Eine Frage zu "Täter-Opfer-Beziehungen". Für die Recherche und ich komme mit Google gerade nicht weiter.
Wenn in einer Beziehung hauptsächlich auf die Belange von A geschaut wird und B alles versucht, dem Ganzen Frieden zu schenken, ist das ja erstmal die eine Sache.
Wenn B nun eine Äußerung trifft, die das Verhalten von A kritisiert und A darauf anstelle von Einsicht/Besserung mit "So war das nicht gemeint" oder "Dann rede ich halt nie wieder mit dir/über X" und "Da mache ich alles falsch" reagiert, ist das dann Gaslighting? Also dass A, in diesem Fall im Unrecht, sich selbst in die Opferrolle begibt und die Gefühle von B umdreht/diskreditiert?
Ist das das richtige Wort/Phänomen?
Danke euch!
Jein. Gaslighting ist psychologische Manipulation, bei der im Vordergrund steht, das Opfer in seinem/ihrem Realitätssinn zu verunsichern. Dein Beispielsatz "So war das nicht gemeint" geht auf jeden Fall in die Richtung. Wenn man ständig z.B. durch die Blume gesagt bekommt, dass man hässlich/unfähig/blöd ist und nach Konfrontation der Person zu hören bekommt, "dass das ja alles gar nicht so gemeint war, das hast du alles falsch verstanden, das würde ich doch niemals sagen, also ehrlich, was denkst du denn von mir, nein, das musst du dir ausgedacht haben" — dann ist das gaslighting. Man beginnt daran zu zweifeln, ob man nicht selbst vielleicht einfach zu dünnhäutig ist, sich verhört hat, etc.
Es geht also nicht primär um die Umkehrung von Täter-/Opferrolle, sondern um die Manipulation und Untergrabung des Realitätssinns des Opfers. Dafür kann natürlich eine Umkehrung der Täter-/Opferrolle auch bewusst manipulativ eingesetzt werden durch den Täter.