In dem hauptsächlich hundelosen und hundeunerfahrenen Teil meines Freundeskreises wurde meine Anschaffung des Züchterwelpens sehr überrascht aufgenommen. Damit hatte man nicht gerechnet, da Tierschutz durchaus als „richtiger“ oder zumindest schlüssiger aufgefasst wurde.
Da Hundehaltung generell z.B. ökologisch und ethisch (Futtertiere) in meinen Augen und in meiner Position (ich „brauche“ keinen Hund) mindestens fragwürdig ist, kann ich es durchaus aushalten, dass ich hier sehr egoistisch agiere mit meinem Hobby. Ich wollte einen Züchterwelpen. Ich wollte eben diese Rasse. Dafür gab es auch sachliche(re) Gründe und ich bin mit meiner Entscheidung hoch zufrieden. Mit Moral möchte ich das Thema dennoch nicht verknüpfen.
Für mich halte ich es mit diesem Thema wie mit vielen anderen auch: Ambivalenztoleranz. Ich gewichte nun einmal wie jeder andere auch meine (ökologischen, ethischen, …) Entscheidungen. Ich lebe nicht vegan, fahre dafür kaum Auto und mache kaum private Flugreisen. Sowas eben. Auch hier finde ich es unpassend mit Moral zu argumentieren.
In solchen Themen kann ich gut aushalten, dass Außenstehende meine Entscheidungen anders bewerten und dass auch ich selbst mich nicht immer kongruent zu meinen Werten verhalte. Ich muss auch niemanden überzeugen und fühle mich im Gegenzug auch nicht so, als würden mir andere Standpunkte aufgezwungen werden.