Die Leute, deren reihenweise das Vieh gerissen wird, können also dankbar sein, weil sie nicht mehr daheim gebären müssen?
Fällt es euch so schwer zu abstrahieren und zu akzeptieren dass es trotzdem auch in der aktuellen Zeit eine Bedrohung durch den Wolf gibt? Keiner hier verlangt eine Ausrottung. Aber durchaus ein vernünftiges Managment. Und dazu gehört es auch, die Sorgen derer zu verstehen, die direkt betroffen sind.
Dazu braucht es letztendlich auch keine Märchen, etwas Einfühlungsvermögen reicht aus.
Das ist jetzt ein logischer Purzelbaum!
Wer bezweifelt, dass Menschen jemals zur normalen Beute des Wolfes gehörten und es daher für unwahrscheinlich halten, dass das in naher Zukunft bei uns passiert, kann nicht abstrahieren? Und hat kein Einfühlungsvermögen für betroffene Viehhalter? Warum bitte schön, soll das zusammen hängen?
Du hast die Gefahr behauptet, dass die nicht mehr gejagten Wölfe bald Menschen als Beute jagen werden und das mit ihrer Rolle im Märchen begründet.
Die Behauptung, dass die deutschen Wölfe jetzt bald anfangen werden, Menschen zu jagen, taucht hier im Thread seit über 10 Jahren regelmäßig auf. Als starkes Argument, dass Wölfe getötet werden müssen, gelegentlich wurde auch die Ausrottung gefordert.
Ich halte das für extrem unwahrscheinlich. Mir ist kein historisches Dokument bekannt, dass belegt, dass Wölfe - über Einzelfälle hinaus - eine direkte Gefahr für Menschen werden.
Dass Wölfe für Weidevieh und dessen Halter eine existentielle Bedrohung waren und auch heute noch sind, bezweifelt hier keiner. Erik Ziemen hat die Kulturgeschichte des Wolfes in seinem Buch "der Wolf" dargestellt. Z.B. war der Wolf für die nordeuropäischen Rentiernomaden der Teufel persönlich. Für die nordamerikanischen Ureinwohner, die kein Vieh hielten, war er dagegen ein "Bruder" und wurde verehrt. Wolf und Mensch haben sich dort nicht bejagt.
Daher halte ich auch die Sorge mancher Menschen, in den Wald zu gehen, für unbegründet. Auch mit Wolf ist fast jeder andere Ort in unserem Land gefährlicher.