Es ist bei genug Hundetypen gelungen, über Jahrhunderte ein ungefähres Erscheinungsbild zu behalten. Standards brauchte es erst mit der Einführung von Hundeausstellungen und Reinrassigkeit über alles.
Ich finde das gerade beim Jack Russel interessant. Die wurden erst 2000 FCI anerkannt. Vorher wurden sie von lokalen Vereinen und auch einfach so gezüchtet. Laut der finnischen Studie haben sie eine größere Heterogenität und eine lange Lebenserwartung.
Ich finde, Zuchtziel sollte sein, das zu erhalten. Nicht, jetzt auch einen bestimmten Typ zu selektieren, egal ob klassisch oder modern, sondern verschiedene Typen zuzulassen und immer wieder für Durchmischen zu sorgen. Das erfordert aber ein ganz anderes Zuchtmanagement.
Mit der ursprünglichen Verwendung ist das ja auch so eine Sache. Ursprünglich waren die Jack Russels Jagdhunde und nebenbei Farmhunde. Der Jagdgebrauch lag aber schon lange zurück, als die FCI Zucht begann. Hätte man jetzt auf Jagdeigenschaften züchten sollen, weil das die ursprüngliche Verwendung war? Oder doch lieber als gemäßigter Familienhund, weil die Population dann viel größer sein kann? Auch wenn dann vielleicht ursprüngliche Eigenschaften verloren gehen?