Ich hatte einen Border Collie, der ebenfalls im Alter von 14 Jahren einen Tumor entwickelt hat, der allerdings zuerst nicht sichtbar war. Einzig die Leberwerte waren nicht in Ordnung, und der Hund wollte nicht mehr fressen. In der Folge hatte Leo auch viel Gewicht und Muskelmasse verloren.
Als noch nicht klar war, dass ein Tumor dahintersteht, haben wir auch versucht, ihn unter Medikamenten (Antiemetikum gegen Übelkeit und Kortison als Appetitanreger und "Allzweckwaffe") zum essen zu bewegen. Angeboten habe ich ihm einfach alles, was meine Fantasie hergegeben hat. Fleisch roh, überbrüht und gekocht. Gemüse in jeder Darreichungsform. Trockenfutter, Nassfutter, hochkalorisches Päppelfutter, Katzenfutter. Verschiedene Wurstsorten, verschiedene Käsesorten, Milchprodukte. Nudeln, Brot. Jede Art von Leckerli. ChickenMcNuggets. Bratwurst vom Stand. Er hat von allem mal was genommen, aber nie langfristig und nie genug.
Leo war voll da und wach, ging gerne mit spazieren, war im allgemeinen gut drauf, er wurde "nur" immer mehr zum Skelett. "Endlich" haben wir beim dritten oder vierten Ultraschall in ganz kurzem Abstand doch den Tumor entdeckt, der bei ihm zwischen Leber und Darm saß. In dem Moment habe ich entschieden, dass ich Leo noch im gleichen Tierarztbesuch gehen lasse. Die Erfolgsaussichten bei einer Behandlung des Tumors gingen gegen null, und der Hund war bereits im Verhungern begriffen, glücklicherweise noch ohne größere Organschäden (abgesehen von der Leber). Leo hatte Hunger, jeden Tag, aber ihm war so übel, jeden Tag, dass er nichts essen konnte. Ständiges Verhungern in Verbindung mit nicht existenten Heilungschancen birgt für mich so wenig Lebensqualität, dass für mich unerheblich war, dass Leo noch gern bei unseren Spaziergängen dabei war oder wie immer unglaublich gern gekuschelt hatte.
Letztlich kann Dir das niemand abnehmen, wo Du die Grenze für Deinen Hund ziehst. Ich würde mich an Deiner Stelle auch nochmal mit Deinem Tierarzt darüber beraten. Hauptaugenmerk bei meinem Geschriebenen ist eher, dass ich (leider) keinen Geheimtipp für Euch habe, obwohl ich bei der Suche nach passenden Nahrungsmitteln für Leo wirklich viel probiert habe.
Ich wünsch Euch einfach eine gute Zeit miteinander und Kraft und Mut für den letzten Weg, wenn es soweit ist.