Beiträge von Frau+Hund

    Sind solche Tests inzwischen nicht schon verfügbar?

    Ich meine mich zu erinnern, dass darüber hier im Forum schon diskutiert wurde mit Ergebnissen für den eigenen Hund. Ich weiß aber nicht mehr, wo.

    Solche Test würden ja schon eine gewisse Chance für die Zucht bieten, auch wenn die Rase schon viel Heterogenität verloren hat. Wenn man gezielt die heterogenen Hunde in die Zucht nimmt, vielleicht noch aus verschiedenen Linien, könnte man zumindest die vorhandene Heterogenität erhalten. Man müsste allerdings auf Selektion eine zeitlang verzichten. So wird es ja in den Erhaltungszuchtprogrammen für Wildtiere gemacht.

    Ich moechte von dir wissen, welche erheblichen Gesundheitsprobleme meine Rasse hat. Denn die hat sie laut dir ja.

    Jetzt mal unter der Annahme, dass die amerikanischen auf die deutschen Hunde übertragbar sind, dass also im VDH-Verein ein ähnlich hoher genetischer Inzuchtkoeffizient vorliegt.

    Der hohe Inzuchtkoeffizient ist das Gesundheitsproblem der Rasse, weil er ein valider Surrogat für viele Einschränkungen ist, die zusammen zu der geringeren Lebenserwartung führen.

    Das ist so ähnlich wie Bluthochdruck und Herzinfarkt: den Bluthochdruck selber spürt man in der Regel nicht. Er ist aber ein Gesundheitsproblem (der Bevölkerung), weil er das Risiko für einen Herzinfarkt erhöht.

    Die Folgen der hohen Inzuchtrate kann man für die Rasse nur nachweisen, wenn man sie mit einer Gruppe gleichgroßer und körperlich ähnlicher Mischlingshunde vergleicht. Oder man vergleicht innerhalb der Rasse zwei Gruppen mit deutlich unterschiedlicher genetischer Heterogenität, falls es die noch gibt. Ohne Kontrollgruppe kann man den Effekt auf die "spürbare" Gesundheit der Hunde nicht sichtbar machen.

    Ob dein Verein bereits solche Vergleiche durchgeführt hat, weißt Du vermutlich.

    mach es doch im Laufe des langen WEs einfach selber kannst für Pudel gleich mit nachlesen. Bin gespannt auf deine Erläuterung und vielleicht bekommst du dann auch raus wo die Quelle der Ruckert Grafik zu suchen ist bzw wo die ihre Daten her haben.

    mach ich gern.

    Der Artikel war hier im Forum tatsächlich schon mehrmals verlinkt, daher habe ich die Kenntnis einfach voraus gesetzt. Mein Fehler

    Hierher kommt die Graphik:

    https://www.instituteofcaninebiology.org/blog/inbreedin…rmined-from-dna

    Die Autorin verwendet Daten aus dieser Studie:

    https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27874836/

    Die sequenzierten Hunde kommen aus den USA. Die Hunde waren in den AKC-Rassenvereinen gezüchtet.

    Mir erscheint der Artikel sehr seriös (und spannend, was die Entwicklung der Populationen angeht.) Kann aber natürlich trotzdem sein, dass die da im Journal for Disease Models and Mechanisms auch nur Stimmung machen wollten...

    Also erneut die Frage wo da das erhebliche Gesundheitsproblem liegt? Speziell bei meiner Rasse. Muss ja bekannt sein, wenn es heisst 'alle, die ...'..

    ???

    Wenn ich dich richtig verstehe, liegt das Gesundheitsproblem bei deiner Rasse bei dem "Scheiss"? Und du sagst selber, der "Scheiss" ist durch sehr enge Zucht in der Vergangenheit entstanden.

    Wenn die Inzucht mit einer Selektion auf Leistung und nicht nur durch "Schönheit" verbunden war, wirkt das den negativen Folgen der Inzucht ein Stück weit entgegen, kann sie aber nicht auf Dauer aufhalten. Und das ist ja anscheinend auch passiert.

    Die kaputten Rassen sind, bezogen auf die Rassen, Einzelfälle :ka:

    Du zählst zB 13 Rassen auf. Das sind aber mit Nichten die die komplett kaputt sind, sondern da sind durchaus welche dabei die nur vereinzelt Probleme haben

    https://www.tierarzt-rueckert.de/blog/details.p…odul=3&ID=21557

    Ich verlinke noch mal den Rückert-Artikel.

