Beiträge von Frau+Hund

    Es ist bei genug Hundetypen gelungen, über Jahrhunderte ein ungefähres Erscheinungsbild zu behalten. Standards brauchte es erst mit der Einführung von Hundeausstellungen und Reinrassigkeit über alles.

    Ich finde das gerade beim Jack Russel interessant. Die wurden erst 2000 FCI anerkannt. Vorher wurden sie von lokalen Vereinen und auch einfach so gezüchtet. Laut der finnischen Studie haben sie eine größere Heterogenität und eine lange Lebenserwartung.

    Ich finde, Zuchtziel sollte sein, das zu erhalten. Nicht, jetzt auch einen bestimmten Typ zu selektieren, egal ob klassisch oder modern, sondern verschiedene Typen zuzulassen und immer wieder für Durchmischen zu sorgen. Das erfordert aber ein ganz anderes Zuchtmanagement.

    Mit der ursprünglichen Verwendung ist das ja auch so eine Sache. Ursprünglich waren die Jack Russels Jagdhunde und nebenbei Farmhunde. Der Jagdgebrauch lag aber schon lange zurück, als die FCI Zucht begann. Hätte man jetzt auf Jagdeigenschaften züchten sollen, weil das die ursprüngliche Verwendung war? Oder doch lieber als gemäßigter Familienhund, weil die Population dann viel größer sein kann? Auch wenn dann vielleicht ursprüngliche Eigenschaften verloren gehen?

    Nope, ist es nicht. Mendel- ganz simpel.

    Aber Helpstina hat doch oben beschrieben, dass es bei DCM eben kein einfacher dominanter oder rezessiver Erbgang eines oder weniger Gene ist? Und darauf bezog sich Mendel.

    Inzestverpaarungen sind zumindest hier in DE verboten. Inzucht nicht.

    Bist du Dir bewusst, dass man bei einigen Rassen genetisch immer Inzestverpaarungen (und schlimmeres) macht, auch wenn die Eltern nach Stammbaum nicht verwandt sind? Weil im Laufe der Zucht ein großer Teil der ursprünglichen genetischen Varianz verloren gegangen ist?

    Ich bin echt negativ diversen Rasse Mixen gegenüber ,meine Erfahrung ist, dass Versprechen gemacht werden die völlig absurd sind.

    Man weiß nicht welches Gen durchschlägt.

    Gesundheit kann keiner versprechen. Wir müssen uns doch nur selber anschauen. Wir sind selber genetische Mischlinge mit einer gen. Heterogenität, die der der Hundemischlinge gleicht. Trotzdem gibt es eine Menge Erbkrankheiten und einige Menschen sind weder gesund noch leben sie lange. Trotzdem ist es völlig klar, dass das Risiko dafür größer ist, wenn die Eltern Geschwister sind. Und genetisch recht eng verwandte Bevölkerungen, wie die Einwohner/innen Zyperns oder bestimmte religiöse Gruppen haben für bestimmt Erbkrankheiten ein viel höheres Risiko als der Durchschnitt.

    Man verpaart entweder zwei clear Hunde miteinander oder aber einen clear mit einem carrier.

    Das wird sicherlich von dem Erbgang abhängen sein, der da gerade erforscht wird. Das Problem ist nur, wenn die Hunde der Rasse schon so eng verwandt sind, als wären ihre Eltern, Großeltern und Urgroßeltern Inzestverpaarungen, dann hat das auch außerhalb der selektierten Gene negative Auswirkungen auf Gesundheit und Lebenserwartung. Und wenn man dann den Genpool noch mal verkleinert, um eine Erbkrankheit loszuwerden, zahlt man einen hohen Preis in der Gesamtfitness.

    Die Frage ist dann: Ist das die Reinrassigkeit wirklich wert?

    Aber wie gesagt, das betrifft bei weitem nicht alles Rassen.

    Ist die Rasse noch zu retten?

    Es gibt immer noch eine Menge Hunde, die DCM frei alt werden und wenn es den Forschern in München und Bern gelingt, herauszufinden, was bei diesen 50% anders ist, als bei denen, die erkranken, denke ich ja, die Rasse hat eine Chance.

    Mal angenommen, man findet die genetische Kombination, die für die Erkrankung verantwortlich ist und kann sie in einem Test nachweisen.

    Wenn sie bei 50% der Hunde der Population vorliegt, und klassisch durch Selektion bekämpft werden soll, verliert man 50% der genetischen Vielfalt. Und das bei einer Population, die bereits jetzt extrem eingezüchtet ist. Wie soll das gehen?

    wie groß der Genpool bei den Bernern eigentlich ist und ob man mit entsprechender Zuchthygiene tatsächlich die Lebenserwartung heraufsetzen kann oder ob man nicht Gefahr läuft, die Genetik so sehr zu verengen, dass neues Unheil zu befürchten ist.

    Seid das Inzuchtniveau einer Rasse genetisch gemessen werden kann, sind ja doch einige Studien zu diesem Thema erschienen.

