Beiträge von Frau+Hund

    Ist es denn wirklich so ungewöhnlich, dass man einen MischlingsWELPEN möchte, ohne (schlechte)

    Hobbyzüchter unterstützen zu wollen?

    Ich finde das überhaupt nicht ungewöhnlich.

    Mischlinge sind das Erfolgskonzept der Natur, quer durch das gesamte Tier und Pflanzenreich. Alle Tiere haben Verhaltensmechanismen entwickelt, die zu einer genetischen Durchmischen der Population führen. So haben sich auch Hunde 15.000 Jahre lang an der Seite der Menschen vermehrt.

    Rassenhundezucht ist ein Hobby einer reichen Gesellschaft, über 90% der Hunde der Welt sind Mischlinge. Die Rassenhundezucht hat nie bewiesen, dass sie gesündere, langlebigere Hund hervorbringt als die ursprüngliche Methode der genetischen Durchmischen der Population. Ich kenne nicht eine Studie, die das zeigt. Trotzdem ist es jetzt plötzlich moralisch verwerflich, einen Hund aus einem Mischlingswurf zu nehmen, warum?

    Es ist absolut möglich, auch ohne Verein Knowhow über Hundezucht und -aufzucht zu bekommen. Nach solchen Züchtern/Vermehrern muss man halt suchen, wenn man einen Mischling möchte.

    Er müsste genau 8 Std alleine bleiben. Anfahrt habe ich nicht. Ich könnte ihn theoretisch auch im Auto den ganzen Tag mitnehmen und zwischendurch Gassi gehen. Aber im Sommer geht das ja auch nicht. Ich habe keine Ahnung. Ich habe nur im Netz gelesen das ein chihuahua besser geeignet wäre.

    8 Stunden sind viel zu lang. Hunde sind soziale Wesen, die in ihrer Gruppe leben. Mir wären für einen Einzelhund schon 5 Stunden allein täglich zu viel. Aktive und reaktive Hunde wie Pinscher oder Chis neigen dazu, lautstark zu protestieren. Nicht schön für deine Nachbarn. Rasse oder Mix ist da ganz egal.

    Wenn du tagsüber im Auto unterwegs bist, von Kunde zu Kunde fährst oder so, und dazwischen mal einen Spaziergang schieben kannst, könnte das schon gehen. Hunde, die das kennen, sind gern auf Achse. Pinscher waren früher auch Kutschenbegleithunde.

    Bei Sonne/ Hitze/Eiseskälte geht das aber nicht, du brauchst also auf jeden Fall eine zuverlässige Betreuung.

    Ich würde mir unter solchen Bedingungen keinen Hund anschaffen sondern, wenn’s dir wichtig genug ist, meine Arbeitsbedingungen verändern.

    Es hat halt auch Vorteile, sich einen Mischlingswurf in der Region zu suchen. Z. B. über einen Tierarzt, der die Hunde kennt.

    Meiner Ansicht nach ist das moralisch nicht problematischer, als andere Wege zu einem Welpen - sie haben alle auch Nachteile und am Ende muss man am Einzelfall entscheiden.

    Die Thread-Erstellerin hat ihre Wünsche zur Hundeanschaffung hier zur Diskussion gestellt. Dazu habe ich einen Beitrag geleistet.

    Sie wird am Ende selber entscheiden, welchen Weg sie geht.

    Warum sollte man das tun, wenn's im Tierschutz genug Welpen und Junghunde gibt, die 'n gutes Zuhause brauchen?

    Das scheint regional sehr unterschiedlich zu sein. In unseren Tierheimen sind Welpen ganz selten und viele, viele Menschen warten darauf. Meine Freundin hätte dort keinen bekommen weil alleinerziehend und teilzeitberufstätig.

    Junghunde aus dem Ausland vermitteln die Orgas in Massen. Da hat man dann halt gar keine Kontrolle mehr drüber, wie sie aufgewachsen sind, was drinsteckt und ob sie nicht doch für diesen Zweck produziert und verkauft wurden.

    Meine Freundin hat ihren Mixwelpen vom Bauernhof dreimal besucht, bevor sie ihn mit 11 Wochen mitgenommen hat. Sie hat beide Eltern kennen gelernt, wurde auf einen Spaziergang mitgenommen und zum Umgang mit dem Welpen beraten. Sie waren auch später noch ein paar mal da, die Familie wollte gern wissen, was aus ihren Kleinen so wurde.

    Ich würde, ehrlich gesagt, erst mal das ethische Konzept hinterfragen.

    Du möchtest einen Mischlingswelpen, willst aber ihre Zucht (Vermehrung, Produktion, whatever) nicht unterstützen? Warum?

    Aus meiner Sicht ist es völlig in Ordnung, Mischlingswelpen zu züchten (ich nenn das jetzt mal so). Ich habe noch nie einen Hinweis für die - so oft versprochene bessere Gesundheit von Rassehunden. Dagegen taucht in Beobachtungsstudien immer wieder die längere Lebenserwartung von Mischlingen auf - irgendwo muss die ja auch herkommen.

    Einfach ein Beispiel:

    die Hündin meiner Freundin, Spitz-Mix, gibt es, weil ein Paar fand, dass ihre beiden Hunde gut zusammen passten. Sie waren Bauern und fanden es einfach normal, dass man mit seinen Tieren züchtet und die Nachkommen verkauft. Eltern und Welpen wurden tierärztlich versorgt und in Familie, Haus und Hof aufgezogen. Sie wurden Menschen und Hunde geprägt und lernten eine abwechslungsreiche Umwelt kennen. Die Hündin ist jetzt 13, gesund, passt charakterlich gut in sein Leben und hat auch ein paar Macken.