    Meiner Ansicht nach haben alle Rassen, deren genetischer Inzuchtkoeffizient die rote Linie erreicht oder überschreitet, ein erhebliches Gesundheitsproblem. Das sind nicht nur viele, sondern leider auch viele als Begleithund geeignete und beliebte Rassen. Es handelt sich bei diesen Rassen immer um Geschwisterverpaarung oder Inzestzucht. Die Daten sind, soweit ich weiß, aus England, aber bevor ich eine solche Rasse durch Welpenkauf unterstützen würde, möchte ich durch Tests nachgewiesen haben, dass das Inzuchtniveau in der Zucht weniger hoch ist.

    Dieser neue Faden hat mit dem, aus dem er hervorgegangen ist, "Sind Welpen wirklich so schlimm" (oder so) nicht viel zu tun.

    Dort wollte jemand einen Berner-Pudel-Mix anschaffen und ihr wurde mehrfach geraten, einen reinrassigen Berner zu nehmen, weil der ja im VDH mit allen Kontrollen (mit Sinn und Verstand) gezüchtet wurde. Obwohl Berner Sennenhunde durch Übertypisierung und extreme Inzucht zu den gesundheitlich sehr belasteten Rassen mit deutlich verkürzter Lebenserwartung gehören.

    Obwohl klar ist, dass ein Hybrid ein besonders heterogenes Genom hat und die typischen Inzuchtprobleme bei ihm mit größtmöglicher Wahrscheinlichkeit nicht auftreten.

    Die Frage, ob man einen Hund einer Rasse aus VDH-Zucht oder von einem anderen Verein oder ohne Verein nimmt, liegt ganz anders. Rassenhundezucht als genetische Engzucht mit geschlossenen Zuchtbüchern ist eine sehr unnatürliche Zuchtmethode mit hohen gesundheitlichen Risiken, die sich in vielen Rassen ja auch unverhohlen zeigen. In der Regel würde ich da auch zu einem Verein raten, in dem das Knowhow über die Gegenmaßnahmen wie diagnostische Tests, bewusster Einsatz von Zuchthunden usw. vorhanden ist und auch kontrolliert wird. (allerdings entnehme ich dem Forum, dass das keineswegs in jedem VDH-Verein wirklich angekommen ist).

    Ich würde einen Berner Sennenhund, Leonberger oder Dobermann auch nicht aus einer vereinslosen Zucht nehmen. Ich würde Hunde dieser Rassen aber gar nicht kaufen, weil ich eine solche Zucht auch im Verein nicht unterstütze. Weil ich finde, mein Wunsch nach einer bestimmten Rasse darf nicht mit so viel Leid und verkürztem Leben erkauft werden.

    Und das als, wie gesagt, Supermutt, also mit quasi der größtmöglichen genetischen Vielfalt. :ka:

    Weißt du das sicher? Kann sie nicht auch aus einer Geschwisterverpaarung kommen?

    Und wie immer, statistische Zusammenhänge lassen sich über Anekdoten weder belegen noch widerlegen.

    Ich finde finde die Studie eh schwer zu interpretieren, weil so viel gemischt wird bzw. Unbekannt bleibt. Nur ein Beispiel: In welchem Alter wurden die Hunde in die Datenbank aufgenommen. Wenn z.B. aus den Nachbarländern im Durchschnitt jüngere Tiere importiert werden, als aus weiter weg liegenden Ländern, könnte es die höhere Sterblichkeit der Hunde aus den Nachbarländer erklären.

    Ich fand die Welpenzeit auch schön. Sie sind einfach so süß und es ist spannend, mit so einem Hundekind die Welt neu zu entdecken. Ich seh noch meine erste kleine Hündin hinter unserem alten Riesenschnauzer herwieseln. Er souverän und mit der Welt vertraut, sie völlig begeistert von all dem neuen und von so einem coolen Partner.

    Die Alternative, einen älteren Hund zu nehmen, hat ja auch ihre Tücken. Meine Eltern dachten bei ihrem letzten Hund, ein Welpe wäre ihnen zu anstrengend und sie haben einen 5 Monate alten Mischling aus Rumänien genommen. Eine liebe Hündin, die sich sofort eingefügt hat. Aber sie hatte halt auch schon eine Reihe schlechter Erfahrungen gemacht und die Angst vor Männern, Stöcken, Schüssen, manchen Autos usw. schlug irgendwann Monate später in Aggression um. Im Nachhinein war das dann für meine Eltern viel anstrengender, als die paar Wochen Welpenzeit.