Beiträge von Frau+Hund

    Zum Futter:

    Witzigerweise kann ich mich an Hundeforum-Zeiten erinnern (so vor 12 Jahren etwa), da wurde das Wolfs-Argument von den Haltern, die dort schrieben GEGEN die Futtermittelindustrie verwandt. Heftig und aggressiv: Die Industrie verkauft uns Futter mit Mais und anderen billigen Füllstoffen – der Hund hat den gleichen Magen wie ein Wolf - kein Wolf würde ein Maisfeld abfressen – wir brauchen eine andere Ernährung – also Barf!!!

    Der Hinweis darauf, dass Hunde wie Wölfe Kohlenhydrate gekocht sehr wohl vertragen oder dass sich Hunde an die Ernährung beim Menschen angepasst haben, war sehr unbeliebt.

    Der Hersteller von Wolfsblut muss sich gedacht haben: Ich mache jetzt ein Futter, dass diese Kundengruppe haben will: Viel Fleisch, kein Getreide sondern Kartoffel oder Reis, den Wolf auf der Packung und im Namen. Das darf auch ruhig ein bisschen teurer sein.


    Die Marktstrategie hat alles in allem funktioniert und wurde viele Male nachgeahmt.

    Und jetzt dreht sich das Rad plötzlich wieder und was gestern noch richtig war, passt heute den Herrschaften im Hundeforum nicht mehr – arme Hersteller !

    Aber die schreiben sicher längst schon wieder mit und produzieren für uns, was wir heute gut finden (Bio/Insekten/Fertigbarf usw.)

    In der Verhaltensforschung ist es ganz normal, sowohl Populationen innerhalb einer Art als auch zwischen den Arten zu vergleichen. Aus Gemeinsamkeiten und Unterschieden werden Hypothesen abgeleitet, wie und warum ein Verhaltensprogramm im Verlauf der Evolution als Anpassung an die Umwelt entstanden ist.

    Eine Haustierart dabei zuerst mit der Wildtierart zu vergleichen, der sie entstammt, ist selbstverständlich.

    Im Alltag nutze ich den Vergleich Hund-Wolf z.B., wenn ich meinen Hund beschäftige.

    Aus der Verhaltensforschung weiß ich, wie Wölfe jagen, welche Phasen so eine Jagt durchläuft, wie sie zusammen arbeiten, welche Entscheidungen sie treffen.

    Ich biete meinem Hund im Training Beschäftigungsmöglichkeiten aus allen Bereichen an, wie Nasenarbeit, soziale Kooperation, körperliche Bewegung usw. Dabei gehe ich nicht davon aus, dass mein Hund ein Wolf ist, sondern dass alle seine Verhaltensprogramme in der Evolution zum Wolf entstanden sind (nicht in der kurzen Phase der Haustierwerdung). Durch die Zucht kann eine Selektion bestimmter Verhaltensprogramme entstanden sein, das merke ich durch Beobachtung meines Hundes und passe mein Training entsprechend an.

    Mir macht das Spaß, Erkenntnisse der Verhaltensforschung in meinen Alltag mit dem Hund einzubringen.

    Nötig ist das aber nicht. Verhalten und Bedürfnisse des Hundes wurden in den letzten Jahrzehnten (auch durch Vergleiche mit der Wildform) grundlegend beschrieben. Heute kann man Hunde sicher artgerecht halten und verstehen, ohne irgendetwas über Wölfe zu wissen.

    Diese Frau hat zwei Kinder im Alter von 1 und 3 Jahren zuhause.

    Vielleicht sollten hier nur Menschen Ratschläge geben, die das + Welpe schon mal zuhause hatten. Alle anderen haben keine Ahnung!

    Und ein Ehemann, der nicht versteht, dass man daneben keinen Welpen erziehen kann, egal mit welcher Methode - naja…

    Zwei Wochen im Mai und drei im September. Natürlich zeitgleich

    Eigentlich gar nicht schlecht, holt euch den Welpen zu Beginn der Sommerferien , da ist es 6 Wochen lang deutlich ruhiger. Dann Urlaub im September, immer mal wieder das Alleinbleiben üben, dann ist Welpe schon ein Junghund, kennt eure Abläufe und kann vielleicht auch schon Alleinbleiben. Oder ihr habt halt eine Betreuung.

    Bei mir hat es so geklappt, obwohl ich allein mit Welpe war.

    Es ist echt kein Hexenwerk.

    Nur den passenden Welpen zur passenden Zeit zu finden, ist nicht so leicht…

    Es gibt halt auch sowas wie Tradition.

    Wie gesagt, als die Retriever als Familienhunde nach Deutschland kamen, kosteten sie von vornherein nen Tausender mehr als die gängigen deutschen Rassen. Und dabei ist es geblieben.

    Und als ich mir vor bald 13 Jahren meinen Papillon holte, hätte ich für einen gleich großen, gleich unnützen Zwergspitz auch das doppelte gezahlt. Warum- weil es Menschen gibt, die das zu zahlen bereit sind. Ich kann nur entscheiden, ob es mir das wert ist oder eben verzichten.