    Mein Hund , Papillon, stammt von einer VDH_Verbands-Züchterin, die im Ruhestand Spaß an der Rassenhundezucht gefunden hat. Sie war in ihrem Berufsleben Bäuerin, fand es normal, mit ihren Tieren zu züchten und die Nachkommen zu verkaufen. Eltern und Welpen wurden tierärztlich versorgt, die Welpen wuchsen in Wohnung und Garten auf und lernten Menschen und Umwelt kennen. Mein Hund ist jetzt fast 12, gesund, passt charakterlich gut in mein Leben und hat auch ein paar Macken.

    Meiner ethischen Einschätzung nach (das kann man auch anders sehen), bin ich nicht dafür verantwortlich, dass es im selben Rassen-Verband Züchter gibt, die ich nicht unterstützen würde (weil sie die Hunde mir zu klein, plüschig, kurzschnauzig züchten). Ich bin auch nicht verantwortlich, dass im VDH auch Rassen zugelassen sind, die aus meiner Sicht Qualzucht und reine Tierquälerei sind. Obwohl ich mit dem Kaufpreis natürlich auch den Overhead des Rassenzuchtvereins und des VDH insgesamt unterstützt habe und damit schon ein bisschen mit "drinhänge".

    Meine Freundin ist aber auch nicht dafür verantwortlich, dass es Puppymills gibt oder dass Mischlinge auch in Deutschland unter schlimmen Bedingungen gezüchtet und aufgezogen werden werden .

    Lange Rede kurzer Sinn: Wenn du einen Mischlingswelpen möchtest, such Dir einen Züchter (Vermehren, Produzent, whatever) bei dem du findest, dass die Verpaarung der Eltern sinnvoll ist und der Welpe zu Dir passen könnte. + alles andere, worauf man beim Welpenkauf immer achten muss. Persönlich würde ich auch bei meinem Tierarzt anfragen, ob er solche Würfe betreut.

    Wenn du den Hund regelmäßig im Fahrradkorb transportieren willst, bist du automatisch im kleinen Bereich. Ich würde mal sagen sieben Kilo abwärts. Wenn es nur kurze Strecken sind, geht vielleicht auch etwas mehr. Wenn der Hund aber mit auf Fahrradtouren soll, braucht er ja auch die Möglichkeit, sich bequem hin zu legen. Da wäre mein Papillon mit fünf Kilo und 0,28 € Zentimeter Schulterhöhe schon fast draußen.

    Ich fahr jetzt seit einem halben Jahr regelmäßig mit meinem Hund zur Arbeit. Wir fahren etwa 40 Minuten. Er hat einen Korb auf dem Gepäckträger mit einem Drahtbogen und Verdeck drüber. Dass wiegt miteinander auch noch mal 1,5 Kilo. Mit meinem E-Bike kein Problem, aber wenn man das aus eigener Kraft Den Berg hochstrampeln muss, sollte man schon gut trainiert sein.

    1,5 stunden wäre meinem Hund auf Dauer zu wenig. In seiner temperamentvoll Jugendzeit brauchte er schon 2,5-3 Stunden am Tag, Bewegung und Training zusammen.

    Auch heute bin ich mit dem Senior noch rund 2 Stunden am Tag unterwegs.

    Zu Agility wollte ich noch mal sagen: Ich würde es trotzdem mal ausprobieren.

    Dort dürfen solchen Hunde ihren Trieb ausleben, „ mit Volldampf durchs Gelände und über Stock und Stein“. Dabei aber mit ihrem Menschen zusammen arbeiten, sich mitten im Rausch ablenken und umlenken lassen, das ist Impulskontrolle pur.

    Die meisten Hunde in unserem gemütlichen Hundeschul-Agility haben das gelernt, ein Elo ist auch dabei. Bei ganz wenigen ging es nicht, das wusste unser Trainer aber auch spätestens nach dem dritten Mal.

    Mein Papillon ging mit einem Jahr plötzlich auf jeder frischen Rehfährte ab, und nicht nur 2 min. (Werbeversprechen: nichtjagender Kleinhund, Seniorengeeignet😀)

    Agility hat ihm gutgetan. Mit 4, 5 Jahren war das Freilaufen im Wald dann auch wieder möglich. Jetzt ist er fast 12 und trägt zum ersten mal Mantel😒

    Aber durch seinen Parcours zischt er immer noch wie ein Junger.

    Nochmals in ganz einfach:

    Eine Impfung führt zu einem Antikörpertiter.

    Eine Infektion führt zu einem Antikörpertiter.

    Das ist nicht voneinander zu unterscheiden in der Labordiagnostik.

    Nachdem das hier mehrfach geschrieben wurde, möchte ich gern ergänzen, dass es nur ein ganz kurzes Durchgangsstadium ist. Nach einer Infektion steigt der Antikörpertiter weit über den impftypischen Wert an. Gleichzeitig setzen auch die Symptome ein.

    Dass ein dreimal vorgeimpfter Hund, der symptomfrei ist, und dessen Blutprobe einen impftypischen Antikörpertiter zeigt, sich gerade in diesem Durchgangsstadium befindet, ist schon sehr, sehr unwahrscheinlich…

    Zudem hat man vermutlich erhoben, der Hund Kontakt zu einheimischen Tieren hat. Einen Pommeranier lässt man wohl eher nicht zwischen Straßenhunden herumlaufen. Das ist aber reine Spekulation meinerseits.

    Ich denke, dass diese Überlegungen eine Rolle gespielt haben, als der Hund nach Hause durfte.