Beiträge von Frau+Hund

    Nur noch ein Beispiel:

    Auf unseren Fernwanderungen in Norwegen trafen wir Wanderer mit großen Hunden (Labrador, Schäferhund, Huskymix), die Probleme mit wunden Pfoten hatten. Obwohl meine zierliche Kleinhündin wohl viermal so viele Schritte lief, wie die , hatte sie lebenslang nie solche Probleme.

    Ehrlich gesagt hebe ich meinen Hund auf Fernwanderungen lieber mal einen Felsen runter oder trage ihn durch einen angeschwollenen Fluss, bevor ich mit Creme und Pfotenschuhen hantieren muss...

    Genauso ist es doch mit Kleinsthunden, ich kenne einfach keine, die ich als nicht eingeschränkt empfinde. Aber es gibt sie bestimmt. Aber mir wäre halt das Risiko zu groß einen zu erwischen, der die Zivilisation nicht verlassen möchte.

    Ich weiß jetzt nicht, was Du unter Kleinsthund verstehst. Wenn wir über verzwergte Teecup-Hunde sprechen, gebe ich Dir recht. Qualzuchten sind in allen Größen eingeschränkt, ganz egal ob Teacup ohne Nase, massiger Bernhardine oder mittelgroße englische Bulldogge.

    Reden wir aber über "normale" Klein-Begleitunde wie Papillon, kleine Pudel/Pinscher/Schnauzer/Spitze oder auch die "kleinen Wuschel" wie Bolonka, Malteser, Havaneser, Löwchen, Powder Puff usw. seh ich da keine Einschränkung (außer dass man manche schweren muss, aber das betrifft große Hunde auch).

    Die gehen alle stundenlang durch Wald und Feld, wenn sie das gewöhnt sind. Manche mögen keinen Regen, keine Kälte oder Hitze, aber auch dass kommt in allen Größen vor, z.B. kenne ich einen Ridgeback, der das Haus schon bei Nieselregen nicht verlässt und ab 7°C einen Mantel braucht. Mein Papillon braucht den ab -10°C.

    Auch "zartsein" sehe ich nicht grundsätzlich als Einschränkung. Gerade die Leichtbau-Hunde sind - entsprechend trainiert - sehr ausdauern und wendig (auch das in jeder Größe).

    Ganz klar: Kein Hund kann und will alles in Sachen Sport oder Outdoorleben. Die Tatsache, dass ein Hund klein ist, bringt aber keine grundsätzliche Einschränkung.

    Ich habe den Kompromiss schon vor 26 Jahren bei meinem ersten Hund gemacht - und nie bereut.

    Mit großen Hunden (Riesenschnauzer) aufgewachsen, hielt ich dieses Kaliber auch für selbstverständlich. Als ich dann aber endlich den ersten Hund anschaffen konnte, ging schon von der Wohnsituation her nur was kleines - und es war klar, dass im Leben noch viele Veränderungen anstanden.

    Ich hatte erst eine Pinscher-Papillon-Hündin, dann einen Papillon-Rüden. kleine Hunde, 4-6kg, aber normal gebaut und "unkaputbar".

    Wenn ich heute überlege, was wir alles zusammen gemacht haben. Vieles wäre mit einem großen Hund nicht gegangen:

    -Ich bin 5mal umgezogen, drei der Wohnungen hätte ich mit einem großen Hund nicht bekommen.

    -Meine erste Hündin wurde teilweise fremdbetreut, mein zweiter war immer Bürohund.

    -Mein zweiter Hund hat in unzähligen Seminaren in der Ecke gepennt, die ich selber gegeben habe oder daran teilgenommen. Zweimal war er sogar mit Sondergenehmigung im Charité-Gelände in Berlin.

    -Wir haben viele wunderbare Camping-Urlaube im Kleinwagen nach Skandinavien gemacht. Ein großer Hund hätte weder ins Auto noch ins Zelt gepasst.

    -Wir haben viele Mehrtageswanderungen gemacht, auch mit Zelt in Skandinavien. Bei Übernachtungen in Gasthöfen/Pensionen/Hütten habe ich viele Male gehört: "Eigentlich nehme ich ja keine Hunde, aber der Kleine..." Oft musste ich nicht mal für den Hund zahlen.

    -Wir haben viele (Urlaubs-)fahrten mit dem Zug gemacht. Allein in diesem Monat fahre ich noch zwei Wochenende auf Besuch - so 1800 km. Selbstverständlich mit dem Zug. Die Umwelt dankt...auch für das kleine, sparsame Auto, das ich fahre.

    -Wir haben viele, viele wunderbare Tageswanderungen gemacht. Meine Hündin konnte das bis 13,5 Jahre, später habe ich sie teilweise im Rucksack getragen. Mein jetziger Hund ist 12 und schafft alles , was ich zu Fuß schaffe.

    -Letztes Jahr bin ich auf eBike umgestiegen, mit Hund im Korb natürlich.

    -Meine erste Hündin ist sogar mit Langlaufski gelaufen, sie lief sauber in einer Spur der Loipe. Mit meinem jetzigen Hund mache ich seit 10 Jahren Agility. Dazu haben wir verschiedene Nasenarbeitskurse belegt. Von wegen, mit kleinen Hunden geht kein Sport....

    -Die kleinen Hunde können viel mehr freilaufen (Erziehung vorrausgesetzt). Weil sie es häufiger dürfen und weil keiner Angst vor ihnen hat.

    -Die höhere Lebenserwartung der kleinen Hund ist zwar keine Garantie, aber eine erfreuliche Chance.

