Beiträge von Frau+Hund

    Ja, das ist genau der Punkt. Sie hat zum Beispiel auch gelernt, wenn sie was will, muss sie nur kläffen. Streicheln, Futter, Aufmerksamkeit- sie steht dann vor einem und kläfft einen auffordernd an.

    All das gab es bei meinem Hund nie, als Bürohund musste er früh lernen, dass er 8 Stunden am Tag nichts zu melden hat (nicht durchgängig natürlich.) Er ist auch bei ganztägigen Lehrveranstaltungen dabei oder bei Teamklausuren. Da muss er einfach mucksstill in der Ecke liegen.

    Zur Ruhe kommen, Frustrationstoleranz- alles kein Thema.

    Ich wüsste einfach nicht, was ich hätte anders machen können, außer eben, dass meine Anwesenheit der fixe Pool in seinem etwas unruhigen Leben ist.

    Bei meiner Hündin früher waren wir zumindest das erste Jahr fast nur zuhause.

    Eigentlich sollen Papillons sich schnell an neue Menschen gewöhnen. Das sind eigentlich keine 'ich trauere tagelang auf dem Grab meines Menschen'- Hunde. Wenn sie doch so sind ist das oft so, weil sie nicht aus perfekter Aufzucht kommen. Sie neigen dann leider dazu, kein Urvertrauen zu besitzen und in dieser Hinsicht labil zu bleiben. Kein Welpe sollte vom Vermehrer gekauft werden, aber ein Papillon erholt sich von schlechten Bedingungen nicht mehr.

    Das sind aber steile Thesen. Mir ist nicht klar, wie die Züchter darauf selektieren sollten. Zuchthunde leben bei Papillons fast immer in kleinen bis recht großen Gruppen. Züchter können gar nicht wissen, wie sich ihre Hunde in Einzelhaltung bei Fremdbetreuung verhalten würden.

    Mein Hund verhält sich bei Fremdbetreuung ähnlich wie oben beschrieben. Er will einfach nur bei mir sein. Allerdings bleibt er im Büro und im Auto problemlos mehrere Stunden allein.

    Seine Züchterin war sehr erfahren und er ist in allen anderen Lebenssituationen völlig gelassen.

    Auch habe ich ihn von Anfang an bei meinen Eltern betreuen lassen - er fand es immer schlimm.

    Meiner Interpretation nach liegt es dran, weil er die größte Zeit seines Lebens mit mir allein gelebt hat. Und weil er zwischen zuhause und Arbeit, den Häusern meiner Eltern und meiner Schwester nicht so sehr an einen Ort gebunden wurde. Um so fester aber an meine Person, die halt immer da ist.

    Und denn ist es wohl auch einfach Charakter - meine frühere Mischlingshündin (Papillon-Pinscher), sonst etwas unsicherer als mein Rüde jetzt, hatte mit Alleinbleiben und Abgeben nie Probleme.

    In der Lebenssituation würde ich mir gar keinen Hund anschaffen.

    Zwei Menschen im Dunkeln, ein bis zwei Messer und ein Hund dazwischen, das kann nur schief gehen. Bei allem Training kann niemand voraussagen, wie sich der Hund in so einer Situation verhält.

    Ich gehe seit Jahrzehnten mit meinen Kleinhunden im Dunkeln spazieren, bin keine 1,60 groß und unbewaffnet. Daher mein Rat: such dir eine andere Wohngegend, es ist nicht normal, dass man als Frau regelmäßig bedrängt wird - auch nicht im Dunkeln. Dann kannst du auch gleich das Problem 4. Stock lösen. Ich weiß, dass das momentan nicht einfach ist, aber die Zeit würde ich mir nehmen.

    Mit einer Tasche wie zu Anfang gezeigt, würde ich auch mal einen kleinen Hund nur so 1 Stunde reisen. Der Hund kann sich darin ja kaum bewegen und sitzt drin wie in der Pelle. Gerade jetzt im Sommer wird es in den Zügen manchmal ganz schön heiß.

    Ich fahre seit Jahren Mit einer sehr leichten, voll geschlossenen Hundetragetasche. Darin ist der Hund auch geschützt, wenn der Zug voll ist. Keiner kann ihn einfach anfassen. Durch Verschiedene Netzöffnungen ist sie gut belüftet. Früher habe ich meinen Hund auf langen Fahrten auch mal rausgelassen, aber inzwischen ist er so froh über seine Tasche, dass er drin bleibt. Nachteil ist, er will auch im Bahnhof darin getragen werden…

    Minibullterrier wie ich sie kenne haben nicht die Anatomie, die ich für dauerhaft viel Treppensteigen geeignet finde.

    Wenn es tatsächlich auf Tragen hinausläuft, kann ich nur zu einem deutlich leichteren Hund raten. Ich hab das jahrelang gemacht (nur 1,5 Stockwerke) und war über meinen 4-5 kg Hund sehr froh. Den kann ich unter einem Arm tragen und hab die andere Hand für die Einkäufe frei, oder was man sonst so rumschleppt.

    Mein Papillon ist übrigens absolut robust was draußen sein, wandern und Hundesport angeht.

    Und ein Spiel mit einem viel größeren, grobmotorischen Hund kann auch für einen Minibulli schmerzhaft bis gefährlich werden.

    Wenn ich mal hinfalle, kommt mein Hund, stupst mich an und setzt sich neben mich. Würden Helfende dazu kommen, würde er sich wohl in ein paar Meter Entfernung hinsetzen und abwarten, Er ist einfach Zuseher dran gewöhnt, dass ich die Probleme löse. Die Rasse ist auch nicht grad auf Verteidigen gezüchtet.

    Schwierig könnte es werden, ihn einzufangen, falls ich nicht bei Bewusstsein wäre.