    Und die zeigen doch sehr deutlich, dass das Inzuchtniveau zwischen den Rassen erheblich variiert. Und auch, dass die Lebenserwartung mit diesem Inzuchtniveau zusammen hängt.

    Ich verlinke einfach mal diese Studie aus Finnland. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC9886701/

    im Supplementary file2 (DOCX 73 KB)  

    findet man eine Tabelle, die die Messwerte der einzelnen Rassen darstellt. Dort sieht man auch die genetische Heterogenität in % (Mischlinge haben im Durchschnitt 43,2% Heterogenität, ein Clon hätte 0%. Je geringer die Heterogenität, desto höher die Inzucht)

    Man sieht, dass es noch große Unterschiede zwischen den Rassen gibt. An wenigsten betroffen ist dabei ausgerechnet der (Parson) Jack Russel Terrier, der hier merkwürdigerweise negativ erwähnt wurde.

    Bei einigen Rassen ist die Heterogenität schon gewaltig niedrig - und die Lebenserwartung auch. Boxer, Dobermann und auch der Berner Sennenhund gehören dazu.

    Ich würde mal so alles in allem sagen: Es ist nicht "die Rassenhundezucht" an sich am Ende, aber einige Rassen sind tatsächlich so enggezüchtet und haben gleichzeitig das Pech, so viele negative Genvarianten "erwischt" zu haben, dass sie ohne erhebliche Durchmischen außerhalb der Rasse nicht mehr zu retten sind.

    bei dem "Nicht ins Feld" denke ich mir auch, warum nicht?

    Auf dem Feld vor meinem Haus wächst zur Zeit Mais. Wir gehen da ab und zu durch, der Bauer hat eine große Schneise gelassen. Mein Hund macht da nicht, weil es da nicht lohnt zu markieren, aber eigentlich wäre es optimal: Wenn der Regen den Kot in die Erde spült, würden die schnelle wachsenden Pflanzen ihn verwerten, ehe da etwas ins Grundwasser gerät. Gemäht wird der im Oktober/November und auch da werden die Pflanzen so hoch abgeschnitten, dass kein Hundekot erwischt würde.

    Dasselbe gilt für junge Getreidefelder, jetzt, kurz vor der Mahd, stehen die so hoch und dicht, dass mein Hund sich da bestimmt nicht zu Kacken reinquetscht.

    Im Wald ist bei uns die Humusschicht mehr als einen Meter dick. Dort wird ebenfalls alles zersetzt, lange bevor es das Grundwasser erreicht.

    Die wichtigste Frage ist wohl am Ende: Wie viele Hunde laufen da und was für eine Fläche ist es.

    Hm, da du dein Vorgehen als die verantwortungsbewusste Handlung beschreibst und andere Alternativen bereits als moralisch minderwertig einordnest, ist es ja nicht leicht, eine andere Sichtweise zu haben.

    Ich mache es trotzdem:

    Ich lebe, was das Thema angeht, in zwei Welten:

    Daheim gehen wir in Feld und Wald und da lasse ich es liegen. Mein Hund macht meist am Rande des Feldwegen oder seltener im Wald. Da mein Hund klein ist, finde ich es meist gar nicht. Dort gehen am Tag vielleicht 6 Hunde, Menschen ohne Hunde höchstens mal am Wochenende. Es verteilt sich und ich glaube, die Tüte mit ihrer Herstellung und Verbrennung wäre umweltfeindlicher.

    Mittags gehe ich im Stadtteil meiner Arbeit durch Wohnstraßen und Parkwege. Dort mache ich alles weg, weil es meine Mitmenschen stören könnte. Im Moment komme ich mir allerdings komisch vor, wenn ich das Häufchen zwischen der gleichgroßen Gänsekacke am Teich raussammele.

    Meiner kann kein HIER, peinlich!

    Er glaubt, HIER heißt: Frauchen hat was total wichtiges entdeckt, schau zu, dass du da hinkommst. Und wenn du das mal nicht findest, dann lauf zu Frauchen, sie gibt dir zum Trost ein Leckeren...

    Ich habe es vor Jahren aufgegeben. Unser wichtigstes Kommando heißt SITZ und das gilt immer und sofort und dann wird auch sitzen geblieben, bis ich da bin. Der Riesenvorteil ist, dass er die Augen nicht von dem begehrten Objekt nehmen muss. Der Freilauf klappt so seit Jahren problemlos.

    Wie lassen sich Ameisen effektiv vertreiben? Schwiegermuttern hat welche in der Wohnung, anfangs nur einzelne im Bad, jetzt immer wieder in verschiedenen Räumen (an der gleichen Hausseite). Leider können wir bisher nicht ausmachen, woher sie genau kommen.

    Gar nichts, die verschwinden von selber wieder. Sie dürfen nur absolut nichts zu fressen finden. Möglichst auch kein Wasser. Es nutzt wirklich nichts, die kundschaftenden Arbeiterinnen umzubringen. Sie müssen zurück ins Nest mit der Botschaft: "In die Richtung lohnt es sich nicht!"

    Bei mir tauchen sie im Frühjahr immer mal wieder auf, auch mal viele, und verschwinden innerhalb weniger Tage wieder.