@hasilei
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Zitat von Frau+Hund
Cortisol wird als Stresshormon ausgeschüttet, wenn der Hund in einer belastenden Situation nicht handeln kann.
Das stimmt so nicht. Cortisol wird bei Stress ausgeschüttet, es stellt Energie bereit für etwas, was den Hund körperlich fördert. ... der Abbbau kann allerdings tagelang dauern
Diese beiden Aussagen widersprechen sich doch nicht.
Mal in Kürze (in Wirklichkeit ist es natürlich viel komplexer und wir verstehen auch noch nicht alles)
Der Stressor, also die äußere Situation, ist die belastende Situation ohne Handlungsmöglichkeit, der Stress entsteht im Gehirn des Hundes, ob und wie stark er entsteht ist auch von inneren Ressourcen wie Erfahrungen abhängig. Bewertet das Mittelhirn die Situation als Stress (appraisal) , gibt sie das an den Hypothalamus weiter. Der wirft dann die beiden hormonellen Stressachsen an, die Hypothalamus-Nebennierenmarks-Achse, die die Hormone Adrenalin und Noradrenalin ausschüttet, und die Hypothalamus-Hypotphysen-Nebennierenrinden Achse mit dem Hormon Cortisol. Die Wirkungen beider Achsen greifen ineinander.
Bei akutem starken Stress werden beide Achsen aktiv, wobei selbst massive Hormonanstiege keine negativen gesundheitlichen Folgen haben, im Gegenteil.
Bei chronischem Stress können beide Achsen aktiv bleiben oder auch eine herunterreguliert werden. Das wird auf Dauer zum Risikofaktor für die Gesundheit, z.B. senkt ein langfristig erhöhter Cortisolspiegel die Infektabwehr, ein langfristig erhöhter Adrenalinspiegel erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Ob ein Assistenzhund Stress hat und ob der chronisch und damit gesundheitsgefährdend wird, beantwortet das aber nicht. Warum soll ein Mensch mit Diabetes oder Epilepsie seinen Hund mehr aufregen als ich das tue?
Einem Hund allerdings quasi die Verantwortung für einen durch seine Erkrankung oder Behinderung sehr gestressten und nervösen Menschen zu übertragen, halte ich auch für fragwürdig.
Nur ein Beispiel: In einer befreundeten Familie wurde ein Cockerpoo aus einer entsprechenden Linie angeschafft, um die Tochter mit Asperger in bestimmten Situationen zu unterstützen. Eine Trainerin hat dem Hund, zusammen mit der Familie, die entsprechenden Verhaltensweisen beigebracht (genaueres weiß ich nicht). Es war immer klar, dass der Rest der Familie, Eltern und zwei Geschwister, dem Hund das ruhige, sichere Umfeld bieten müssen, in dem er seinen Job machen kann. Die unruhige, leicht gestresste Jugendliche könnte nicht allein für den Hund dasein. Das war immer klar uns so wurde auch trainiert. Soweit ich das von außen beurteilen kann, funktioniert es jetzt seit 4 Jahren gut.