    -An meinem Rüden mit den witzigen Ohren kommt kaum jemand ohne ein Lächeln vorbei. In meinem Arbeits-Stadtteil laufen viele Menschen herum, die (psychisch) krank, behindert und/oder von schwierigen Lebenssituationen betroffen sind. Über den witzigen Kleinhund können sie sich alle freuen und oft auch ein paar Worte wechseln. Das macht mich froh!

    Ich werde wohl bei der kleinen Variante Hund bleiben.

    Warum es nen Unterschied machen soll ob man für die Zucht oder bei HD-Verdacht Röntgen lässt versteh ich nicht.

    Das macht einen Unterschied in der Wahrscheinlichkeit.

    Wenn der Hund die passenden Symptome zeigt und der diagnostische Test (via Röntgen) positiv ist, ist die Wahrscheinlichkeit, dass es ein falsch-positiver Befund ist, viel geringer, als wenn keine Symptome vorliegen und nur der Test positiv ist.

    Die geschilderten Beispiele für HD Fehldiagnosen waren ja auch symptomfrei.

    Und wir wissen ja bis jetzt nicht, ob der Hund hier in Narkose war und welche Zulassungen/ Fortbildungen der Tierarzt hat.

    Ich hab einen Hund. Aus pragmatischen Gründen, mehr passt derzeit in mein arbeitsreiches Leben nicht rein.

    Mein Hund ist damit, denke ich mal, sehr zufrieden. Er mag seine Hundeschulgruppen und nimmt die Frage, wer wohin pinkelt im Revier sehr ernst. Das reicht ihm dann aber auch.

    Lieber hätte er wohl ein, zwei Menschen mehr im Rudel (aber bitte Frauen)

    Ich hätte gern zwei oder auch mehr Hunde, weil ich so gern Sozialverhalten beobachte. Ich würde auch gern einmal einen Wurf Welpen haben. Naja, vielleicht im Ruhestand. Das dauert allerdings noch…

    Wenn jetzt jeder Rassemix das Prädikat "Qualzucht" bekommt und wir den Begriff Qualzucht einfach mal inflationär FÜR ALLES verwenden, was in der Vermehrung von Hunden passiert, dann brauchen wir diese Thread auch nicht mehr oder?!

    Da schließe ich mich an.

    Die Kreuzung von Rassen hat grundsätzlich nichts mit Qualzucht zu tun.

    Im Gegenteil, wenn man Rassenhunde wie Pudel und Retriever verkreutzt, die innerhalb der Rasse bereits den Verwandtschaftsgrad von Halbgeschwistern oder sogar Geschwistern haben, dann haben die Mix-Nachkommen maximale genetische Heterogenität mit allen positiven Folgen für die Gesundheit.

    Falsche Versprechungen der Züchter haben auch nichts mit Qualzucht zu tun. Übrigens macht sie auch längst nicht jeder Doodle-Züchter...

    Das klingt echt alles saugefährlich. Bald trefft ihr mal eine kleine, läufige Hündin. Und da will er dann nicht nur hin, sondern drauf…

    Bist du allein mit dem Hund? Kann jemand anderes die Spaziergänge übernehmen? Ggf. auch ein prof. Gassigänger?

    Denn eigentlich darfst du den Hund gar nicht führen, wenn du ihn nicht sicher halten kannst. Ist auch mit der Versicherung heikel.

    Dann zeig mir bitte die, für Mitteleuropa, die hab ich wohl übersehen, ich les immer nur Großbritannien und maximal mal Nordamerika.

    Beides Populationen und Zuchtgeschehen, die mit hier einfach nicht vergleichbar sind

    Führen denn die deutschen VDH-Zuchtmethoden zu einem niedrigeren Inzuchtniveau als z.B. in der amerikanischen Studie von 2016?

    OK, dann los.

    Als Störvariable verdächtig sind alle Faktoren, die bekanntermaßen den Endpunkt der Studie beeinflussen, hier also die Lebenserwartung.

    Gleichzeitig müssen sie - zumindest theoretisch - auch mit der unabhängigen Variable, hier der genetischen Heterogenität verbunden sein.

    Ich nehme an, dass (Tierschutz-)Hunde aus dem Ausland bei folgenden Faktoren im Durchschnitt benachteiligt sind gegenüber Hunden aus Deutschland:

    Tierärztliche Versorgung von Mutter und Welpen

    Ernährung von Mutter und Welpen

    Traumatische Ereignisse durch Einfangen und Transport mit Angst und Stress

    Gewalt durch Menschen, ggf. auch im Shelter durch andere Hunde

    Exposition gegenüber Mittelmehrkrankheiten

    Exposition gegenüber Viren/Bakterien/Parasiten in Deutschland, an die sie nicht angepasst sind.

    Positiv kann sich auswirken: Natürliche Selektion seit Generationen und Selektion auf gesunde Hunde vor dem Transport.

    Wenn ich jetzt in einer Studie Rassehunde aus Deutschland mit einer Gruppe Mischlinge vergleiche, die aus z.B. 60% Mischlingen aus dem Ausland stammen, schleppen diese mir ihr höheres oder auch niedrigeres Sterberisiko ausschließlich in die Mischlingsgruppe. Sehe ich dann einen Unterschied zwischen den Gruppen, weiß ich nicht, wieweit er auf den Unterschied in der Heterogenität zurückgeht, oder eben auf den Unterschied in der Herkunft.

    Soweit, ich hoffe, das ist verständlich. Sonst frag gern nach.