlich" haben wir beim dritten oder vierten Ultraschall in ganz kurzem Abstand doch den Tumor entdeckt, der bei ihm zwischen Leber und Darm saß. In dem Moment habe ich entschieden, dass ich Leo noch im gleichen Tierarztbesuch gehen lasse. Die Erfolgsaussichten bei einer Behandlung des Tumors gingen gegen null, und der Hund war bereits im Verhungern begriffen, glücklicherweise noch ohne größere Organschäden (abgesehen von der Leber). Leo hatte Hunger, jeden Tag, aber ihm war so übel, jeden Tag, dass er nichts essen konnte. Ständiges Verhungern in Verbindung mit nicht existenten Heilungschancen birgt für mich so wenig Lebensqualität, dass für mich unerheblich war, dass Leo noch gern bei unseren Spaziergängen dabei war oder wie immer unglaublich gern gekuschelt hatte.

    Letztlich kann Dir das niemand abnehmen, wo Du die Grenze für Deinen Hund ziehst. Ich würde mich an Deiner Stelle auch nochmal mit Deinem Tierarzt darüber beraten. Hauptaugenmerk bei meinem Geschriebenen ist eher, dass ich (leider) keinen Geheimtipp für Euch habe, obwohl ich bei der Suche nach passenden Nahrungsmitteln für Leo wirklich viel probiert habe.

    Ich wünsch Euch einfach eine gute Zeit miteinander und Kraft und Mut für den letzten Weg, wenn es soweit ist.

    So ähnlich habe ich das auch schon fabriziert. Bis mir klar wurde, dass ich meinem Hund schön beibringe, auszubrechen. Mit in kleinen Schritten gesteigerter Schwierigkeit, wie sich das gehört. |) :lol: (Blöderweise war Maya nur nicht beeindruckt von Unwägsamkeiten wie umfallenden Brettern.) Ich kann mir Junik sehr lebhaft vorstellen in der Szenerie! :lol: :herzen1:

    Kein wach werden mehr von hopphopphopp.. Kein Häschen mehr, was langgestreckt auf den Hundekissen fläzt.. Kein morgendliches begrüssen und ihm sein Frühstück reichen.. ach.. :herzen1:

    Ich denke gerade über eine Kaninchenklappe zwischen Auslauf im Garten und Wohnzimmer nach und frage mich, ob Du genug Hundekissen hast, falls früher oder später alle Kaninchen zum Hausbesuch kommen. :denker:

    Was für schöne Nachrichten! :applaus: :herzen1: Die Bilder sind klasse. Kaninchen am Hundenapf :lol:

    Also falls Du nicht reintegrieren möchtest, findet sich bestimmt das ein oder andere zu päppelnde Kaninchen, mit denen er zusammen noch im Haus überwintern kann, um im Frühjahr dann als bereits bestehende Gruppe nach draußen zu ziehen kann. In eine zweite Kaninchenanlage natürlich. Gute Idee, oder gute Idee? =)